Loading…

Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 07.09.2017

Wann ist ein Mann ein Mann?

Das fragte sich schon der deutsche Liedermacher Grönemeyer im Jahr 1984.

Bild shutterstock_476988466.jpg
© Shutterstock

 

Wann ist er es denn und wann nicht? Wie wird ein Mann in unserer Gesellschaft definiert? Ist einer, der viel Geld verdient ein „echter“ Mann oder einer, der „Jede“ haben könnte oder ist ein echter Mann einer, der vielen Leuten etwas „anschaffen“ kann und Macht hat oder doch irgendwie ganz anders?

Schwierige Frage, Frauen erklären mir in der Praxis immer, sie bräuchten jemanden an Ihrer Seite mit dem Sie auf Augenhöhe kommunizieren können. Na, ja genau so würde ein schlauer Mann auch antworten.

Aber was macht den nun einen „echten Mann“ aus?

Ich lernte ja meine Frau einfach so durch Zufall kennen und hatte keine Ahnung, wer sie war. Mir sagte ihre Veranstaltung nichts und auch ihr Name war mir nicht bekannt. Ich war ein echter Kunstmuffel und bin es auch noch heute oft. Auch die gesellschaftlichen Verpflichtungen, die sie hatte, kannte ich nicht. Es war für mich eine recht „fremde“ Welt. Meine Profession ist da ja doch etwas introvertierter und lebt von Diskretion. So ist es in unserer Branche üblich zu vereinbaren, wie man sich verhält, wenn man sich irgendwo in der Öffentlichkeit treffen sollte. In Ihrer Welt lebt man vom Netzwerken und natürlich ist es dabei gut, wenn das Gegenüber weiß, mit wem man Aller Kontakt hat. Aber zurück zur Kernfrage.

Ich hatte da am Anfang unserer Beziehung eine geniale Begegnung. Wir waren zum Essen in einem Hotel eingeladen. Ich lernte an diesem Tag einige Bekannte meiner Frau kennen, unter anderem einen sehr interessanten Herrn, dessen Frau auch in der Öffentlichkeit stand und immer noch steht. Der gab mir den ultimativen Rat: „Wenn plötzlich Fotografen oder Reporter auftauchen, um deine Frau zu fotografieren und zu interviewen, geh auf die Seite, halte ihre Tasche oder ihre Jacke und warte bis es vorbei ist.“ Er sagte das mit einer Selbstverständlichkeit, die ich bewunderte. Er saß dann an unserem Tisch und ich konnte Ihn fragen, wie das gemeint sei, er sagte daraufhin: Eine Frau, die in der Öffentlichkeit steht, braucht einem Mann, auf den sie sich verlassen kann, der darf daheim ruhig einmal poltern oder auch Ecken und Kanten haben. Natürlich sollte er wissen, wie man sich benimmt. Vor allem sollte er aber DA SEIN und für sie in die Bresche springen, wenn sozusagen Not am Mann ist.

Wie ich später erfuhr, war er selbst ein Firmeninhaber eines großen Beratungsunternehmens für den Tourismusbereich. Er erklärte mir, dass diese Einladung seiner Frau gegolten habe und so sei er ihr Begleiter im besten Sinne dieses eher altmodischen Wortes.

Inzwischen sind fast fünf Jahre vergangen. Ich gehe immer öfters zu Anlässen meiner Frau mit. Jetzt verstehe ich, was mir der Mann sagen wollte: Ein Mann muss nicht dauernd den ominösen Silberrücken manifestieren und sich auf die Brust klopfen, damit jeder sieht, welch tolle Frau er sich geangelt hat. Solche gibt’s leider auch. Aber ein echter Partner weiß, wann er präsent sein soll und wann er im Hintergrund dieses Einfach DA SEIN zelebrieren darf.

Man(n) sollte sich das öfters zu Herzen nehmen. Es schadet nicht, sich im richtigen Moment etwas zurückzuziehen und die Bühne der Partnerin zu überlassen.

 

 

 

Erklärung:

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben.

Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.

 

comments powered by Disqus