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People | 30.12.2015

Erster Platz: Zuhause

Skistar Anna Fenninger gibt der NIEDERÖSTERREICHERIN einen ganz privaten Einblick in ihre Wohlfühloase in Schladming.

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(© Mirja Geh Photography)

Wenige Wochen nach ihrem folgenschweren Trainingssturz ist Skistar Anna Fenninger wieder zuhause in Rohrmoos bei Schladming. Dort, im Kreis der Familie und mit ihrem Lebensgefährten Manuel Veith, tankt sie Kraft für die kommenden Monate, die ganz der Regeneration und dem Aufbautraining gewidmet sind. Um motiviert und gestärkt auf die Rennpiste zurückzukehren, ist der private Rückzugsort für die „Sportlerin des Jahres“ besonders wichtig. In ihrer gemeinsamen Dachgeschosswohnung im Hotel von Manuels Eltern legen Anna und Manuel großen Wert auf natürliche Materialien und ruhige Atmosphäre. Hektisch ist es im Beruf des Skiprofis ohnehin genug. So richtig entspannen kann Anna beim Kochen. Wir haben die Gesamtweltcup- und Olympiasiegerin zu Hause besucht. Während sie mit Designer Martin Steininger ihr Lieblingsgericht, „Spaghetti con verdure“, gekocht hat, haben wir mit dem Skistar über Wohnentscheidungen und Genuss gesprochen.

Kochen Sie und Manuel gerne gemeinsam oder mit Freunden?

Wenn Freunde da sind, gehen wir gerne raus in die Natur oder treffen uns im Hotel-Restaurant von Manuels Eltern an der Bar. Unsere Wohnung sehen wir als Heimat und versuchen, sie so privat wie nur möglich zu belassen. Wir sind beide viel unterwegs und unsere gemeinsame Zeit ist begrenzt. Umso mehr möchten wir sie genießen. Daher kochen wir auch gern miteinander. Das macht viel mehr Spaß.

 
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Das Kochen mit Designer Martin Steininger machte Anna Fenninger sichtlich viel Spaß. (© Mirja Geh Photography)

Sie sind mehr als die Hälfte des Jahres unterwegs und verbringen viel Zeit in Hotelzimmern. Was macht eine Wohnung für Sie zum Zuhause?

Manuel und ich haben extrem viel gesehen, was Hotels anbelangt. Hotelzimmer sind oft sehr klein und dunkel. Daheim ist es uns wichtig, dass wir großzügige Räume sowie viel Luft zum Leben haben. Und einen Platz, der unser gemeinsames Zuhause ist, wo wir wissen: Das ist unsere Wohlfühloase. Unsere Wohnung ist außergewöhnlich geworden, aber zugleich auch einfach, mit vielen natürlichen Materialien und wenigen Farbakzenten. Helle, ruhige Farben finde ich viel angenehmer als extreme Farben, und sie sind auch zeitloser.

Worauf legen Sie in Ihrer Wohnung mehr Wert: auf Material, Form und Design oder Funktion?

Hauptsächlich auf das Material. Manuel und ich sind sehr naturbezogene Menschen. Wir lieben die Natur und versuchen sie so, wie sie ist, zu genießen und nicht zu viel zu verändern. Für mich war es immer wichtig, eine gewisse Natürlichkeit zu erhalten und das auch beim Einrichten auszudrücken.

Beim Hereinkommen sticht sofort der großzügige Küchenbereich mit der Kochinsel aus Beton ins Auge …

Die Küche ist für uns Kommunikationsmittelpunkt und zentrales Element der Wohnung. Auf der Suche nach der richtigen Küche sind wir im Internet auf Martin Steininger und seine Betonküchen gestoßen. Die Kombination mit dem geradlinigen Design hat mir auf Anhieb gefallen, allerdings hatten wir mit Beton bis dahin keine Erfahrung. Wir wollten wissen, wie das Material im täglichen Einsatz reagiert und wie pflegeleicht es ist. Eine Küche soll ja nicht nur gut aussehen, sondern auch praktisch sein. Deshalb haben wir uns einen Termin zur Besichtigung ausgemacht und sind ins Mühlviertel nach St. Martin gefahren. Martin Steininger hat uns alles erklärt, und es hat sich herausgestellt, dass Beton eines der pflegeleichtesten Materialien ist. Da ist für uns die Entscheidung gefallen, dass wir so eine Küche haben wollen.

 
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Die selbstgekochten „Spaghetti con verdure“ sorgten für Gaumenfreuden bei Anna Fenninger und Martin Steininger. (© Mirja Geh Photography)

Wie man sieht, war es die richtige Entscheidung. Obwohl es wahrscheinlich nicht ganz so einfach war, dieses Teil ins Dachgeschoss zu manövrieren …

Ja, das war spannend. Die Kücheninsel ist ein maßgefertigtes Unikat, drei Meter lang und 700 kg schwer. Die Arbeitsplatte ist aus einem Guss. Die Küche wurde mit einem Kran über die Terrasse in unsere Dachgeschosswohnung gehoben. Zwölf Männer haben die Platte vom Kran geholt. Das war richtig harte Arbeit. Ich habe es sogar gefilmt. Für das Team von Steininger ist das Routine – aber wir sehen so etwas nicht so oft (lacht).

Wenn Sie Rennen fahren, müssen Sie Entscheidungen blitzschnell treffen, oft auch intuitiv. Wie ist das bei Wohnentscheidungen?

Es gibt sicher Menschen, die sich länger Zeit lassen. Es ist aber nicht so, dass ich im Bezug auf das Einrichten genauso schnelle, intuitive Entscheidungen treffe wie auf der Piste. Das geht gar nicht, weil es ein langwieriger Prozess ist: Ich mache mir Gedanken, informiere mich, schaue mich um – das dauert seine Zeit. Wenn mir aber etwas gefällt, entscheide ich mich schnell.

„Unsere Wohnung sehen wir als Heimat.“ 

- Anna Fenninger

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(© Mirja Geh Photography)

Disziplin in Sachen Ernährung ist im Spitzensport sehr wichtig. Was bedeutet Genuss für Sie?

Genuss ist für mich, wenn ich beim Essen Zeit mit der Familie oder Manuel verbringen kann und natürlich, wenn es gut schmeckt. Aber auch wenn ich nach dem Training ausgepowert zurückkomme, Hunger habe und meinem Körper etwas Gutes tue, indem ich gesund esse, ist das Genuss für mich.

Was ist Ihre Lieblingsspeise und was mögen Sie überhaupt nicht?

Fangen wir mit dem an, was ich gar nicht mag: Schwammerl, die schmecken mir einfach überhaupt nicht. Was ich auch nicht esse, sind Austern und Muscheln. Da kann ich im Kopf zu wenig abschalten. Am liebsten mag ich die italienische Küche. Früher hätte ich gesagt, dass Pizza meine Lieblingsspeise ist. Mittlerweile ist das nicht mehr so, weil sie mich müde macht. Im Restaurant zuhause esse ich gerne Carpaccio. Ich bin generell Fleisch- und Fischesserin, da ich viel Eiweiß brauche.

 
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