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Lifestyle | 23.10.2015

"Angelina Jolie ist mein Vorbild"

Brustkrebs darf kein Tabu mehr sein, betonen sie. Betroffene berichten offen und ehrlich, wie es ihnen im Kampf gegen die Krankheit geht, wie sie lernten, ihr Leben neu zu ordnen und was ihnen Kraft und Mut gibt. Diesmal im Gespräch: Natalie Hofer. Sie war kaum geheilt, drohte das Risiko erneut. Die junge Badenerin wählte einen mutigen Weg.

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Mutige Mama: Natalie Hofer (© Viktória Kery-Erdélyi)

"Gabriela, jetzt bin ich selbst betroffen und brauche dich"

Sie war 25 Jahre jung, als ihr Vater an Krebs starb. Natalie Hofer fiel damals in ein tiefes Loch. Mit viel aufregendem Leben im Gepäck riss sie dort ihr Sohn Gabriel heraus. Mit ihrer Schwangerschaft schlug sie ein neues Kapitel auf. Sie machte eine Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin, absolvierte auch bei der Krebshilfe ein Praktikum. „Meine Oma war an Krebs erkrankt, mein Vater und noch zwei Cousinen – ich wollte mich für Krebskranke engagieren“, sagt sie. Doch dann kam alles anders...

Sie entdeckte einen Knoten in der Brust. „Ich hatte keine Angst. Und trotzdem: Ich ließ mir eine Kurzhaarfrisur schneiden und bemühte mich um ein besonders schönes Weihnachtsfest“, beschreibt Natalie Hofer, heute 37. Nach den Feiertagen der Anruf des Arztes – mit dem Ergebnis der Biopsie: bösartig. „Mich hat es im wahrsten Sinne des Wortes auf die Couch umgehauen. Ich fragte mich: Was habe ich verbrochen?“, erinnert sie sich. Sie kontaktierte die Krebshilfe und sagte: „Gabriela (Mausser, Psychoonkologin, Anm.), jetzt bin ich selbst betroffen und brauche dich.“

Doch sie habe sich schnell wieder gefangen. „Ich sagte mir: Das ist jetzt eine Übung im Vertrauen. Ich muss den Ärzten vertrauen.“ Mit ihrem Sohn sprach sie so offen wie möglich. „Ich glaube, je mehr Fragen man beantwortet, desto weniger belastet es ein Kind.“

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Natalie Hofer wollte sich selbst für Krebskranke engagieren – doch dann erkrankte sie selbst (© Viktória Kery-Erdélyi)

Angelina Jolie im Hinterkopf

Es folgte die Chemotherapie, dann wurde der Tumor entfernt. Kaum hatte sie die OP gut hinter sich gebracht, empfahlen die Ärzte der Risikopatientin auf Grund ihrer Familiengeschichte einen Gentest. „Da war ich mehr aufgelöst, als nach der ersten Diagnose“, sagt sie. Mit Angelina Jolie im Hinterkopf als Vorbild, machte sie den Test. Das Ergebnis war eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit auf eine neuerliche Erkrankung. Sie ließ sich ebenfalls beide Brüste abnehmen und gleichzeitig einen Aufbau machen.

Vor dem Tod fürchte sie sich nicht, „ich will so leben, dass ich eines Tages auch ruhigen Gewissens gehen kann“. Aber der Krebs habe sie auch gelehrt, das Leben zu lieben, den Moment zu genießen. „Ich habe gelernt, Prioritäten richtig zu setzen, bewusster, offener durchs Leben zu gehen. Es ist mir egal, wie viel Geld ich am Konto habe. Wichtig ist mir mein Sohn und die Zeit mit ihm“, betont sie.

Heute geht es Natalie Hofer gut, ihre Wunden sind verheilt. Sie ist dankbar für all die Unterstützung ihres Lebensgefährten und vieler anderer. Ein Stück Selbsttherapie steckt auch im neuen beruflichen Weg: Sie ist nunmehr Rhythmische Lebensbegleiterin, wobei das Trommeln auch als Therapie für Menschen jeden Alters eingesetzt wird (www.siman.at).


Die Österreichische Krebshilfe NÖ ist ein gemeinnütziger Verein, der die Beratung und Betreuung niederösterreichischer Krebskranker und ihrer Angehörigen zum Ziel hat. Zudem leistet sie Krebsvorsorgearbeit und fördert die Krebsforschung. Sie trägt den Spendengütesiegel und jede Spende ist steuerlich absetzbar. Spendenkonto: IBAN AT90 5300 0032 5560 0590, BIC HYPNATWWXXX, Hypo NÖ Landesbank

Infos: Tel. 050899/2297 oder 2279, www.krebshilfe-noe.at

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