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Lifestyle | 18.02.2015

Runter vom Gas

Antistress-Programm mit Gute-Figur-Kick: Auf Schneeschuh-Tour mit Christa Strametz aus St. Aegyd. Die Belohnung: Entschleunigung, atemberaubende Landschaft und gute 800 Kalorien weniger. Ideal selbst für Sportmuffel wie mich.

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Powerfrau Christa Strametz (© Mostviertel Tourismus/Weinfranz)

Es ist fast überirdisch. Doch ganz sicher märchenhaft. Der Mond erhellt die Landschaft, in seinem Schein funkelt und glitzert der Schnee. Der Kreislauf arbeitet auf Hochtouren, die Kälte spürt man nicht, die Wangen glühen. Eine leichte Brise lässt die Schatten, die mächtige Bäume werfen, zart über das Weiß tänzeln. „Bei Vollmond braucht man nicht einmal eine Stirnlampe“, sagt Christa Strametz, in deren Stapfen eine Gruppe an Menschen tritt, der es vor lauter Faszination die Sprache verschlagen hat. Die Zeit steht still, man hört nur das Knistern des frischen Schnees unter den Schuhen. „Die Vollmondwanderung habe ich mir zunächst vor allem für Mütter einfallen lassen – damit sie auch wirklich Zeit haben. Mittlerweile ist die nächtliche Tour aber ganz gemischt“, erklärt die leidenschaftliche Sportlerin, der man ihre 50 Jahre einfach nicht glauben mag. Ihr gar nicht geheimes Rezept: Sport und Natur.

In einer Zeit, in der alles rasanter wird, stieg Christa Strametz quasi sportlich auf die Bremse. Seit fast zehn Jahren führt die sympathische Dame Schneeschuhwanderungen in St. Aegyd im Mostviertel. Und zwar für Frau und Mann, für jedes Alter, ganz egal ob Sportfreak oder Couch-Potato.

Sie gehörte vor Jahren zu den Trendsettern, heute boomt ihr Projekt. „Als nach Weihnachten endlich der erste Schnee gefallen war, war ich an einem einzigen Wochenende zehn Stunden mit verschiedenen Gruppen unterwegs“, sagt sie stolz.

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(© Mostviertel Tourismus Weinfranz)

Trend mit Geschichte

Ihre berufliche Laufbahn hatte eigentlich ganz woanders begonnen: nämlich in der elterlichen Fleischerei. „Aber wir sind alle sportlich aufgezogen worden“, verrät Christa Strametz. „Skifahren müssen in St. Aegyd sowieso alle können. Zudem habe ich früher noch Ballett getanzt, bin Rennrad gefahren und Dressur geritten.“ Mit ihrem Mann eröffnete sie später ein Sportgeschäft in Traisen, das heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Zum Schneeschuhwandern kam sie über das Nordic Walken. Als der Boom hierzulande seinen zarten Anfang nahm, vor fast 15 Jahren, war Christa Strametz sofort Feuer und Flamme. „Nordic Walking ist eine Sportart, die du überall machen kannst. Du brauchst nur die Stecken, kannst sie eine halbe oder drei Stunden ausüben. Und es ist Ausdauersport – wenn du das regelmäßig machst, hast du eine bessere Kondition beispielsweise beim Radfahren“, schwärmt sie. Sie nahm die Sache von Beginn an ernst; mittlerweile bildet sie – als Franchisenehmerin von Franz Gansers „nordicsports academy“ – selbst Nordic Walking Instructors aus.

Doch ihr heiß geliebter Schnee machte ihr quasi Winter für Winter einen Strich durch die Rechnung. Trotz der Leidenschaft zum Skifahren vermisste sie das entschleunigende Nordic Walken. „Bis ich das Schneeschuhwandern für mich entdeckte“, strahlt die Mama zweier erwachsener Kinder.

Das Schneeschuhwandern blickt freilich auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück. Als Hobby war das Stapfen durch den Schnee auf riesigen Tellern hierzulande allerdings kaum bekannt. Sie kontaktierte Vertriebe – die Schneeschuhe kommen vorrangig aus Kanada –, bekam zunächst Leihmaterial zur Verfügung gestellt. „Früher waren Schneeschuhe fast runde, mit Tierdarm bespannte Teller, die wie Tennisschläger aussahen. Bei uns sind das heute ja quasi Hightech-Geräte aus Alu und mit Textilbespannung. Die Bindung funktioniert auf Knopfdruck“, erklärt die Expertin. Lange stapfte sie aber nicht alleine durch den Schnee – das Interesse von Jung und Alt war schnell geweckt.

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(© Mostviertel Tourismus Weinfranz)

Kalorienkiller ohne Alterslimit

Und heute funktioniert das so: Entweder man meldet sich zu Fixterminen an oder vereinbart individuelle Touren. So kämen beispielsweise Pensionisten gerne unter der Woche. Denn ein Alterslimit gibt es nicht. „Meine bisher ältesten Teilnehmer waren über 80 und auch keine Leistungssportler – sie sind extra aus Nürnberg angereist.“

Material zum Verleihen hat Christa Strametz selbst im Talon; wichtig ist allerdings, dass alle wasserfestes Schuhwerk, oben leichte Bekleidung und Gewand zum Umziehen mitnehmen. Denn ins Schwitzen kommt man ordentlich.

Die Wege geht die Tourführerin zuvor jeweils ab. „Und wenn ich die Gruppe sehe, kann ich schon einschätzen, was zumutbar ist. Dann stapfen wir los, bergauf, bergab, manchmal über Bäche, damit es ein bissl lustig ist.“ – „Schneeschuhwandern vereint einfach so viel: Bewegung und Entspannen, Relaxen und Natur pur.“ Zur Belohnung gibt es übrigens zwischendurch oder im Anschluss eine kulinarische Stärkung in den umliegenden Gasthäusern. Denn Hunger und Durst kommen, das ist fix. Immerhin werden in nur rund zwei Stunden 800 bis 900 Kalorien verbrannt.


Wie und wo Schneeschuh-Touren in NÖ angeboten werden, erfährst Du in der Februar-Ausgabe der NIEDERÖSTERREICHERIN.

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