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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 05.03.2020

Mein Rote-Lippen-Experiment

Überraschung! Heute früh sprang ich beherzt über meinen Schatten und schlug zu. Farbenmäßig, mein Make-up betreffend. Normalerweise sieht die „Business-Uschi“ so aus: kaum Grundierung – macht nämlich älter, wenn zu viel :-) –, ausgiebig Wimperntusche und bissi nudefarbener Lipgloss.

So. Und da stand ich nun vor dem Spiegel und etwas in mir brüllte: „Ver.Änder.Ung!“ Tollkühn griff ich in die Lade, wo der rote Lippenstift ein kontaktarmes Dasein fristet. Erst einmal benutzt und gleich wieder abgewischt. Zu rot, zu laut und überhaupt.

Meine Wimpern waren noch nicht getuscht, gut so. Ich platzierte nur einen Hauch von Schwärze auf die äußersten Wipfel. Und dann malte ich meine Lippen knallrot aus, mattierte kurz, jetzt die zweite Schicht. Einmal noch abpressen, danke. Sollte halten für den Rest des Tages.

Ohoo!“, begrüßte mich die erste Kollegin. „Haben wir heute noch was Schönes vor?“ Hm, na ja, wie immer halt. „Schaut cool aus“, sagte sie schon halb im Gehen, „solltest du öfter tragen!“ Fazit nach vier Stunden rotem Lippen-Bekenntnis im Büro: Die Frauen fanden’s gut. Die Männer reagierten gar nicht oder mit einem risikoarmen „Schaust irgendwie verändert aus, heute!“.

Einer, nämlich meiner, verstieg sich zur besorgten Frage: „Ist dir schlecht? Du bist heute so blass ...“ Ich vermutete bei ihm schon immer eine individuell auftretende Form der Farbenblindheit.

Stil ist, wenn man trotzdem lächelt. Und wenn man sich nicht festlegen lässt. Der März ist zum Experimentieren da, finde ich. Und eine Frau hat definitiv nicht nur ein Gesicht!

Herzlichst Ihre (zurzeit ziemlich veränderungsfreudige) Uschi Fellner, Herausgeberin und Chefredakteurin

Bild (c)www.stefanjoham.com-6645.jpg
© Stefan Joham