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Lifestyle | 08.10.2015

Schicksal als Chance

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Regina Helmreich (© Privat)

Oktober=Pink Ribbon-Monat

Bruskrebs darf kein Tabu mehr sein, betonen sie. Drei Frauen berichten offen und ehrlich, wie es ihnen im Kampf gegen die Krankheit geht, wie sie lernten, ihr Leben neu zu ordnen und was ihnen Kraft und Mut gibt. Für diesen Artikel interviewten wir die vielseitige, tiefgründige und sehr sympathische Krankenschwester, Yoga-Lehrerin und Mama Regina Helmreich aus Groß Gerungs. Weitere Berichte zum Pink Ribbon-Monat findest du in unserem Oktober-Heft in deiner Trafik bzw. online in den kommenden Wochen.

"Es zog mir den Boden unter den Füßen weg"

16 Jahre lang stand sie auf der anderen Seite. 16 Jahre lang kümmerte sie sich als Intensivkrankenschwester um das Wohl von unzähligen Patienten. Bis Regina Helmreich eines Tages selbst auf dem Spitalsbett liegen musste. Als zweifache Mama, 41 Jahre jung und mit fünf Tumoren in der Brust. Ausgerechnet Weihnachten verbrachte die Mutter zweier Söhne im Schulalter im Krankenhaus. „Es waren im Spital alle so bemüht, wir bekamen sogar einen eigenen Raum, damit wir ein bisschen feiern können. Doch ich war am Boden zerstört“, erinnert sie sich.

Der erste Knoten wurde bei einer Routineuntersuchung entdeckt, die insgesamt fünf beim Ultraschall. „Es zog mir den Boden unter den Füßen weg“, sagt sie. Es mussten ihr beide Brüste abgenommen werden, gleichzeitig wurde ein Aufbau gemacht. Schmerzhafte Monate der Wundheilung folgten. Derzeit macht sie eine Antihormontherapie – inklusive Kräfte zehrender Nebenwirkungen: Da sind Gelenkschmerzen, Unruhe, massive Hitzewallungen, Finger werden immer wieder steif... Und dennoch ist sie überzeugt: „Das Wichtigste ist, dass man eine solche Situation auch als Chance sieht. Dass man sein Leben überdenkt und sich die Frage stellt, ob es vielleicht etwas zu ändern gibt.“

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"Menschen, für die es ganz klar ist, dass ich es schaffe, geben mir viel Kraft und Energie" (© Privat)

Sie selbst habe sich in den Jahren vor der Diagnose vergessen. Da war die Arbeit im Krankenhaus, Haus und Garten und zusätzlich hielt sie Yogakurse. „Es war zu viel, ich kam über meine Grenzen.“ Heute macht sie wieder Yoga für sich – für ihren Körper, zur Entspannung und zum Meditieren. Sie hat ihre Arbeitsstunden reduziert. Sie freut sich auf den Wiedereinstig im Job, allerdings abseits vom Krankenbett, vielmehr im administrativen Bereich.

Die Krankheit habe sie vieles gelehrt. Etwa den Moment zu genießen, eine aufgehende Sonne oder Vögel fliegen zu sehen. Und nicht zuletzt, auf welche Menschen sie sich verlassen kann. Ihr Mann, ihre Partnerschaft sei ihr stets eine enorme Stütze. „Natürlich mit allen Höhen und Tiefen. Man muss sich immer vor Augen halten: Der Partner erlebt alles mit, spürt auch Ängste und Ungewissheit, begegnet dem Thema Tod genauso“, erklärt sie. Offen und ehrlich habe sie auch mit ihren Söhnen über ihre Erkrankung gesprochen. Und dabei stets betont, dass sie auf Gottes Hilfe hofft. Der Glaube gibt ihr Kraft. So wie jene Freunde, die ihr immer den Rücken stärken. Mitleid ließe sich kaum in Energie umwandeln, findet Regina Helmreich. „Doch Menschen, für die es ganz klar ist, dass ich es schaffe, geben mir viel Kraft und Mut.“


Die Österreichische Krebshilfe NÖ ist ein gemeinnütziger Verein, der die Beratung und Betreuung niederösterreichischer Krebskranker und ihrer Angehörigen zum Ziel hat. Zudem leistet sie Krebsvorsorgearbeit und fördert die Krebsforschung. Sie trägt den Spendengütesiegel und jede Spende ist steuerlich absetzbar. Spendenkonto: IBAN AT90 5300 0032 5560 0590, BIC HYPNATWWXXX, Hypo NÖ Landesbank

Infos: Tel. 050899/2297 oder 2279, www.krebshilfe-noe.at

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