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People | 15.03.2016

Die große Nina Proll Show

Ab jetzt ist Nina wieder Nico – bei der zweiten Staffel der ORF-„Vorstadtweiber“. Das große Herzklopfen beginnt im April: mit „Vorstadtlieder“, einer eigenen, schillernden Show. Auf großen Bühnen wird der Kindheitstraum der heute zweifachen Mama wahr.

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Bild Nina_VORSTADTLIEDER(c) Robert Niederl.jpg
(© Robert Niederl)

Es ist früher Nachmittag. Seit halb neun Uhr am Morgen ist sie unterwegs. Zum Essen war noch keine Zeit. Die Puppenkrapfen im Wiener Café Dommayer strahlen verlockend in der Vitrine. Ein winziges Dessert nach dem Heringssalat, eine kleine Belohnung inmitten eines prall gefüllten Tages. Wenn Nina Proll nach Wien reist, werden die Termine gebündelt. Effektives Zeitmanagement ist das Erfolgsrezept auch dieser berufstätigen Mama. Denn wenn sie zuhause ist, „kriegen die Kinder kaum etwas mit von meinem Job“, sagt sie. „Eigentlich interessiert er sie noch nicht besonders. Muss ja auch nicht sein“, schmunzelt sie und lässt vielleicht einen winzig kleinen Hauch Enttäuschung darüber erahnen. Vor allem beim Großen regiere der Fußball. „Ich bin fast jede zweite Woche irgendwo auf einem Turnier“, verrät sie. Und der Kleine hält von Rollenspielen grundsätzlich noch wenig. „Wenn ich singe und mich dafür ein bisschen verstelle, möchte er sofort, dass ich aufhöre. Als hätte er Angst, dass seine Mama in dem Moment weg ist, als wäre das jemand anders.“ Doch nun sind Leopold, 7, und Anatol, 5, daheim in Tirol. Und die zweifache Mama entsteigt dem Flieger in Schwechat als Schauspielerin und Sängerin. Nina Proll nutzt geschickt das berufliche Zeitfenster, jongliert gemeinsam mit ihrem Manager Herbert Fechter zwischen TV-Aufzeichnung, Niederösterreicherin-Interview und Besprechung mit dem Choreographen für ihr schillerndes Projekt: „Vorstadtlieder – die Nina Proll Show“.

Die Show

Mit zwei brav geflochtenen Zöpfen gab sie kürzlich mit „Lieder eines armen Mädchens“ eine Sängerin aus den 1920er- Jahren. Nun entsteht das glitzernde Kontrastprogramm: „Eine richtig große Show mit Live-Musik, einem Tanzensemble, tollen Kostümen, neuen Arrangements – mit Liedern aus, über und von der Vorstadt“, strahlt Nina Proll, als wäre sie gerade dabei, das schönste Geschenk auszupacken. Seit Monaten wird am Programm gearbeitet: „Mit der Show gehen wir dem Phänomen der Vorstadt und auch seiner Weiber musikalisch auf den Grund – mit Wienerliedern, Liedern aus der Kabarettszene, Gstanzln und sogar ein paar Operettenarien.“ Inspiriert hatte sie der Hype um die ORF-Serie „Vorstadtweiber“ bzw. die Faszination des Publikums für die Vorstadt an sich. Die Recherche glich einer Schatzsuche, das Ergebnis bringt Nina Proll zum Schwärmen. „Da sind Lieder, die ans Herz gehen und andere, die prickelnd, lustig und frivol sind.“ Die „Vorstadtlieder“ dürfen zunächst die Tiroler erleben. „Das Wiener Publikum ist verwöhnt, die Premiere sollte nicht gleich dort stattfinden“, gesteht sie. 

Sondern in der Wahlheimat – dort, wohin auch die Liebe fiel. Anders könne sie ihre Beziehung zu ihrem Mann, dem Schauspieler Gregor Bloéb gar nicht erklären, sagt sie. „Es ist die große Liebe. Wir lieben uns nicht nur, wir mögen uns auch.“ Seit sieben Jahren lebt die Familie in der Nähe von Telfs. Vom Stockerlplatz hat Tirol aber ihr Niederösterreich und Wien, die Stadt, in der erste Träume wahr wurden, nicht verdrängt.

 
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(© Fechter Management)

Musicalsehnsucht im Norden

Im niederösterreichischen Haugschlag, der nördlichsten Gemeinde Österreichs, war Nina Proll aufgewachsen und zwischen Oma, Volksschule und Fußballplatz hin- und hergetingelt. Ihre Eltern arbeiteten in Wien, kamen an den Wochenenden heim. In ihrem Inneren schlummerten glamouröse Visionen. „Ich ging mit Mama in ,Cats’ und sah mit ihr ,A Chorus Line’ im Kino – eigentlich wollte ich Balletttänzerin werden“, beschreibt sie. „Mich zog es immer zum Tanzen und Singen, das mit dem Film ist mir einfach so passiert; ich musste mich nie besonders darum bemühen“, sagt sie ohne einen Funken Arroganz. Ihre Leinwand-Karriere begann bereits 1999 mit dem Marcello Mastroianni-Preis als beste Nachwuchsschauspielerin in Barbara Alberts „Nordrand“. Und dennoch gehört das Herz der Mimin bis heute dem Musical. Trotz langer Liste an erfolgreichen Filmen, Serien („Braunschlag“) und den Lobeshymnen von Filmemachern und Kritikern. Gleich nach der Matura studierte sie am Performing Art Center in Wien, spielte später unter anderem in „Barbarella“ die Hauptrolle. Wenn auch der Kontakt zum Musical immer wieder abriss, die Leidenschaft blieb. Erst im Vorjahr verkörperte sie die Sally Bowles in „Cabaret“ im Landestheater Innsbruck.

