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Lifestyle | 03.04.2015

Mein Hund hat eine Seele

Der Verhaltensbiologe Laurent Amann und der spirituelle Coach Asim Aliloski haben gemeinsam ein Buch über Hunde als Spiegel und Partner unserer Seele geschrieben. Erschienen im Februar 2015. Bereits nach wenigen Tagen wurde das Sachbuch zum Bestseller!

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Tierflüsterer Laurent Ammann und Coach Asim Aliloski (© Alex Munteanu / Kats Makeup & Photography)

Dieser Erfolg ist kein Zufall, denn in unserer unverbindlichen, schnelllebigen Gesellschaft scheinen Hunde eine der letzten Psychotope zu bilden. Ein Gespräch mit den Autoren über unsere besten Freunde.

Herr Aliloski, viele Menschen leiden laut Untersuchungen an „seelischer Hungersnot“, an familiärer oder sozialer Vereinsamung. Gleichzeitig steigt die Zahl der Hundehalter. In Österreich sind mehr als 750.000 Hunde registriert. Haben wir vermehrt Sehnsucht nach den Seelenwärmern
auf vier Pfoten?
Laut einer Statistik der Uni Wien leiden in Österreich rund 400.000 Menschen an Depressionen. Fast eine Million Österreicher klagen über Erschöpfungszustände und Melancholie im Alltag. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Erkrankung der Seele. Auch der Körper leidet darunter. Die Sehnsucht nach Balsam für die Seele ist daher sehr groß. Hunde nähren die Seele des Menschen. Die deutsche Dichterin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen kennt man unter anderem mit dem weisen Satz: „Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund“. Das erklärt auch, warum immer mehr Hunde ins Leben des Menschen stoßen. Hunde helfen uns, gesünder, glücklicher und erfüllter zu leben.

Herr Amann, welche Charaktereigenschaften des Hundes beeindrucken uns so sehr?
Hunde stehen unter anderem für bedingungslose Liebe. Egal, ob wir heute gut aussehen, befördert wurden oder einen schlechten Tag haben – Hunde lieben uns so, wie wir sind. Sie bringen uns damit bei, uns der Liebe wieder zu öffnen. Die Liebe zu uns selbst, unseren Mitmenschen. Aber auch andere Eigenschaften sprechen für Hunde: Treue, Empathie und Wahrhaftigkeit – Werte, die wir manchmal beim Menschen vermissen. 

Herr Aliloski, Sie arbeiten als Coach und Mentaltrainer. Mit welchen Augen sehen sie Hunde? 
Ich komme ursprünglich aus einem Kulturkreis, in dem Haustiere keinen wichtigen Stellenwert haben. Genauso waren auch meine Einstellungen Hunden gegenüber, bis ich eines Tages den Vierbeiner von Laurent Amann kennenlernen durfte. Schon als Welpe zeigte er ein ungewöhnliches Verhalten: Er setzte sich hin und starrte mich einfach nur an, ohne dabei nach Futter oder Streicheleinheiten zu verlangen. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an seine tiefen Blicke, schaute zurück und begann, etwas zu spüren: Es wurde mir ganz warm ums Herz, ein wohliges Gefühl in der Brust. „Rio“ kommunizierte mit mir, er wollte mir etwas sagen, er hatte ganz klare Botschaften für mich, die ich so übersetze: „Ich liebe dich, ich wertschätze dich, öffne dich der Liebe“. Mir wurde sofort klar, dass dieser Hund eine ganz weise und intuitive Seele hat. Seitdem sind Hunde für mich nicht nur treue Wegbegleiter, sondern auch exzellente Kommunikatoren, gewiefte Mentaltrainer und sehr weise Seelenratgeber.

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"Hunde testen, ob wir mit unserem Geist präsent sind. Sind unsere Gedanken permanent woanders, reagieren sie oft mit auffälligem Verhalten", sagt Laurent Amann (© Alex Munteanu / Kats Make-up & Photography)

Herr Amann, Sie sind uns aus dem Fernsehen als „Tierflüsterer“ bekannt, arbeiten auch mit Pferden. Warum haben Sie sich jetzt dem Thema Hund angenommen?
Ich arbeite mit allen Tieren, aber Hunde, Pferde und Katzen liegen mir sehr am Herzen. Besonders diese Tiere leben eng mit dem Menschen zusammen und bereichern unseren Alltag so sehr. Viele Hundebesitzer haben aber noch zu wenig das richtige Gespür dafür, welche Bedürfnisse ihr Vierbeiner wirklich hat und was sie alles aus der Beziehung mitnehmen können. Mit diesem Ratgeber kann ich das schlagartig ändern. Leser berichten uns begeistert, wie sich das Zusammenleben mit ihrem Hund verbessert hat, seitdem sie das Buch gelesen haben. Sie betrachten das Tier mit ganz neuen Augen und öffnen sich so einer neuen Welt.

Sie selbst leben mit Ihrem Hund „Rio“. Was lehrt er Sie?
„Rio“ kam als Welpe zu mir ins Haus und ich machte mir anfangs große Sorgen, denn er weigerte sich zu fressen. Alle meine Versuche mit dem besten und teuersten Futter halfen nichts. Er wurde immer dünner und das brachte mich zum Verzweifeln. An einem Tag ging ich näher der Frage nach, warum mein Hund nichts fressen will. Und dann traf mich ein Geis­tesblitz. Ich war nämlich zu der Zeit in einer schwierigen Lebenssituation, hatte viel Stress mit meiner Selbstständigkeit und vergaß selbst regelmäßig und gesund zu essen. Ich begann dann, mich immer mehr mit gesunder Ernährung zu befassen und suchte Rat wegen meiner Essstörungen auf. „Rio“ wollte mich also mit seinem Verhalten warnen und mir aufzeigen, dass etwas mit mir nicht stimmt und ich mich rasch um Hilfe kümmern soll. Seitdem frisst er mit Genuss. 

Was meinen Sie mit dem Titel „Mein Hund hat eine Seele“?
Hunde scheinen zu verstehen, welche Probleme Herrchen oder Frauchen hat. Das ermöglicht es ihnen beispielsweise, uns zu spiegeln – wie „Rio“ mit seiner Essstörung. Aber nicht nur das. Sie wissen auch, was sie tun können, damit der Besitzer wieder in Balance kommt. Dieses Wissen, das Hunde in sich tragen, ist mehr als nur ein Instinkt, Reaktion oder Zufallsprodukt. Für uns ist es die Seele, ein weiser und intuitiver Teil in ihnen. Hunde spüren mit ihrer Seele, was wir an uns ändern müssen, um glücklicher und gesünder zu sein – und sie teilen es uns auch mit.

 

"Tiere haben eine Seele, die genauso Wünsche und Bedürfnisse hat wie die unsere"
Asim Aliloski

Wie sieht energetische Arbeit mit traumatisierten Tieren aus? Steckt hinter jedem schwierigen Hund ein schwieriger Halter? Mehr dazu liest du in der April-Ausgabe der Niederösterreicherin.

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(© Goldegg)
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