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People | 09.02.2016

Es werde (Rampen)licht!

Daheim bei „Musical Mami“ Caroline Vasicek-Pfeifer: Wie es ist, wenn Künstler zum Handwerken die Ärmel hochkrempeln und an welchen neuen Projekten sie daheim und für die Bühne arbeitet, verriet sie der NIEDERÖSTERREICHERIN in ihrem Haus in Gablitz.

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(© Emmerich Mädl)

Eine weiße Treppe schlängelt sich aus dem Vorzimmer ins Obergeschoß; die strahlende Sonne aus dem großzügigen Dachfens-ter setzt sie majestätisch ins Rampenlicht. Abends erhellt dieselben Stufen eine rotorange Lampe mit gerafftem XXL-Schirm. Die Liebe zu ihrem Boris Pfeifer entstand vor 16 Jahren aus einer großen Freundschaft, in der nie die Gesprächsthemen, nie das Lachen ausgingen, verrät Caroline Vasicek. In die Lampe hat sie sich quasi im Vorbeigehen verschaut. „Ich habe nur auf den richtigen Raum für sie gewartet“, sagt sie mit einem Augenzwinkern (gekauft in der „Wohnzeile 4“, 1060 Wien). Wir pfeifen den staunenden Blick vom Ober- ins Erdgeschoß zurück. Viel Licht. Viel Luft. Wenige Wände im weiträumigen Wohn- und Essbereich. In der Küche, im Badezimmer und auf der Veranda Zementfliesen mit prachtvollen Mustern, in fantastischen Farben. „Sie werden per Hand in Portugal hergestellt“, erklärt der handwerklich geschickte Hausherr.

80er-Jahre goes Vintage

Den romantischen, historisch anmutenden Look hauchten die Musicalstars dem Gablitzer Haus aus Anfang der 1980er-Jahre selbst ein. Zeit spielt nur eine Nebenrolle; das inszenierende Zepter halten Geduld und Geschmack inne. Anders gesagt: Die Vasicek-Pfeifers haben immer irgendwo ein bissl Baustelle, arbeiten sich detailverliebt Raum für Raum vor.

Um Umbau und Renovierungsarbeiten ranken sich in den vergangenen Jahren viele nervenaufreibende, aber auch – zumindest im Nachhinein – amüsante Geschichten. „Den Holzboden haben wir selbst gebeizt. Er wurde viel zu dunkel, erschreckend dunkel“, lacht Caroline Vasicek, die prompt zum Hörer griff, um die Herstellerfirma zu konsultieren. „Keine Sorge: Das bleibt nicht so“, hieß es dann. „Das dunkelt mit der Zeit noch nach“, lautete die skurrile Antwort. Glücklicherweise war es falscher Alarm (der Boden punktet mit wunderschönem Rotbraun), ebenso wie die erst nach getaner Arbeit gelesene Warnung vor schlimmen Hautirritationen …

 
Im Talk: Caro Vasicek-Pfeifer
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DAS KLAVIER. Ein Herzstück im Hause Vasicek-Pfeifer (im Interview mit V. Kery-Erdélyi) (© Emmerich Mädl)
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(© Emmerich Mädl)
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(© Emmerich Mädl)

