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People | 21.12.2016

Von Weihrauch und Lottoglück

Das Feiern hat viele Gesichter: Wie Niederösterreichs kreative Aushängeschilder Weihnachten feiern und was sie sich für 2017 wünschen.

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Verschnaufpause: Hilde Dalik und Otto Schenk (© Privat)

Hilde Dalik

Die aus Gießhübl stammende Mimin steht für die dritte Staffel der „Vorstadtweiber“ vor der Kamera, mit Otto Schenk spielt sie „Schon wieder Sonntag“. Ihr Bühnenprojekt „Romeo & Julia freestyle“, das sie mit unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen, jungen Leuten mit Migrationshintergrund und KünstlerkollegInnen auf die Beine stellte, ging kürzlich nach einer Vielzahl an Aufführungen bei Uschi Strauss’ „Wachau in Echtzeit“ mit großem Erfolg ins Finale. 

Wie wirst du Weihnachten verbringen?

Hilde Dalik: Mit der Familie – entweder bei meinem Bruder, bei meinen Eltern oder bei meinem Freund. Aber schon die Wochen davor möchte ich sinnvoll nutzen: weniger arbeiten, dafür mehr Zeit mit meiner Theatergruppe, also mit dem Verein „Chong“ verbringen. Wir möchten uns gerne gemeinsam sozial engagieren, zum Beispiel für Obdachlose kochen.

Unser großes Thema: die schwierige Wohnungssuche für Flüchtlinge. Man glaubt nicht, welche Vorurteile vorherrschen, selbst jenen gegenüber, die bereits einen positiven Asylbescheid haben. Wir sind für jede Unterstützung dankbar! (Infos: www.chong.at)

Habt ihr zuhause besondere Rituale zu Weihnachten?

Ja! Papa spielt Gitarre und wir alle singen Weihnachtslieder! Tradition ist bei uns auch das Vorlesen aus der Bibel: Meistens muss ich das machen, weil ich legasthenisch bin, da haben die anderen was zu lachen. Wir nehmen das nicht zu ernst, diskutieren aber auch über Bibelstellen.

Was wünschst du dir für 2017?

Weniger Hektik, mehr Zeit für weniger Projekte – und einen Lottogewinn. Ich würde das Geld gut anlegen und viel spenden. Und ein Haus am Meer kaufen und dort verschiedene Studios, beispielsweise für Akrobatik, einrichten; alle meine Freunde wären willkommen.

Spielst du Lotto?

Nein. Trotzdem hoffe ich auf mein Glück.

Wenn der Krieg nach Europa „reicht“, wenn Attentate passieren, macht dir das im Alltag Angst?

Nein. Leider wirken manchmal imaginäre Ängste realer als das, was man direkt vor sich sieht. Ich finde es absurd, einen Begleitschutz in Anspruch zu nehmen, wenn man in der Nacht unterwegs ist. Wie lange haben wir Frauen für unsere Freiheit gekämpft? Ich lasse es mir doch nicht nehmen, wann ich will, allein auf die Straße zu gehen! Aber: Ich gehe wacher durch die Welt.

 

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HINTER DEN KULISSEN. Hilde Dalik mit Otto Schenk (© privat)

Christine Reiler

Die schöne Niederösterreicherin hat 2016 ihre Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin abgeschlossen; im Frühling erwartet sie ihr erstes Baby.

Wie feierst du Weihnachten?

Christine Reiler: Wenn es der Spitalsjob zulässt: immer mit meiner Familie – heuer feiern wir gemeinsam mit meinem Mann in Mödling. Wir genießen jedes Jahr ein Fondue und verbringen den Abend sehr entspannt bei offenem Kaminfeuer.

Hat die aktuelle weltpolitische Situation einen Einfluss auf deine Festtage?

Ich finde es nun noch wichtiger, viel Zeit mit seinen Lieben zu verbringen.

Was wünschst du dir für das neue Jahr?

Unser Baby soll gesund sein und einen guten Start ins Leben haben. Und dass es weiterhin so gut läuft – beruflich und privat! Ich bin dankbar, sagen zu dürfen, dass ich rundum glücklich bin. Meine Sendung „Gesund und munter“ in „Guten Morgen Österreich“ (ORF) und meine Kooperationen, wie etwa mit Pearle, machen mir viel Spaß – so soll es auch bleiben! Wenn es nach mir geht, können noch viele medizinische und mediale Projekte dazukommen. Im Spital werde ich zunächst Pause machen, solange das Baby klein ist.

 

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AUSZEIT UNTER GLITZERKUGELN. Christine Reiler mit Freundin Amra (© privat)

Lisi Dorn

Mit sechs Geschwistern ist die Sängerin in Krummnussbaum aufgewachsen; die schönsten Weihnachtslieder gibt es von ihr auch auf einer eigenen CD („Endlich Weihnachten!“). Die Künstlerin lebt mit ihrem Freund, dem Saxofonisten Gerald Selig, in Melk; am 18. Dezember singt sie ebendort in der Tischlerei.

Wie verbringst du Weihnachten?

Lisi Dorn: Ganz traditionell bei Mama – mit meinen Geschwistern und ihren Kindern. Wir singen Weihnachtslieder und es wird „ausgeraucht“: Wir gehen dabei mit Weihrauch und Weihwasser durch das Haus und alle Wirtschaftsgebäude (um böse Geister auszutreiben und um göttlichen Schutz zu bitten, Anm.).

Was wünschst du dir für 2017?

Ein Aufwachen, ein friedvolles Miteinander, weil wir hier doch im Paradies leben. Und persönlich: dass ich sehr bald mein Album mit eigenen Songs veröffentlichen kann – die ersten beiden Singles gibt es schon (www.lisidorn.at).

Hat das aktuelle weltpolitische Geschehen einen Einfluss auf deine Feiertage?

Ich habe im Sommer das Nachrichtenhören reduziert, weil ich da so reingekippt bin, dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren konnte. Ich versuche, bewusster zu leben – und unter dem Christbaum die Welt ein bisschen zu vergessen.

 

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GLÜCK IM SCHNEE. Lisi Dorn mit Freund Gerald Selig

Norbert Schneider 

Der in Prottes aufgewachsene Sänger wagte sich kürzlich an das Werk des großen Georg Danzer. Frisch erhältlich: das Album „Neuaufnahme“.

Wieso Georg Danzer?

Norbert Schneider: Weil seine Texte großartig sind und sich gut mit meiner Musik kombinieren lassen. Die Idee wurde durch seinen ehemaligen Manager an mich herangetragen – es war mir eine Ehre, sein Werk bearbeiten zu dürfen. Seine Bandbreite an Themen fasziniert mich einfach: Danzer ist gefühlvoll, politisch, schweinisch, rührend, sanft, sarkastisch, augenzwinkernd. 

Wie feierst du Weihnachten?

Weihnachten war mir bis vor ein paar Jahren immer die liebste Zeit im Jahr. Das hat sich verändert. Die naive Freude und Unbekümmertheit musste leider einer gewissen Wehmut Platz machen. Ich glaube aber, dass man sich einen Teil dieses unbeschwerten Gefühls mit eigenen Kindern wieder zurückholen kann.

Verändert die aktuelle weltpolitische Situation für dich die Festtage?

Nein. Ich finde es heuchlerisch, einmal im Jahr an das Leid der Welt und die armen Kinder in Syrien zu denken. Da gehört für mich schon noch mehr dazu, um mich das ganze Jahr über in meiner Haut wohlzufühlen.   

Was wünschst du dir für das neue Jahr?

Ich wünsche mir, am 10. März in einem ausverkauften Wiener Konzerthaus und am 24. Juni in einem ausverkauften Schloss Marchegg zu spielen.

 

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Norbert Schneider (© Georg Buxhofer)
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