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Editor's Mind Angelica Pral-Haidbauers Kolumne

Editor's Mind | 30.03.2017

Als Heller seine Seele befragte

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Andrea Heistingers Traumgarten in Schiltern. Aus: "Die schönsten Gärten im Alpenraum", erschienen im Servus Verlag (© Helmut Mitter)

Die Lichtgestalt aus Niederösterreich

70 Jahre ist er jetzt: André Heller. Und die Journalisten standen Schlange. Erzählt hat er über sein Leben, wie das dschungelhafte Palmenhaus zum Zufluchtsort des kleinen Franzi Heller wurde, wenn er, verängstigt, den als Zuchtmeister agierenden Vater nicht mehr ertragen konnte. Aufwachsend in einer Familie, in der die Liebe nicht zuhause war. Erzählt hat er, von der Lichtgestalt seiner Kindheit, seiner Großmutter, die ihm in ihrer kleinen Biedermeiervilla in Niederösterreich bedingungslose Liebe geschenkt und den Sinn für Schönheit gelehrt hat. Ausprobiert hat er sich in seiner Jugend, sich zum Drogennarren und hybrisgesteuerten Arroganzling gemacht. Für wenige Jahre nur, denn dann beeindruckte er als Chansonnier, Filmemacher, Zirkusdirektor und international beachteter Multimedia-Künstler. Bis Heller seine Seele befragte und am Ufer des Gardasees seinen ersten botanischen Traum verwirklichte. Heilung suchend. Sein Lebensprojekt und Vermächtnis verwirklichte er, indem er alles verkaufte, was für seine Altersvorsorge gedacht war: Am Fuße des Atlasgebirges, in Marokko, lässt er als Ausdruck seines Heimwehs nach dem Paradies „Anima“ entstehen. Diesen acht Hek­tar großen Garten zu pflanzen ist seine Antwort auf die vielen katastrophalen Umstände in dieser Welt. Weil Gärten immer schöner werden, den Menschen überdauern, ein magischer Ort des Staunens, der Freude und Inspiration sind. 

Gärten

Sie lehren uns viel. Langmut, Vertrauen, Scheitern und blühenden Erfolg. Viele Gründe, warum das Garteln derzeit eine Renaissance erlebt. Geboren aus der Sehnsucht, kreativ ein Stück Erde bestellen zu können, im Dialog mit der Natur zu stehen und zu ernten. Mich persönlich hat besonders ein Bildband beeindruckt, der jetzt erscheint: „Lust auf Laube“. In opulenten Bildern und persönlichen Texten wird dort der neue Trend der „Generation Kleingarten“ beschrieben. Porträts von Menschen aus den verschiedensten Berufen, die einen Mix aus verwurzelten Alt-Schrebergärtlern und hippen Jung-Gärtnern bilden. Ein beeindruckendes Biotop, von individualistischen Gärten über respektierten Wildwuchs bis zum englischen Rosengarten eines Malers (in der April-NIEDERÖSTERREICHERIN gewähren wir Einblicke in drei Traumgärten).

Apropos Glück

Womit wir bei einem anderen zarten Pflänzchen wären, der Liebe. Behutsam zum Wachsen und Gedeihen gebracht, findet sie ihren sinnlichen Ausdruck in Form eines Blütenkranzes im Haar der Braut. Hochzeit in Niederösterreich, unser Sonderthema in der April-NIEDERÖSTERREICHERIN. Die junge Designerin aus Kritzendorf, Elisa Malec, hat – neben zwei kleinen Kindern – die prachtvollsten Brautkleider genäht, um rechtzeitig unser Wedding-Editorial auf Schloss Eckartsau shooten zu können. Danke, Elisa, für die durchgearbeiteten Nächte! 

Danke auch an die starken Frauen, die wir für unsere aktuelle Ausgabe treffen durften: Barbara Eder, unsere vielfach ausgezeichnete Regisseurin; Anita Hofmann, die uns mit ihren Musical-Operetten bezaubert; und an die Sexualtherapeutin Sabine Fallmann-Hauser, die uns die Wirkung von „Fifty Shades of Grey“ erklärt. 

Genießt entspannte Stunden in Euren paradiesischen Gärten, auf Euren Balkonen – oder in den Parks!

Eure Angelica Pral-Haidbauer