Die Bühne: ein Geschenk

Caroline Vasicek war zarte zehn Jahre alt, als sie das erste Mal auf der Bühne stand. Sicher nicht unaufgeregt, aber kaum „herzflatternd“, so leger, wie sie das erzählt. Dabei teilte sie schon damals die Bretter, die die Welt bedeuten mit viel Prominenz: mit Ingrid Thurnher (!), mit der sie gemeinsam die Erzählerin im Musical „Joseph“ verkörperte, Thomas Forstner und Oliver Baier. Zur damals traditionellen, jährlichen „Gablitzer Show“ hatten sie ihre Eltern gebracht. „Mein Papa arbeitete bei IBM, Mama war Physiotherapeutin. Aber als Hobby war ihnen die Musik immer sehr wichtig.“ Seit unglaublichen 30 Jahren steht Caroline Vasicek nunmehr auf der Bühne. Lange seien ihre Eltern, die übrigens im Nachbarhaus wohnen, „die gesunde Bremse“ für eine künstlerische Karriere gewesen. Auch sie selbst hatte ein Medizinstudium nach der Matura angepeilt. Die Aufnahmeprüfung an der Peter Weck-Musicalschule inklusive einen Sommer lang Vorbereitung wollte sie zuvor noch wagen. „Da waren 400 Anmeldungen, nur drei wurden genommen – und plötzlich war ich dabei“, erzählt sie, als könnte sie ihr Glück noch immer nicht fassen. „Ich bin da so reingeschlittert. Ich war nicht verbissen; all das, was ich erleben und erreichen durfte, war wie ein Geschenk.“ Sie wird schnell zum Aushängeschild nicht nur der heimischen Musicalszene: Sie spielt „Elisabeth“, „Grease“ und „Jesus Christ Superstar“. Als die Schöne in der deutschsprachigen Uraufführung des Disney-Klassikers „The Beauty and the Beast“ gelingt ihr der große Durchbruch. „Ich wurde so gehypt, fühlte mich wie im Rausch: so glücklich und stark“, schwärmt sie. Neu ist aber auch der Umgang mit der Presse, mit der Tatsache, dass Kritiker nicht nur Rosen streuen. „Ich musste auch lernen zu schlucken.“ Ihrer Karriere tut dies keinen Abbruch; zu den Musicals gesellen sich schnell Filmrollen – unter anderem in Franz Antels legendärer „Bockerer“-Trilogie. Oft als eine der jüngsten im Team fühlt sie sich gut aufgenommen und aufgefangen durch routinierte Kollegen. „Ob es nun Heinz Zuber oder Viktor Gernot, Sascha Wussow oder Ida Krottendorf waren: Ich bekam so viel Unterstützung, da konnte überhaupt nichts schiefgehen.“

Das Mamasein

Geboren wurde sie – ebenso wie ihr Bruder – als kleines medizinisches Wunder nach gar nicht selbstverständlichen Schwangerschaften. Der Wunsch, selbst Mama zu werden, war ihr stets heilig. Mit knapp über 30 war es so weit: Zunächst wurde Marvie, heute zehn Jahre alt, dann Ben, sechs Jahre, geboren. Freilich erleb(t)en auch die Vasicek-Pfeifers klassische Elternsorgen, durchwachte Nächte und immer neue Herausforderungen für ihre Beziehung. Doch gleichsam öffnete dieses neue Leben auch neue kreative Pforten für die Musicaldarstellerin. So entstanden zwei CDs für Kinder („Ich träum‘ von einer Kinderwelt“ und „Ein Mann, der sich Kolumbus nannt’“) sowie Programme, mit denen sie – gefördert durch das Land NÖ – durch die Kindergärten tourt. Auch ihr Gesangsunterricht begann zu florieren. Zwischen sieben und 65 Jahre alt sind ihre SchülerInnen, die sie an ihrem Flügel zuhause unterrichtet. Die jüngsten Talente dürfen auch schon Bühnenluft schnuppern: mit der gerade entstehenden Eigenproduktion „Schneewittchen“.

 
80er Jahre goes Vintage
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(© Emmerich Mädl)
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FUNDSTÜCK. Vor vielen Jahren um 50 Schilling beim Trödler erstanden und ins Herz geschlossen: der Lieblingssessel (© Emmerich Mädl)
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(© Emmerich Mädl)

Die Familie auf der Bühne

Wenngleich die zuvor unstillbare Sehnsucht nach dem Rampenlicht ein Stückchen neuer Missionen wich, die Liebe, selbst aufzutreten, ist ungebrochen. Selbst ein Unfall, „der wirklich ein Riesenschock war“, wie Caroline Vasicek-Pfeifer beschreibt, zwang sie nur temporär zur Stimmschonung. Beim Skifahren im Vorjahr war eine Ader am Hals geplatzt. Doch bereits im Sommer darauf stand sie voller Elan im Schloss Weitra auf der Bühne – in „Eine verrückte Brautschau“, einer musikalischen Komödie von Peter Hofbauer, laut Eigenbeschreibung sehr frei nach Shakespeare. „Seit die Kinder da sind, überlege ich sehr gut, wo ich zusage. Sie sollen aber auch sehen, dass ihre Mutter einen Beruf hat, der ihr wichtig ist, den sie sehr gerne macht.“