Nina goes Nico

Wenn dieses Magazin frisch aus der Druckerei kommt, läuft der Countdown bis zum Start der heiß ersehnten zweiten „Vorstadtweiber“-Staffel. Der Liebe-, Sex- und Intrigen-Erfolgsmix auf Öster­reichisch startet am 14. März. Ein Pu­­bli­kumserfolg quer durch viele Ge­ne­r­ationen und Schichten, eine Serie, die im gesamten deutschsprachigen Raum Applaus bekommt. Nina Proll schlüpft dabei in die Rolle der Boutiquenbesitzerin Nico, die nicht gerade zimperlich zweifelhafte Mittel für ihr Geschäfts- und Liebesglück einsetzt. Wie viel Nina steckt eigentlich in Nico? Da muss Nina Proll lachen. „Ich leihe der Figur mein Gesicht, meine Stimme – aber wirklich gemeinsam haben wir wohl eher nur die Liebe zur Mode.“ Ehrgeizig und eine selbstbewusste Verhandlungspartnerin sei Nina Proll auch, wirft ihr Manager charmant ein. „Aber Nina ist durch und durch ein korrekter Mensch, der null kriminelle Energie in sich hat“, betont Herbert Fechter, der neben seiner ursprünglichen Mission auch zum väterlichen Freund avancierte.

„Herbert hat mich dazu ermutigt, diese große Show auf die Beine zu stellen“, sagt die Künstlerin, die sich im selben Jahr, in dem ihr erster Sohn auf die Welt kam, für immer von ihrem Papa verabschieden musste. 

Sie und ihr Bruder waren nach der Trennung der Eltern beim Vater aufgewachsen. Eine Entscheidung, die sie näher zum Papa gebracht hatte.

 
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IM TEAM. Zuletzt mit Ehemann Gregor Bloéb mit „Die goldenen 20er“ live auf der Bühne (© Yasmina Haddad)
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(© Yasmina Haddad)

Freiheit

Wie hart das Pflaster Elternsein an sich ist, weiß Nina Proll heute aus eigener Erfahrung. Gemeinsam viel unternehmen und den Kindern gleichzeitig viel Freiraum geben, sind in der Familie Bloéb und Proll wichtige Prinzipien. „Bei Computerspielen sind wir streng; das ist limitiert aufs Wochenende. Aber sie dürfen laut und auch frech sein, sie dürfen sich schmutzig machen und auch fernschauen. Nur wenn nichts genug ist, werde ich sauer“, gesteht sie. Manchmal sei sie vielleicht zu naiv für ihre Kinder, mutmaßt sie und wird nachdenklich. Vielleicht sei sie nicht lässig genug, weil sie sie oft beim Wort nimmt. Dann aber doch ein Augenzwinkern: „Ich glaube, beim Mamasein gilt: Trial and Error – Versuch und Irrtum.“

„Vorstadtlieder“ – die Nina Proll Show:

begleitet von einer neunköpfigen Band unter der Leitung von Christian Frank und einem Tanzensemble, choreographiert von Marvin Dietmann

9. April, Rathaussaal-Telfs,

Eduard-Wallnöfer-Platz Nr. 5, 6410 Telfs

Beginn: 20 Uhr

2. Juli, Musiktheater Linz

Beginn: 19:30 Uhr

17. November, VAZ St. Pölten

Beginn: 20 Uhr

18. November, Arena Nova Wr. Neustadt

Beginn: 20 Uhr 

26. November, Museumsquartier, Halle E, Wien
Beginn: 20.00 Uhr

Tickets: Wien Ticket (01/58885), oeticket (01/96096)

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LIEBE, SEX & INTRIGEN. Ab März ist Nina Proll wieder als „Vorstadtweib“ Nico auf ORF 1 zu sehen. (© Petro Domenigg / ORF)

WORDRAP:

Der schönste Tag meines Lebens … Die Geburt meines ersten Sohnes. Es war wirklich eine tolle Geburt. Türkei gewann gegen Kroatien (EM-Qualifikation zum Halbfinale in Wien) – Wien war im Ausnahmezustand. Vielleicht kommt Leopolds Liebe zum Fußball von daher (schmunzelt).

Der traurigste Tag meines Lebens...Als mein Vater gestorben ist.

Das koche ich am liebsten ... Huhn à la Kennedy – das ist ein Rezept von einem Freund namens Kennedy. Es ist eine Art Eintopf mit viel Zwiebeln, Tomaten und Knoblauch. Das Huhn wird sehr lange gekocht, bis es ganz weich ist, und zum Schluss gibt man noch geriebene Pistazien hinein …

Das bringt mich zur Weißglut ... Wenn die Kinder sagen, dass sie das (was auch immer ich gekocht habe) NIEMALS essen wollen.

Das wünsche ich meinen Söhnen ... Dass sie glücklich werden.

Die Ehe ist ... wie ein Schiff, das aber nicht im Hafen ankommt, sondern ins Meer hinausfährt.

Zum Lachen bringen mich ... Stermann & Grissemann.

Darüber würde ich nie öffentlich sprechen... über Verdauungsprobleme.

Das würde ich gerne spielen ... „Der blaue Engel“, ein toller Roman, ein toller Film und noch toller als Bühnenstück. Mit Musik von Friedrich Hollaender … ein Traum!

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