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Lifestyle | 14.08.2017

Der Box-Versuch

Muss frau nicht, ich liebe es aber: Kochen. Nur wenn ich endlich Zeit habe und will, hat nichts mehr offen. Kann „Marley Spoon“ mein Problem lösen? Der familiäre Selbstversuch.

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(© Viktória Kery-Erdélyi)

Kinder sind nicht einfach ein Geschenk, Sie sind ein überdimensionaler Geschenkekorb in glänzendes Zellophan und mit Riesenschleife eingepackt. Oben sind die wunderbaren Sachen, unter dem Berg eher die, die man eben nicht auf den ersten Blick sehen muss.
Wenn der Gaumen mit dem Schwangersein Zigaretten-, Leberkäse- und Energygetränk-Eskapaden aus der kinderlosen Zeit erfolgreich überwunden hat, kommt die Freude über Selbstgekochtes. Der Körper applaudiert, der Geist hinkt nach: Da gehören Rezepte gesucht, geplant, eingekauft. Man muss nicht, ich liebe das Kochen aber. Die Timeslots, die ich für diese Leidenschaft einplane, sind nicht selten weit nach Sonnenuntergang. Dann, wenn logischerweise nichts mehr offen hat. Natürlich passiert es durchaus, dass ich mich mit zwei Kindern an der Hand nach der Arbeit in einen Supermarkt verirre; allerdings habe ich im Überfordertsein des Mamialltags ein erstaunliches Talent entwickelt, das Wichtigste auf der Einkaufsliste eben nicht zu kaufen.
Da trällert meine wunderbare Chefredakteurin etwas von einer Box in den Hörer, der, einer Zauberkiste gleich, die Lösung meines Problems sein könnte. „Marley Spoon“ nennt sich das wundersame Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Menschen mit Rezepten inklusive (fast) aller Zutaten zuhause zu versorgen. Noch dazu will man bemüht sein, möglichst regionale Produkte in möglichst wiederverwertbarer Verpackung zu liefern. Worauf noch warten? Der Selbstversuch kann beginnen!
Zum Start gibt es eine verlockende Speisekarte, aus der man wählen darf. Die Lieferfenster bestimmt man selbst. Prima für Berufstätige: Unsere Boxen begrüßen uns schon vor dem Schulstart am Morgen. Der Erfahrungsschatz des 2014 gegründeten Start-ups „Marley Spoon“ ist groß: Mittlerweile ist das Unternehmen in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Australien und in den USA aktiv.

„Marley Spoon“
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PREMIERE. Schön und schlau verpackt: der beste Ehemann mit der ersten Kochbox (© Viktória Kery-Erdélyi)
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(© Viktória Kery-Erdélyi)

An meine Adresse kommen in der Tat zum Großteil heimische Waren: Fleisch aus Österreich, NÖM-Milchprodukte, Sonnentor-Gewürze, Felix-Ketch­up. Die Verpackung ist schlau: Zu kühlende Lebensmittel werden umhüllt von wiederverwendbaren Akkus (Plastiksackerl mit Kühlgel) geliefert. Lebensmittel sollen möglichst keine verschwendet werden, also kommt alles sehr präzise portioniert. Der Wermutstropfen: Für so exakte Mengen kommt man kaum an Verpackung verschlingenden Miniportionen vorbei. Ein Beispiel: Der Hartkäse für die Familienportion Maccheroni wird in vier Minisackerl gebracht. Das ehrgeizige Bestreben, möglichst recyclebar zu verpacken, ist dennoch als durchgängiges Konzept erkennbar.
Dann wollen wir mal kochen! Die Zubereitungszeit mit 30 bis 40 Minuten ist zumutbar, die Rezepte sind leicht verständlich, die Reihenfolge ist logisch. Alles in allem ermöglicht die „Marley Spoon“-Box eine prima Aufgabenteilung mit dem besten Ehemann und unseren Rabaukinnen. Der wunderbare Effekt: Es ist wie mit dem selbst angebauten Gemüse. Meine Mädels futtern lieber unreife Paradeiser vom eigenen Strauch als das beste gekaufte Gemüse. Der Erdäpfel-Gurken-Salat, in den unsere Elena mit vollem Körpereinsatz das Dressing hineinmassierte, „schmeckt vorzüglich“; nach dem Pute-Panieren ist Alma überzeugt, in den Nuggets ihre neue Lieblingsspeise entdeckt zu haben.
Auch den Erwachsenen schmeckt‘s, und ebenso die Preise sind vertretbar: Preise für Kochboxen für zwei bis drei Personen starten ab
€ 6,60 pro Gericht, für vier Personen ab € 4,55.

