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Beauty | 19.04.2016

Die Welt darf’s wissen: Der Busen ist neu

Wer schön sein will, muss leiden? Die Redewendung stimmt nur noch bedingt. Schmerzarme Korrekturen wie das Coolshaping und minimalinvasive Techniken sind stark im Trend, verrät die chirurgische Fachärztin Brigitte Schneider aus Amstetten.

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(© Shutterstock)

Wenn eine Patientin nach einer gelungenen Operation wieder mehr Bewegungsfreiheit erlangt oder glücklich mit ihrem neuen Aussehen ihr Schneckenhäuschen verlässt, dann ist das für Brigitte Schneider die schönste Freude. Aus Überzeugung verschrieb sich die gebürtige Klosterneuburgerin der Ästhetischen Chirurgie; in Amstetten betreibt sie ihre Ordination inklusive topmodernen Operations- und Behandlungsmöglichkeiten. Wir sprachen mit der chirurgischen Fachärztin über die neuesten Trends auf ihrem Fachgebiet, über das neue Selbstverständnis für Brustvergrößerungen und über „gesund-kurvige“ Barbies.

Was sind die häufigsten Wünsche Ihrer PatientInnen – und wie ist das Verhältnis Frau/Mann unter ihnen?

Dr. Brigitte Schneider: 90 Prozent meiner PatientInnen sind Frauen, aber es kommen auch zunehmend mehr Männer. Sie wenden sich zumeist wegen Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüse, Anm.), gelegentlich wegen Absaugungen und Lideroperationen an mich. Bei Frauen sind es oft Straffungsoperationen nach Gewichtsabnahme, Brustoperationen, Ober- und Unterlidkorrekturen. Sehr im Trend liegen minimalinvasive Techniken mit Eigenfett oder das sogenannte PRP. „Platelet rich plasma“ kann vielseitig eingesetzt werden. Hierzu wird aus dem Blut das plättchenreiche Plasma gewonnen und anschließend angereichert: etwa mit Haarwuchsstimulationsmitteln, weswegen oft Männer kommen. Das PRP kann aber auch bei Faltenkorrekturen zum Einsatz kommen.

Eine neue Methode ist die Kryolipolyse bzw. das Coolshaping. Dabei geht es Fettzellen mit Kälte an den Kragen. Für wen ist das geeignet?

Das ist eine gute Methode zur Reduktion von Fettpölsterchen, wenn jemand eine Operation fürchtet, es ist aber einer Fettabsaugung nicht gleichwertig. Es eignet sich ideal für Menschen, die über eine Straffungsoperation nachdenken. Die Methode verbessert die Hautqualität und erreicht eine Fettentfernung in den oberen Schichten; wirksam beispielsweise bei Cellulite. 

Wie realistisch sind Ihre PatientInnen?

Mehr als 80 Prozent kennen ihren Körper gut und wissen genau, was sie wollen.

Kommt es vor, dass Sie Eingriffe ablehnen, die anatomisch möglich wären?

Ja, wenn ich das Gefühl habe, dass die Chemie nicht stimmt. Es muss ja ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Auch ich muss mich auf Patienten verlassen können, dass etwa die Nachsorge nach einem Eingriff ernst genommen wird. Und ich operiere eigentlich niemanden mehr, der raucht. Das ist gerade bei großen Operationen ein wichtiger Aspekt. Wenn jemand nach einem Magenbypass ohnehin einen Vitaminmangel hat, kaum Kollagen aufbauen kann und dann auch noch raucht – das ist das Schlimmste überhaupt. Da können arge Wundheilungsstörungen auftreten.

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NEUE OFFENHEIT. Korrekturen sind kein Tabuthema mehr, weiß die chirurgische Fachärztin Brigitte Schneider. (© Chirurgie-Schneider)

Hat sich das Schönheitsideal verändert?

Ja! Frauen tendieren zu größeren Brüsten; sie wünschen sich Vergrößerungen, die durchaus sichtbar sein dürfen. Es wird nicht mehr versteckt, sondern eher bewusst gezeigt, dass man sich die Brüste machen ließ. Gefragt sind auch Vergrößerungen mit Eigenfett – ideal für Patientinnen, die keinen Fremdkörper haben wollen.

Ist Ästhetische Chirurgie heute auch weniger Tabuthema?

Absolut. Die Leute informieren sich genau, erfahren viel über das Internet. Viele kommen mit genauen Vorstellungen über Methoden, weil sie sich Videos dazu angesehen haben. Man wird gewissermaßen mehr kontrolliert, aber ich habe damit kein Problem. 

Auf Ihrer Website steht: „Schöne Menschen kommen weiter im Leben und werden bevorzugt behandelt.“ …

Davon bin ich überzeugt; das belegen auch Studien.

Werbebranche und Medien im Allgemeinen werden beschuldigt, die Verantwortung für Essstörungen bei Jugendlichen zu tragen. Aber das Schönheitsideal ist doch gar nicht mehr so mager, oder?

Nein, das war in den 2000er-Jahren stärker. Es werden jetzt selbst die Barbiepuppen fülliger, das gefällt mir ganz gut. Ich mache auch niemanden ganz schlank. Ich korrigiere Störungen, wenn jemand beispielsweise Fett an den Hüften hat, die mit Sport und Ernährung nicht weggehen, weil es einfach eine Veranlagung ist. 

Das schönste Feedback von einer Patientin?

Eine 75-jährige Patientin hat zu mir gesagt: „Das war das Beste, was mir je passiert ist!“ Wir haben bei ihr in der Ordination eine Bauchdeckenplastik mit Absaugung gemacht. Das ging ambulant. Später hat sie gesagt, das Beste sei, dass sie sich nun wieder bücken kann. Das ist für mich eine besondere Freude. 

 

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Ihre Ordination in Amstetten (© Chirurgie-Schneider)
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Ihre Ordination in Amstetten (© Chirurgie-Schneider)

Wie sehen Sie die Zukunft der Ästhetischen Chirurgie?

Dass man Dinge korrigieren lässt, wenn sie einen stören, wird dazugehören, wie zur Kosmetik zu gehen. Nicht weil es Lifestyle ist, sondern weil man weiß, dass man sich danach wohler fühlt. Manche Patientinnen bitten mich um Hilfe, weil sie sagen, sich nicht mehr vor ihren Männern ausziehen zu können. Ja, da kann ich helfen.

Liegt so etwas an den Männern?

Nein, an den Frauen selbst. Sie machen sich darüber Gedanken, ihr Partner könnte eine andere Frau finden, die in bestimmten Bereichen besser aussieht. Die Männer, die ihre Frauen zu mir begleiten, sehen zumeist keine Notwendigkeit für einen Eingriff. 

Ist es also ein Klischee, dass Männer die treibende Kraft etwa für größere Brüste bei ihren Frauen sind?

Das habe ich in all den Jahren ein einziges Mal erlebt. 

Ganz allgemein: Wie sind die Schmerzen nach Schönheitsoperationen?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Schmerzen maximal zu reduzieren. Etwa durch lang wirksame, örtliche Betäubungsmittel. Natürlich gibt es Eingriffe, die danach zu Schmerzen führen, die aber mit entsprechenden Schmerzmitteln gut beherrschbar sind.

 

Kontakt:

Dr. Brigitte Schneider

Fachärztin für Chirurgie

3300 Amstetten

www.chirurgie-schneider.at