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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 02.07.2018

Kolumne: Look into my Life by Uschi Fellner

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© iStock by Getty Images

Gewiss erwarten Sie sich jetzt eine flockige Urlaubs-Kolumne von mir. Kann aber nicht damit dienen. Stehe nämlich vor einer Garage und kann nicht ­hinein. Ich stehe ständig vor Garagen und kann nicht hinein. In der heißen Stadt. Oder auch in der kalten, je nach Wetterlage. Da kommt keine Urlaubsstimmung auf, sondern blanke Aggression: SCHEIIIBE! Verzeihung bitte. Das war ein innerlicher Urschrei, richtig brüllen traue ich mich nicht, sonst führen sie mich vom Garagentor direkt in die Gummizelle, dabei will ich doch nur zu meinem Auto ...


Von vorne, also. Da ich viel mit dem Auto unterwegs bin, parke ich oft in Garagen. Um mein Auto wieder abzuholen, muss ich in die Garage wieder rein. So weit, so klar. Mir zumindest, und ich bin, wie Sie gleich merken werden, manchmal schwer von Begriff. Ich scheitere an den Apparaten, die an den Eingangstoren der Garagen-­Abgänge montiert sind. Dort steht: „Um die Türe zu öffnen, ziehen Sie Ihr Ticket durch“.


Liebe Leute: Ich habe es geschafft, bisher vier Kinder, vier Hunde, diverse Zeitschriften, ein Unternehmen sowie Petersilie im Topf großzuziehen, aber ich bin außerstande, ein Garagenticket so durchzuziehen, dass sich danach die Tür öffnet.

 

 

 

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© Stefan Joham

Ich kann das Ticket drehen, wie ich will, bei mir funktioniert es nicht. Also stehe ich idiotisch vor der Garage und warte, bis wer kommt, der ebenfalls sein Auto abholen will. Schneidig zieht derjenige dann sein Ticket durch den Apparat und ich atme zischend aus. Es macht „summ“, die Tür öffnet sich. Und ich umarme glücklich mein Auto, immer vorausgesetzt, ich finde es. Aber das ist eine andere Geschichte ...


Da ich gerade mein Innerstes nach außen kehre, verrate ich zügig eine weitere Schwäche: Ich kapiere bis heute nicht, wie das mit den SMS und WhatsApp-Nachrichten funktioniert. In meinem technischen Banausenhirn stelle ich mir das so vor: Millionen Nachrichten kreisen suchend herum, krachen zusammen, stürzen ab, kriechen in richtige oder falsche Leitungen. Und das, was herauskommt, liest sich dann wie auf meinem Handy: „Mein Wuschel! Ich liebe dich und verspreche dir, das wird unser letzter getrennter Urlaub! Deine Schmatzi“.
Definitiv bin nicht ich gemeint. Kenne keine Schmatzi. Mein Mann auch nicht. Natürlich überprüfte ich das, indem ich ihn mitten in der Nacht wachrüttelte und „Hallo Wuschel, hier ist Schmatzi!“ brüllte, um seine Reaktion zu testen. Er fragte mich, ob ich besoffen wäre, worauf ich erleichtert schloss, dass er nicht Wuschel ist und keine Schmatzi kennt.


Drei Tage lang überlegte ich, Schmatzi anzurufen, um den Irrtum aufzuklären, aber was hätte ich sagen sollen? „Hallo, spricht dort Schmatzi? Wollte nur sagen, ich bin nicht Wuschel!“ Also schickte ich eine SMS mit dem sachlichen Wortlaut: „Achtung, Ihre SMS wurde fehlgeleitet.“ Darauf erfolgte 24 Stunden keine Reaktion.
Dann kam die Antwort: „Mischen Sie sich gefälligst nicht ein.“


Werte Schmatzi also, falls Sie das jetzt lesen: Nichts liegt mir ferner, als mich einzumischen. Sie und Wuschel sind mir komplett wurscht! Und ich kann überhaupt nichts dafür! Kapiert? Ihre Wuschel, ich meine Uschel. So. Und jetzt zu den wichtigen Problemen: Falls Sie heute gegen 17 Uhr vorhaben, Ihr Auto aus der Garage Wien 1, Rathausplatz zu holen: Bitte seien Sie pünktlich, ich warte vor der Tür!

 

 

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