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People | 06.07.2017

„Rigoletto“ im magischen Licht

Wenn die Sonne über dem Steinbruch im burgenländischen St. Margarethen untergeht – das ist ihr Moment: Warum Anja Bihlmaier ihr Debüt als Open-Air-Dirigentin kaum erwarten kann.

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(© NedaNavaee)

Sie ist 37 Jahre jung, ihr musikalischer Lebenslauf ist erstaunlich facettenreich und die Kritiker überschlagen sich vor Lobeshymnen. Große Töne überlässt Anja Bihlmaier aber lieber „ihren“ SängerInnen und MusikerInnen. „Ich genieße es, ständig Neues lernen zu dürfen und hoffe, nie meine Authentizität zu verlieren.“ Jede Menge Aufmerksamkeit erhält der Taktstock der sympathischen deutschen Dirigentin ab 12. Juli im burgenländischen St. Margarethen; inszeniert wird „Rigoletto“ im Steinbruch von Philippe Arlaud.

 

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VOLLER VORFREUDE. Dirigentin Anja Bihlmaier und Regisseur Philippe Arlaud (c) Roland Schuller

NIEDERÖSTERREICHERIN: Verdi erlangte mit „Rigoletto“ Weltruhm. Warum erfreut sich diese Oper so großer Beliebtheit?
Anja Bihlmaier: Es liegt an der Unmittelbarkeit und Differenziertheit von Verdis Tonsprache in Verbindung mit dem fesselnden Libretto. Schon der Beginn ist faszinierend, weil man von dem puristischen, aber dennoch bedrohlich wirkenden Fluchmotiv ins Geschehen hineingesogen wird. Den krassen Gegenpart bilden Melodien, die sowohl leicht und eingängig daherkommen, wie in der Arie des Ducca „La donna e mobile“, als auch betörend schön und von ungeheurer emotionaler Tiefe sein können. 

Es wird geliebt, gespottet, getäuscht und enttäuscht; die Handlung steckt voller Spannung – und gipfelt in einem tragischen Ende. Was bedeutet das für Ihre Arbeit?
Das für mich Großartige ist, dass die Partitur voller Brüche steckt: Das möchte ich herausarbeiten. Nicht alles ist schön in dieser Oper, denken Sie nur an den hässlichen Hofnarren Rigoletto! Genauso sollen auch nicht alle Farben im Orchester „schön“ klingen. Verdis komponiertes Gewitter muss wüten! Auch die Partien der Sänger erfordern alle Farbschattierungen, zu denen eine Stimme überhaupt fähig ist.

 

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IMPOSANTE KULISSE. Die Open-Air-Bühne im Steinbruch St. Margarethen (c) Roland Schuller

Worin liegt bei der Aufführung im Freien, vor Tausenden von Zuschauern, die Herausforderung für Sie als Dirigentin?
Natürlich stellen Dimensionen wie die 70 Mal 20 Meter große Bühne besondere Anforderungen an alle. Das Orchester und ich sind am Rande der Bühne platziert, wo kein direkter Sichtkontakt besteht. Deshalb benötigen wir eine exzellente Übertragungstechnik und eine große Präzision zwischen allen Beteiligten. „Rigoletto“ wird mein Debüt als Open-Air-Dirigentin werden. Ich kann es kaum erwarten, gemeinsam mit den Zuschauern diese einzigartigen Momente zu erleben, wenn beispielsweise während der Aufführung die Sonne über dem Steinbruch untergeht, die Felsen in ein magisches Licht taucht und sich der Zauber des Ortes mit der genialen Komposition vereint!

Oper im Steinbruch:
„Rigoletto“,
12. Juli bis 19. August 2017;
Tickets: 02682/65065
www.operimsteinbruch.at

 

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