Fazit: „Marley Spoon“ könnte uns wiedersehen. Eine Sache kommt zu kurz: die Kreativität. Also bleibe ich trotzdem auch meinem „Was der Kühlschrank hergibt“-Konzept treu.

 

Speck-Maccheroni Amatriciana nach klassischem Rezept

Das kommt in der Box:
2 x 100 g Salatmix
2 Dosen geschälte Tomaten
80 g Gran Biraghi Hartkäse
2 Zwiebel
2 Packungen Bauchspeck
500 g Maccheroni

Das brauchen Sie zuhause:
Balsamicoessig
Olivenöl
Salz, schwarzer Pfeffer

Speck-Maccheroni Amatriciana nach klassischem Rezept
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(© Viktória Kery-Erdélyi)
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TEAMWORK. Die Box ermöglicht eine gute Aufgabenteilung mit Kindern. (© Viktória Kery-Erdélyi)
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(© Viktória Kery-Erdélyi)

Zubereitung
1. Die Zwiebel schälen, halbieren und in kleine Würfel schneiden. Währenddessen einen großen Topf mit ausreichend gesalzenem Wasser für die Maccheroni zum Kochen bringen.
2. Den Speck in sehr dünne Streifen schneiden.
3. Sobald das Wasser kocht, die Maccheroni ca. 10-12 Minuten al dente (gar, aber leicht bissfest) kochen, dann absieben und dabei eine halbe Tasse des Kochwassers auffangen. Die Maccheroni warm beiseitestellen.
4. Inzwischen eine mittlere Pfanne mit 1 EL Öl auf mittlerer Stufe erhitzen und die Zwiebelwürfel darin mit einer Prise Salz ca. 5-6 Minuten weich und glasig braten.
5. Speck dazugeben und weitere ca. 3-4 Minuten anrösten, bis er knusprig wird. Anschließend mit den Tomaten ablöschen. Die Sauce ca. 3-4 Minuten einkochen. Währenddessen aus 2 EL Balsamicoessig, 1 EL Wasser, 1 EL Olivenöl ein Dressing rühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
6. Die Maccheroni mit der Sauce vermengen, Hälfte des Käses hineinreiben und löffelweise Kochwasser dazugeben, bis die Pasta glänzt und alles gut benetzt ist. Den Salat mit dem Dressing marinieren und dazu servieren, Pasta anrichten und den übrigen Käse darüberreiben.

 

Knusprige Putennuggets mit Tomaten-Salsa und Kartoffelsalat

Das wird geliefert:
5 g „Laszlos Gulaschgewürz“ von Sonnentor
Kartoffeln
2 Packerl Ketchup
5 Tomaten
1 Salatgurke
200 g Semmelbrösel
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 rote Thaichili
1 Packung Putenbrust

Das sollte man vorrätig haben:
Salz, schwarzer Pfeffer
Pflanzenöl
Weizenmehl
Olivenöl
Essig

Knusprige Putennuggets mit Tomaten-Salsa und Kartoffelsalat
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(© Viktória Kery-Erdélyi)

