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People | 23.05.2016

Die Chefinspektorin wird Wirtin

Im heurigen Sommer wird der Wolfgangsee in den poetischen Schlosspark von Haindorf verlegt, denn auch bei den Sommerfestspielen Langenlois kann man „Im Weißen Rössl“ gut lustig sein. In der Rolle der Rössl-Wirtin Josepha: die bezaubernde Kristina Bangert. Es wird was Wunderbares sein …

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Kristina Bangert, eine vielseitige Schauspielerin (© Elisabeth Hartmann)

NIEDERÖSTERREICHERIN: Frau Bangert, wie fühlen Sie sich im Genre der leichten Muse?

Kristina Bangert: Freudig, aufgeregt! Was gibt es Herrlicheres, als das Publikum zum Lachen zu bringen? Um diese Leichtlebigkeit glaubhaft darzustellen, werden wir aber mit aller Ernsthaftigkeit daran arbeiten müssen (lacht). Denn bei Komödien geht es viel um Präzision!

Die Rössl-Wirtin ist ja eine junge Witwe, die ganz allein ein Hotel „schupft“. Als Chefinspektorin Helga Rauper „schupfen“ Sie in den CopStories ein Wiener Kommissariat, in dem es brummt wie in einem Bienenhaus. Sehen Sie da eine Parallele? 

Ja, beide Figuren lieben ihre Arbeit, diese tägliche Wildwasserfahrt. Wobei man nie so genau weiß, welche Gäste, welche Fälle der Tag so hereinspült. Jedenfalls nehmen beide Frauen diese Schwierigkeiten als Herausforderungen an, um sie mit Leidenschaft und Humor zu lösen.

Helga Rauper hat zwar einen Mann, aber eine Hilfe ist der wohl nicht. Wird es in den CopStories trotzdem ein „Happy End“ in Liebesdingen geben? 

Wenn man gemeinsame Kinder hat, wird man den anderen, trotz Scheidung, ja niemals wirklich los, oder? Aber so viel darf ich schon mal verraten: Helga wird trotzdem kein Kind von Traurigkeit sein …

Nun gab es ja im Kontext dieser Zeit das gängige Klischee „Hotelier liebt Stubenmädel“, im Gegensatz zur Rössl-Wirtin Josepha, die ihren Oberkellner Leopold liebt – eigentlich eine sehr emanzipierte Geschichte ...

Ja, sie ist eine Frau, die es gewöhnt ist, das alleinige Sagen zu haben und ein unabhängiges Leben zu führen. Wäre da nicht Dr. Siedler aus Berlin, dann wären verliebte Männer für sie allesamt – inklusive dem Oberkellner Leopold – nur „kalbsäugige“ Deppen. Zumindest noch zu Beginn des
Abends ... (Lacht)  

Das Benehmen der deutschen Gäste wird in der Operette überaus pontiert dargestellt. Gibt es spezielle Eigenschaften der „Deutschen“ jenseits des „Weißwurst-Äquators“, die Sie in Ihren Jahren in Berlin lieb gewonnen haben? 

Ich habe in dieser Zeit natürlich Menschen lieb gewonnen, könnte aber nicht sagen, dass es da gravierende Mentalitätsunterschiede gäbe. 

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Seit 2012 begeistert sie in der Rolle der Chefinspektorin Helga Rauper das TV-Publikum. (© ORF-Hubert Mican)

Das „Weiße Rössl“ ist Kult, wurde gerade mit Julia Cencig, Gregor Bloeb und Fritz Karl in „Wehe du singst“ augenzwinkernd kopiert. Am 30. Juni wird es anlässlich des 90. Geburtstags von Peter Alexander, dem bekanntesten Leopold, eine Aufführung des Musicals in der Wiener Stadthalle geben. Sehen Sie ein Revival der guten alten Operette? 

Ich glaube, dass in komplizierten Zeiten der Wunsch nach Auszeit wächst, nach Leichtigkeit. Dafür ist die Operette sicherlich geeignet und das „Weiße Rössl“ ganz besonders.

Sie werden den Sommer heuer in Niederösterreich verbringen. Freuen Sie sich auf das „Landleben“? 

Sehr! Ich werde mein Fahrrad und die Laufschuhe mitnehmen und die Landluft genießen. Und selbstverständlich freue ich mich auf all die kulinarischen Köstlichkeiten!

Schreiben wir die Rössl-Handlung um und sagen, der „schöne Sigismund“ würde Sie eines Engagements wegen zurück an eine deutsche Bühne entführen. Würden Sie mitgehen?

Ich habe während meiner Berliner Zeit festgestellt, dass ich in Wien zuhause bin.  Die Nähe meiner Familie und meiner Freunde ist mir wichtiger als neue Städte. Trotzdem würde ich jederzeit für einzelne Engagements, also eine begrenzte Zeit, wieder ins Ausland gehen. Ich liebe die Abwechslung!

About:

Kommissar Rex, die SOKO-Serien, Schnell ermittelt, der Bergdoktor, die Rosenheim-Cops und seit 2013 die CopStories – beliebte Serien, in denen Kristina Bangert auf unseren Bildschirmen so präsent ist, dass bei so manchen Zusehern das Gefühl entsteht, man würde sie persönlich kennen. Doch die Schauspielerin lässt sich nicht auf ein Genre festmachen – zu vielseitig ist ihr Repertoire, mit welchem sie auf zahlreichen Bühnen ihr Publikum begeistert in ihren Bann zieht: Neben Schnitzler und Horvath spielte Bangert u.a. die Recha in Lessings „Nathan der Weise“, die Elektra in Sartres „Die Fliegen“ oder auch die Susanne in Turrinis „Der Tollste Tag“. Lange Zeit arbeitete sie im Bereich des zeitgenössischen Experimentaltheaters, u.a. beim „Bernhard Ensemble“. Mit dem „Schlosspark Theater“ in Berlin blickt sie auf erfolgreiche Jahre unter der Intendanz und Regie von Heribert Sasse zurück. Nach „Julia – Eine ungewöhnliche Frau“ ist sie seit 2012 als Chefinspektorin Helga Rauper der erklärte Publikumsliebling in der TV-Serie „CopStories“. Im heurigen Sommer wird sie bei den Schlossfestspielen Langenlois die Wirtin Josepha in Ralph Benazkys Singspiel „Im Weißen Rössl“ geben. „Es muss was Wunderbares sein, von ihr geliebt zu werden“, wird der Oberkellner Leopold von Josepha träumen. Auch Schauspielerin Barbara Kaudelka freut sich auf die Operette und schwärmt von ihrer CopStories-Kollegin Kristina Bangert: „Sie ist so lieb, offenherzig, gescheit, menschlich – ein Goldschatz, mit dem man da arbeiten darf!“

Info:

Sommerfestspiele Langenlois 2016 

Im Weißen Rössl

Premiere: 21. Juli, 20:30 Uhr, Spielzeit bis 13. August 

Infos & Karten: www.schlossfestspiele.at

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