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People | 21.10.2015

Lavant & Nemesis

Zweieinhalb Jahre nach „We Are Fish“, erscheint im Oktober ihr neues Album„Here‘s To Nemesis“. Gleichzeitig komponiert sie für das Theaterstück „LAVANT!“, welches ebenfalls im Oktober uraufgeführt wird. „Es fühlt sich richtig an“, sagt Clara Luzia, die Tochter des Weingutes Humpel in Oberretzbach.

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(© Mirjam Unger)

Clara, du bist eine überaus erfolgreiche Sängerin, Gitarristin und Songwriterin. Jetzt komponierst du für das Theaterprojekt „LAVANT!“. Wie kam es dazu?

Die Aufnahmen zu meinem neuen Album „Here‘s To Nemesis“ begannen im Oktober 2014 in London. Es war auch in der dortigen U-Bahn, als ich einen Anruf aus Kärnten erhielt. Regisseur Bernd Liepold-Mosser fragte, ob ich für sein neues Theaterstück „Lavant!“, das in einem Jahr Premiere haben würde, die Musik machen wolle. Auch wenn ich mir immer schwertue, so weit vorauszuplanen – wer weiß schon, was in einem Jahr sein wird, zumal ich gerade dabei war, eine neue Platte aufzunehmen –, sagte ich prompt zu. Theaterarbeit hatte mich immer schon gereizt und trotz mangelnder Vorstellungskraft fühlte es sich richtig an, dabei zu sein.

Nun sind die Texte Christine Lavants ja keine einfache Kost …

Während „Here‘s To Nemesis“ für mich eine Platte ist, deren Grundgefühl letztendlich so etwas wie Versöhnung ist, ist die Lyrik der Christine Lavant eine sehr anklagende, mitunter wütende, abrechnende. Lavant machte keinen Hehl aus ihrer Lebensmüdigkeit, die im Dauerzwist steht mit einem enormen Überlebenswillen. Sie trägt ihr Leid, ihre Krankheit, ihre Armut vor sich her, ins­trumentalisiert sie, macht sie zum Werkzeug ihrer Kunst. Damit tat ich mir anfangs sehr schwer, denn nach Jahren im schwarzen Loch wollte ich nun nicht wieder dorthin zurückgeholt werden, und sei es auch nur in Form eines Gedichts. Durch die Probenarbeit haben sich mir aber völlig neue Zugänge zu Lavant eröffnet, das Arbeiten mit ihren Texten erlaubt mir, als Person zurückzutreten, ich bin eher Überbringerin der Botschaft als Botschafterin selbst. Das ist eine neue Position, die ich sehr genieße.

Und wie sich nun alles ergeben hat, feiert ein Jahr nach besagtem Anruf in London das Stück „Lavant!“ am 8. Oktober – nur einen Tag vor der Veröffentlichung meines Albums „Here‘s To Nemesis“ – Premiere am Stadttheater Klagenfurt.
Everything is falling into place!

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(© Sarah Haas)

Clara Luzia Maria Humpel gründete 1999 zusammen mit ihrer Schwester Veronika und Elisabeth Gettinger die Formation „Alalie Lilt“, welche bald zu einem Sextett anwuchs. 2006 verließ sie die Band, um sich ganz ihrem Soloprojekt „Clara Luzia“ zu widmen: neun erfolgreiche Alben und einen Amadeus Austrian Music Award später kann sie bereits jetzt auf eine erfolgreiche Musikerinnen-Karriere zurückblicken. Für Andreas Prochaskas preisgekrönten Film „Das finstere Tal“ lieferte Clara Luzia 2014 gemeinsam mit ihrer Schlagzeugerin Cathi Priemer den Titelsong „Sinnerman“. 

Infos: www.claraluzia.com

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