Zubereitung
1. Einen mittelgroßen Topf mit ausreichend gesalzenem Wasser für die Kartoffeln zum Kochen bringen. Währenddessen die Kartoffeln waschen und mit der Schale längs halbieren. Dann ca. 15-20 Minuten gar kochen, absieben und abkühlen lassen.
2. Zwiebel, Chili, Knoblauch und Tomaten grob hacken. Die Gurke längs halbieren und in ca. 5 mm dünne Scheiben schneiden. Die abgekühlten Kartoffeln in mundgerechte Stücke schneiden.
3. Tomaten mit 1 EL gehackten Zwiebeln, Ketchup, Knoblauch, 1 EL Laszlos Gulaschgewürz und je nach Geschmack Chili in einem hohen, schmalen Gefäß mit dem Stabmixer pürieren. Salsa mit Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken.
4. Aus 4 EL Mehl und 60-70 ml kaltem Wasser einen glatten, dickflüssigen Teig rühren und mit einer Prise Salz würzen. Das Fleisch trocken tupfen, in ca. 2 cm dicke und fingerlange Streifen schneiden. Nun die Streifen erst in den Teig eintauchen, dann in den Semmelbröseln wenden, bis alles bedeckt ist.
5. Eine große Pfanne ca. 1 cm hoch mit Pflanzenöl befüllen und auf mittelhohe Stufe erhitzen. Dann die panierten Putenstreifen darin für ca. 4-5 Minuten von allen Seiten knusprig braten. Anschließend auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und mit ein wenig Salz würzen.
6. Aus den restlichen Zwiebeln, 2 EL Wasser, 3 EL Essig und 3 EL Olivenöl ein Dressing rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kartoffeln und Gurken mit dem Dressing vermengen, nach Geschmack erneut salzen und pfeffern. Putennuggets mit Kartoffel-Gurkensalat und Salsa-Dip servieren.

 

Hühnermedaillons in Senfsauce mit Lauch und Ofenkartoffeln

Das bekommt man geliefert:
1 Packung Hühnerbrust
1 Zwiebel
3 Packerl Senf
2 Stangen Lauch
Kartoffeln
3 g „Alles im Grünen“-Sonnentor-Gewürzmischung
250 ml Schlagobers

Was man zuhause braucht:
Salz, schwarzer Pfeffer
Hühnersuppenwürfel
Olivenöl

Hühnermedaillons in Senfsauce mit Lauch und Ofenkartoffeln
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NACH SONNENUNTERGANG. Für dieses Gericht schwinge ich abends spät den Kochlöffel – gelingt trotzdem prima. (© Viktória Kery-Erdélyi)
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(© Viktória Kery-Erdélyi)

Zubereitung
1. Den Ofen auf 200°C Umluft oder 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Lauch der Länge nach halbieren, waschen und in schräge, feine Streifen schneiden.
2. Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden.
3. Die Kartoffeln halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit 1 EL Olivenöl beträufeln und mit 1 Prise Salz würzen, dann für ca. 20-25 Minuten in den Ofen geben, bis sie gar und goldbraun sind.
4. Das Fleisch in ca. 2-3 cm dicke Medaillons schneiden und mit Salz und Pfeffer würzen. Nun in einer großen Pfanne auf mittlerer Hitze ca. 1 EL Olivenöl erwärmen und das Fleisch von jeder Seite ca. 2-3 Minuten anbraten. Aus der Pfanne nehmen und warm halten, Pfanne aufbewahren.
5. Nun in der gleichen Pfanne die Zwiebeln und den Lauch mit 1 TL Olivenöl glasig anschwitzen und den Senf einrühren. Mit dem Schlagobers ablöschen. Einen halben Hühnersuppenwürfel darin auflösen und alles für ca. 3-4 Minuten köcheln lassen, mit 1 EL der Gewürzmischung, Salz und Pfeffer abschmecken.
6. Zum Schluss das Fleisch hinzufügen und für weitere ca. 8-10 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und gelegentlich umrühren. Sobald die Kartoffeln goldgelb und gar sind, eventuell nachwürzen und dazu servieren.

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