Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 13.04.2015

Als sich der Himmel auftat

Ihre Stimme erklingt auf CDs von David Hasselhoff bis DJ Ötzi, sie berührt viele Herzen an den schönsten und traurigsten Tagen des Lebens. Im Dialektpop fand die Mostviertlerin Lisi Dorn nach einer schmerzhaften Trennung ihre musikalische Heimat.

Bild ElisabethDorn©piaclodi_4.jpg (1)
Strahlend: Die Sängerin Lisi Dorn (© Pia Clodi)

Habt ihr ein Lied, das euch egal wo ihr seid, was ihr tut, stets ganz nahe geht? Es erinnert euch vielleicht an die Begegnung mit der großen Liebe, an die Geburt eures Kindes oder an einen wunderbaren Menschen, von dem ihr euch für immer verabschieden musstet...

Lisi Dorn kennt viele solcher Lieder. Sie singt viele solcher Lieder: bei Hochzeiten, bei Taufen – und bei Begräbnissen. Als sie zuletzt beim Begräbnis eines kleinen Mädchens singt, postet sie später auf Facebook:

I reiß mi zaum, wei i bin die, die singt
Und i frog mi, warum muass so a kloana Mensch geh
I frog mi, wie kau ma sowas jemois versteh
Weitermochn und irgendwann wieder lochn -
Wann des wichtigste fehlt, wie soi des geh?

Dieses Fragment ihres Gedichts ist womöglich die Antwort, warum die Menschen Lisi Dorn an den wichtigsten Tagen ihres Lebens hören möchten. Es ist ihre Stimme, die bewegt. Es ist sie, ihre authentische, einfühlsame Art, die tief in der Seele berührt.

Vergangenen Winter gab die Lady mit den engelsgleichen Locken ihre erste CD ("Endlich Weihnachten!") heraus. Es war ein großer Schritt in Richtung Verwirklichung ihrer Visionen: eine Sammlung traditioneller Weihnachtslieder – mit einem Zuckerl als Lied Nummer 15: der Eigenkomposition „I hob frei“. Eben dieser Song soll richtungsweisend sein. In eine klingende Zukunft, in der sich die Künstlerin aus Krummnußbaum im Mostviertel weiter als Dialektpop-Sängerin verwirklichen will.

Die Niederösterreicherin besuchte die sympathische 30-Jährige in ihren eigenen vier Wänden in Wien.

 

Zauberhaftes Kehlchen
Bild Konzert2_LisiDorn_(c)seen by streb.jpg
(© seen by streb)
Bild ElisabethDorn©piaclodi_5.jpg
Feinfühlige Grüblerin: Von Liebe und Selbstfindung erzählen ihre Songs (© Pia Clodi)
Bild LisiDorn3_privat_(c)ViktoriaKeryErdelyi.JPG.jpg
@Home: Katzenmensch Lisi (© Viktória Kery-Erdélyi)
Bild Konzert1_LisiDorn_(c)seen by streb.jpg
Lisi mit ihrem Freund, dem Saxofonisten Gerald Selig (© seen by streb)

Katzenmensch

Ihre Wohnung – das ist ihr Zufluchtsort vor den vielen Menschen, den vielen Autos. „Irgendwann will ich wieder aufs Land ziehen“, sagt sie. Eine helle kuschelige Couch mit vielen Polstern, ein weißes Pianino, kein Fernseher, dafür ganz viele Kratzbäume: Das sind vermutlich die wichtigsten Ingredienzen von Lisi Dorns Wohlfühloase vor der lauten Großstadt.

Ginger dreht neugierig ihre Runden. Tara hält sich lieber versteckt. „Sie braucht Zeit“, lächelt Lisi Dorn. Sie hat Verständnis für das Verhalten ihrer vierbeinigen Mitbewohner. „Ich bin ein Katzenmensch.“ Nach der forschen Dame auf vier Pfoten benannte sie ihr Label Ginger Records. Ebendort ist die erste CD der Niederösterreicherin erschienen.

Aufgewachsen ist Lisi in einer Großfamilie am Land – mit sechs Geschwistern „und ungefähr zehn Katzen“, lacht sie. „Wir hatten eine Landwirtschaft, waren die ersten Erdbeerbauern in der Gegend. Da war immer viel los, es gab immer viel zu tun und wir Kinder halfen mit.“ Die Musik habe sie von Kindheit an begleitet. Die meisten in der Familie hätten einmal ein Instrument zu spielen begonnen, viele hörten wieder auf. Anders als sie und übrigens auch ihre Schwester, die Querflötistin wurde. Lisi liebte von Beginn an den Gesang – in all seinen Formen. „Ich habe bei den ersten Musicalauftritten in der Schule Blut geleckt. In meiner ersten Gesangsstunde hat sich für mich der Himmel aufgetan“, schwärmt die Sängerin. Ihre Eltern wünschten sich dennoch, dass sie „etwas Handfestes“ lernt.

Selbstfindung

Doch die junge Dame setzte sich durch: Sie ging nach Wien, studierte zunächst Jazz-, dann Populargesang. Namhafte Künstler und unvergessliche Auftritte säumen ihre Laufbahn. 2009 ist sie Preisträgerin beim Marianne Mendt Jazzfestival, als Studiosängerin wirkt sie bei CD-Produktionen etwa von David Hasselhoff oder DJ Ötzi mit, sie arbeitet mit Künstlern wie Joe Zawinul, Harry Stojka und Andy Baum zusammen und singt beim Wiener Opernball.

Vor gut vier Jahren folgt ein Einbruch. Eine Trennung wirft sie aus der Bahn, „mir ging es monatelang sehr schlecht“, sagt sie... Wie die Musik Lisi Dorn aus ihrem Tief holte, über ihre weitere Laufbahn und ihr Leben, lest Ihr in der sehr persönlichen Story in der April-Niederösterreicherin.

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus