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Lifestyle | 10.03.2015

Wo der Esstisch Fendi trägt

Kochen, entspannen, Freunde einladen – der wichtigste Ort der Welt sind die eigenen vier Wände. Expertin Katharina Brier über Trends aus Paris, Qualitätsmöbel und das Wichtigste bei der Raumausstattung: der Mensch und seine Gewohnheiten.

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Glanzvoll: Regal von Domedeco € 1750, Sofa von Rolf Benz, Preis auf Anfrage / Overall in Metallicsilber von Sabine Karner € 269 (© Chris Ecker)

Knapp 120 Jahre Möbelhaus Karner

Sie war 29 Jahre jung, frisch verheiratet und Mama zweier kleiner Kinder, als sie das Zepter übernahm: Katharina Brier trat in die Fußstapfen ihres Vaters, Großvaters und Urgroßvaters – und wurde Geschäftsführerin von Möbel Karner in Gänserndorf. Ihr Uropa Matthias Karner hatte das Traditionsunternehmen anno 1896 als Tischlerei gegründet. An den heutigen Standort in der Hauptstraße war ihr Opa übersiedelt, ihre Eltern hatten das Unternehmen in mehreren Etappen ausgebaut – und auch selbst dort gewohnt. „Ich bin also im wahrsten Sinne des Wortes im Möbelgeschäft aufgewachsen“, verrät Katharina Brier. Manche rebellieren, wenn die Zunft der Eltern allgegenwärtig ist. „Ich bin aber schon als Kind gerne zum Ausmessen mitgegangen.“ Katharina Brier absolvierte an der Wiener Uni Betriebswirtschaftslehre und studierte auch in den USA. Zunächst sei ihr die Heimkehr nach Gänserndorf gar nicht so leicht gefallen. „Doch seit ich meine Kinder habe, bin ich hier stark und glücklich verwurzelt wie nie zuvor“, betont sie. Übrigens: Nach Paulina, heute 17, und Anna, 15, bekamen Katharina und Andreas Brier den kleinen Valentin, heute 6 Jahre alt.

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New Generation: Katharina Brier mit Ehemann Andreas und ihren Kindern Valentin, Anna und Paulina (© Fotodesign Weiß)

Das Haus voller Ideen

Nach mehr als zehn Jahren in der Geschäftsführung beschloss Katharina Brier, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Die altehrwürdigen Fußstapfen der Väter gehörten passend gemacht; sie riefen nach ihrer Handschrift. Seit jeher boten die Karners Möbel nach Maß in Kooperation mit gewissenhaft ausgewählten Tischlereien; am Fokus auf Qualitätsware sollte sich weiterhin nichts ändern. „Doch ich wollte wieder mehr Einrichter sein – mit einer sehr schönen Ausstellung und dem Anspruch auf absolute Perfektion“, sagt die Inhaberin. Im Herbst 2013 brach die neue Ära an: Die integrierte Geschenksboutique musste der Verwirklichung ambitionierter Umbaupläne weichen, auch ein neues Computerprogramm wurde implementiert. „Es ermöglicht komplette Transparenz: Jedes Projekt ist einsehbar, es kann jeder nacharbeiten“, beschreibt sie.

Entscheidungen über die Einrichtung trifft man selten über Nacht, dafür oft für viele Jahre. „Möbel Karner hat den Ruf: Gut, aber teuer. Das ist in Ordnung, aber ich will das auch verantworten können. Qualität steht im Vordergrund, ich will eine langfristige Zusammenarbeit ermöglichen. Wir haben Kunden, die von uns Möbel vor 25 Jahren gekauft haben und sagen, sie stellen nur Scharnieren nach“, sagt Katharina Brier stolz.

Eine wichtige Komponente seien freilich aktuelle Wohntrends, aber: „Unser Ziel ist es, die Wünsche der Kunden zu verwirklichen. Der Mensch, der dort drinnen wohnt, wird oft vergessen – für uns steht er im Mittelpunkt.“ So gibt man dem ersten Kundengespräch viel Raum, um zu erfahren, wie er lebt, was er gern tut. „Auch ein Single kann einen großen Tisch haben, wenn er gerne Freunde einlädt.“

Der junge Untertitel „Das Haus voller Ideen“ wird Schritt für Schritt mit neuem Leben erfüllt. Das Ziel: Den Menschen ein umfassendes Konzept anbieten – inklusive Vorhänge und Böden.

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Lampenfieber: Lampen von Tom Dixon Mirror Ball, Preis auf Anfrage / Top von Callisti € 189 (© Chris Ecker)

Es werde Farbe und Licht!

Als Quelle für Ideen und zur Inspiration dienen Geschäftsführerin Katharina Brier auch internationale Messen. „Ich finde es schön, dass wieder mehr Farbe kommt“, verrät sie. Marsala, die Farbe des Jahres, war bei der Messe in Köln tonangebend, in Paris regierten kräftiges Orange und Curry sowie pulsierendes Rot. Die Renaissance der Edelhölzer sowie die Kombination von Holz mit Hochglanzlack werden laut Einrichtungsexpertin in Italien zelebriert.

Weiter im Trend bleiben Vintage – kombiniert mit Modernem – sowie das 1960er-Revival. Ein fulminantes Comeback feiert die Wandbekleidung: mit hochwertigen Tapeten, edlen textilen Wandbezügen und Holz.

Das Thema Licht wird bedeutend. „Es geht um zwei Inszenierungen: Einerseits reißen wir auf, lassen das natürliche Licht rein, andererseits schaffen wir für den Abend eine schöne Inszenierung mit dekorativem künstlichen Licht. Wir im Speziellen kooperieren hierbei mit professionellen Lichttechnikern“, erklärt Katharina Brier.

Außerdem verdrängt die Küche weiter das Wohnzimmer aus dem Rampenlicht. „Ich habe kürzlich gelesen: Die Küche ist der neue Porsche. Und das stimmt auch wirklich.“

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Inne halten: Tisch von Fendi, Preis auf Anfrage, Küche von Intuo, Preis auf Anfrage, Sessel Leslie in Leder von Wittmann € 1.391 / Bustierkleid Sabine Karner € 139 (© Chris Ecker)
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