Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 06.05.2015

"Ist der Mann wirklich so stark wie er scheint?"

Mit dem Pinsel um die Welt: Der Künstler Manfred Paar aus Neunkirchen über trügerische Fassaden und die Faszination Mann

Bild Hurdles of Life 80x120cm.jpg
Manfred Paar: Hurdles of Life (© Manfred Paar)

Der künstlerische Werdegang des niederösterreichischen Malers Manfred Paar ist beachtenswert. Mit der Ausstellung seiner Werke bei der Miami River Art Fair 2014 und der NTFA Gallery in Florida im Mai 2015 erlebt seine Karriere erste Höhepunkte in den USA. Angelica Pral-Haidbauer traf den Künstler zum Interview.

Der männliche Körper ist in der derzeitigen bildenden Kunst nicht sehr präsent. Sie jedoch haben diese „Nische“ zu Ihrem Spezialthema gemacht. Warum?
Als Künstler versuche ich einen authentischen und sehr persönlichen Weg zu gehen. Die Themen meiner Arbeiten spiegeln mein Innerstes wider und bringen meine Empfindungen zum Ausdruck. Egal ob ich nun eine Stadt, ein Portrait oder ganz alltägliche Gegenstände male – ich habe immer einen sehr starken Bezug zu den Motiven. Zahlreiche Einflüsse finden sich in meiner Arbeit wieder – ich habe großes Interesse an Architektur und Design und lasse mich auch sehr gerne von Kunst und Musik inspirieren. Aber die größte Inspirationsquelle für mich ist der Mensch. Ob das nun ein ausdrucksstarkes Gesicht ist, ein Körper in einer dynamischen Bewegung oder einfach nur das Licht- und Schattenspiel am menschlichen Körper – die Faszination ist immer gleich groß für mich. 

Mich mit dem männlichen Körper in meiner Arbeit vermehrt zu beschäftigen, hat sicher auch mit dem Reiz am Außergewöhnlichen zu tun. Der Mann als solcher ist in der Kunst eher eine Randerscheinung – und wenn dieses Thema dann auch noch von einem Mann aufgegriffen wird, kann man dies schon als sehr außergewöhnlich bezeichnen. Mich fasziniert es, den Mann in all seinen Facetten zu zeigen – auf den ersten Blick erscheint er stark und makellos, blickt erhaben und selbstbewusst aus der Szenerie. Aber wie so oft kann auch hier der Eindruck täuschen: Ist der Mann wirklich so stark wie er scheint – oder ist dies alles nur eine Fassade, um von seinen Ängsten und Schwächen abzulenken? Will oder kann er sich diesen nicht stellen? Sind es gesellschaftliche Normen, die ihn daran hindern? Und schafft er es je, diese zu durchbrechen? Gerade diesen Gegensatz der oft vor Kraft strotzenden Fassade und des sensiblen Inneren des Mannes möchte ich in meinen Arbeiten mit viel Ästhetik und Leidenschaft zum Ausdruck bringen. 

Wenn ich also eine Nische besetze, dann immer mit der Option, sie auch jederzeit wieder verlassen zu können. Ich möchte kein „Schubladendenken“ bedienen – auch Stillstand ist fürchterlich für mich  –, ich möchte mich als Künstler weiterentwickeln und jederzeit die Möglichkeit haben, mich immer wieder neuen Themen zu widmen, wenngleich das Thema Mann auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil in meiner Arbeit sein wird.

 

Bild Lost in thoughts 80x120.jpg
Lost in Thoughts (© Manfred Paar)

Wie beschreiben Sie den Weg Ihres künstlerischen Schaffens?
Meine Kreativität lebe ich seit meiner frühesten Kindheit aus. Auch durch meine schulische Ausbildung und meinen beruflichen Werdegang war Kreativität stets ein wichtiger Faktor in meinem Leben. Eine persönliche „Lebensprüfung“ um die Jahrtausendwende hat mich zur Malerei gebracht. Ich entdeckte darin ein Ventil, um Dinge zu verarbeiten, die mich zu dieser Zeit sehr beschäftigten. Nach ersten zaghaften Gehversuchen entwickelte ich nach und nach meinen eigenen Stil; ich schaffte es, in meinem Ausdruck so etwas wie meine eigene Handschrift zu kreieren.

Durch Ermutigungen aus meinem Freundeskreis wagte ich 2004 den ersten Schritt in die Öffentlichkeit und zeigte meine Arbeiten erstmals in einer Ausstellung. Was damals in kleinen Schritten begann, hat sich für mich zu einer veritablen Erfolgsstory entwickelt! In zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen konnte ich bisher meine Werke einem interessierten Publikum näherbringen. Als Highlights ist hier sicherlich die Teilnahme an der Art Innsbruck im vergangenen Jahr zu erwähnen und bei der Miami River Art Fair 2014 durch die Nina Torres Fine Art Gallery vertreten worden zu sein. Im Mai dieses Jahres werden meine Arbeiten wieder bei einer Ausstellung der NTFA Gallery in Florida zu sehen sein. Besonders Freude bereitet es mir natürlich, dass die Zahl der stolzen Besitzer von „Paars“ stetig wächst. So finden sich meine Arbeiten in zahlreichen Privatsammlungen rund um den Globus wieder. Kunstliebhaber von Wien über Berlin und New York bis nach Mexiko City zählen zu meinen Kunden.

 

 

Bild Faces Vol. 5 60x60cm.jpg
faces Vol.5 (© Manfred Paar)

Kaufen mehr Frauen Ihre Kunst?
Hier ist – zum Glück – keine klare Tendenz erkennbar, was dafür spricht, dass sich sowohl Männer als auch Frauen von meiner Kunst gleichermaßen angesprochen fühlen. Auch das durchwegs positive Feedback quer durch alle Gesellschaftsschichten zeigt mir, dass ich mit meiner Arbeit auf einem guten Weg bin. 

 


Bild Manfred PAAR.jpg
Manfred Paar (© Manfred Paar)

Geboren 1973 in Neunkirchen. Durch sein Interesse an Kunst und Design und seiner Tätigkeit in Architekturbüros stand stets das Gestalterische im Blickpunkt seiner Arbeit. Die bevorzugten Materialien sind Acryl auf Leinwand, ergänzt durch Akzente wie Blattgold oder Blattsilber. Zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland. Seine Arbeiten finden sich in Privatsammlungen u.a. in Wien, Mexico City, Berlin und New York.

Info: www.manfredPAAR.at

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus