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People | 05.05.2017

Eine Frage des Vertrauens

Sie ist mit großer Leidenschaft Frauenärztin: Anita Rohrbacher aus Rassing bei Kapelln. Als dreifache Mutter weiß sie um die Ängste und Sorgen ihrer Patientinnen und begleitet sie mit persönlicher Zuwendung und aktuellem Fachwissen. Ein ganzes Frauenleben lang. Eine ihrer prominentesten Patientinnen: Die Designerin und werdende Mami Lena Hoschek.

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Freude an den Kindern Wolfgang jun. (22), Dr. Anita Rohrbacher, Patricia (14), Alexander (19) (© Michael Vorstandlechner/www.michaelvorstandlechner.com)

Dass Anita Rohrbacher bereits seit drei Jahren beim DocFinder „Patients‘ Choice Award“ unter den drei beliebtesten Frauenärztinnen des Landes gereiht ist, verdankt sie nicht nur ihrem Fleiß, sondern auch ihrem Mathe-Lehrer und dem Klassenvorstand. Denn eigentlich wollte sie Krankenschwester werden, hätten die beiden Pädagogen nicht ihre Eltern davon überzeugt, dass sie als Klassenbeste das Zeug zum Studieren hätte. „Ich komme aus keinem reichen Haus“, sagt die Ärztin charmant, „und ich war die Erste in meiner Familie, die Matura machen und studieren durfte.“ Seit 27 Jahren ist sie nun Medizinerin mit einigen Zusatzqualifikationen und als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auch Oberärztin am Universitätsklinikum St. Pölten. In ihren Wahlarztordinationen in Rassing und in Wien-Hietzing nimmt sie sich viel Zeit für ihre Patientinnen. „Den Beruf der Frauenärztin finde ich deshalb so spannend, weil man es nicht nur mit kranken Patientinnen zu tun hat, sondern mit Frauen, die einfach vorsorgen wollen, ihre Kinder bekommen – und die ich dabei ein Frauenleben lang begleiten kann.“

Die glückliche Geburt. Der Trend in der Geburtshilfe lässt sich leicht zusammenfassen: extrem hohe Kaiserschnittraten und Kreißsäle, die in ihrer technischen Ausstattung eher an Weltraumlabors erinnern. „Ja, das stimmt. Eine Zeitlang ging es in Richtung planbare Geburt und Sectio. Jetzt haben wir die Trendumkehr zurück zur ‚normalen Geburt’ – bei der allerdings nichts passieren darf“, führt die engagierte Geburtshelferin aus. „Frauen werden heute später schwanger und bereiten sich sehr bewusst auf ihre Entbindung vor. Damit einher geht auch der Wunsch nach einer normalen Geburt.“ Bei Bedarf ist jedoch zur Sicherheit von Mutter und Kind die gesamte Überwachungstechnik vorhanden, und bei Risikoschwangerschaften ist bei der Entbindung selbstverständlich auch der Kinderarzt anwesend. „In der Geburtsvorbereitung sehe ich einen großen Vorteil in meinen Wahlarztpraxen, weil ich meine Frauen in neun Monaten langsam zur Geburt hinführen kann und wir dabei alle Eventualitäten besprechen können. Für eine schwangere Frau nehme ich mir eine Stunde Zeit, denn die Liste an Fragen ist eine große. Ruhe und Sicherheit sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine glückliche Geburt.“ Wenn das Baby geboren ist, unterstützt sie ihre Frauen auch beim Stillen: „Wenn man bedenkt, dass man pro Stillen 150 Kalorien verbrennt, das Kind mit den notwendigen Immunstoffen versorgt und die körperliche Nähe gut tut, so sind das doch sehr große Vorteile. Außerdem neigen gestillte Babys im späteren Leben kaum zu Übergewicht oder Diabetes.“ Anita Rohrbacher räumt aber gleichzeitig ein, dass Frauen, denen Stillen nicht möglich ist, deswegen keine schlechteren Mütter sind.

Gynäkologin, Ehefrau und Mutter. „Wie haben Sie eigentlich ihre Kinder bekommen?“, ist eine der häufigen Fragen ihrer schwangeren Patientinnen. „Schon zur Geburt meines ersten Sohnes, der lange in Beckenendlage gelegen ist, war für mich ganz klar, eine normale Geburt zu probieren. Ich bin da mit einem Urvertrauen in die weibliche Natur hineingegangen, denn Milliarden von Frauen haben vor mir entbunden. Als ich dann im Nachhinein erfuhr, dass damals gar kein Geburtshelfer im Haus gewesen wäre, war ich dann doch dankbar, dass alles gut gegangen ist. Aber alle drei Kinder kamen ganz normal zur Welt – jedes in einem anderen Spital“, lacht sie voll mit Erinnerungen und gesteht: „Nach so vielen Jahren Gynäkologie gibt es nur eines, was ich mich nicht trauen würde: eine Hausgeburt.“

Rund um die Uhr erreichbar. Wie lässt sich dieser Beruf nun mit dem eigenen Familienleben vereinbaren? „Als ich einmal eine Lungenentzündung hatte, wurde mir klar, dass ich mir keine Vertretung nehmen könnte, weil meine Betreuung zu personenbezogen ist. Mein Mann (Anm.: der Plastische Chirurg Dr. Wolfgang Rohrbacher, www.rohrbacher.at) hat mich aber immer unterstützt und gefördert. Bei Notfällen fährt er oftmals auch bei Nacht mit in die Klinik, um zu assistieren“, erzählt sie strahlend. „In meinem Beruf muss es oft schnell gehen, das geht nur mit einer funktionierenden Familie. Uns haben Mutter und Schwiegermutter oft geholfen, und mein Papa ist heute noch Taxi für die Kinder. Außerdem haben unsere Kinder so schon früh gelernt, dass man arbeiten muss, um das Leben zu verdienen, und sie sind selbst alle sehr tüchtig in Schule und Studium. Neben einer guten Ausbildung wollen wir ihnen aber auch den sozialen Aspekt mitgeben, dass man eben dort hilft, wo Hilfe benötigt wird. Ich bin ja oftmals nicht nur Frauen­ärztin, sondern auch Lebensberaterin, die erfährt, wie es dem Kind in der Schule geht oder wenn der Hund stirbt. Ja, und jetzt betreue ich schon die zweite Generation meiner Frauen, etwa bei Verhütungsfragen beim ersten Freund. Und manche meiner damaligen Babys sind nun selbst schon schwanger“, lacht sie glücklich. Ein großes Kompliment – wie auch auf der Webseite DocFinder unter „Bewertung“ zu lesen ist: „Frau Dr. Rohrbacher hat mich bei meinen beiden Schwangerschaften begleitet. Eigentlich kann ich es nur so formulieren, dass sie wie eine Freundin ist, weil man mit ihr alles besprechen kann...“

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Lena Hoschek, Modedesignerin (© Wolfgang Pohn)

Mein erstes Baby

„Es ist meine erste Schwangerschaft und deshalb natürlich auch sehr aufregend für mich. Ich finde es immer lustig, wenn man den „Alien“ (lacht) im Bauch strampeln spürt. Das Gefühl schwankt zwischen vollkommenem Glück und Weirdness. Man muss ja alle 4 bis 5 Wochen zur ärztlichen Kontrolle gehen, und gerade weil es eine sehr intime und private Sache ist, ist es mir auch sehr wichtig, von einem Arzt betreut zu werden, der mich versteht und mit dem ich mich über alles austauschen kann. Mit Frau Dr. Rohrbacher habe ich das Glück, eine wirklich tolle Ärztin gefunden zu haben, die wahnsinnig lieb und sehr bemüht ist – und der ich voll und ganz vertraue.“
- Lena Hoschek

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