Parallel zu all ihren Projekten entdeckte Caroline Vasicek auch eine völlig neue Facette an sich: das Komponieren. „Ich wusste gar nicht, dass ich das kann: Wenn Boris abends auftrat, teilweise auch im Ausland, und die Kinder schliefen, begann ich zu komponieren, Liedtexte zu schreiben. Es sprudelte nur so aus mir heraus“, schwärmt sie. Hinter dem Programmtitel „Liebestrunken“ verbirgt sich eine Reihe von berührenden, aber auch humorvollen Chansons. Ein Album ist in Arbeit, Konzerttermine in Planung.

MUSICAL MAMIS

Unmittelbar bevor steht allerdings ein Auftritt, bei dem voraussichtlich gleich drei aus der kreativen Familie auf der Bühne stehen werden: die „Musical Mamis 2016“. So wird Boris Pfeifer als Moderator durch die Benefizgala im Wiener Metropol führen, seine Frau und seine Tochter Marvie werden das Familienleben besingen. Und zwar in bester Gesellschaft: Mit dabei sind prominente KünstlerInnen wie Monika Ballwein, die Kernölamazonen, Marika Lichter sowie das Musicalpaar Marjan Shaki und Lukas Perman. Der Erlös geht an die Einrichtung „YoungMum“, die schwangere Teenager und junge Mütter professionell betreut.

 
 
Familienbande
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FAMILIENPLATZ. Der Favorit für Gesellschaftsspiele ist der geölte Esstisch: Caro Vasicek und Boris Pfeifer mit ihren Kindern Ben, 6, und Marvie, 10 (© Emmerich Mädl)
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LICHTDURCHFLUTET. Das Badezimmer mit per Hand hergestellten Zementfliesen aus Portugal (© Emmerich Mädl)

Wordrap

Caroline Vasicek-Pfeifer

Das bringt mich zum Lachen … das Leben an sich

Das bringt mich zum Weinen … das Leben an sich

Der schönste Tag … die Geburt meiner Kinder, also zwei Tage

Der beste Film … All You Need Is Love

Das schönste Musical … Les Misérables

Meine beste(n) Eigenschaft(en) … Ich versuche positiv zu denken und viel zu lachen

Das nervt mich an mir ... meine Ungeduld

Ich würde nie … bungeejumpen

Das wünsche ich meinen Kindern … Zufriedenheit, Glückseligkeit

Die Ehe ist …Teil einer abenteuerlichen Reise durch dieses Leben

Der unvergesslichste Patzer … auf einem scheuenden Pferd geschrien zu haben

Boris Pfeifer

Das bringt mich zum Lachen … Michael Niavarani

Das bringt mich zum Weinen … die Politik

Der schönste Tag… mit meiner Familie zu Hause

Der beste Film … City of Angels

Das schönste Musical … Les Misérables

Meine beste(n) Eigenschaft(en) … ökonomisch zu denken

Das nervt mich an mir ... ökonomisch zu denken

Ich würde nie … bungeejumpen

Das wünsche ich meinen Kindern … ein so unbeschwertes Leben, wie wir es haben

Die Ehe ist … ein Papier, Liebe kann unendlich sein

Der unvergesslichste Patzer … in der Schülerfußballmannschaft allein vor dem großen Tor dem Tormann in die Hände geschossen zu haben

Musical Mamis 2016

Montag, 15. Februar, 20 Uhr

Wiener Metropol, 1170 Wien, Hernalser Hauptstr. 55

Eintritt: € 30, Ticket-Hotline: 01/407 77 407.

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