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SOCIAL DISTANCING – DAS HOME MOVIEby Klaus Peter Vollmann

SOCIAL DISTANCING – DAS HOME MOVIE | 30.03.2020

SOCIAL DISTANCING – DAS HOME MOVIE #3

Jetzt exklusiv auf looklive

Was bisher geschieht:

Der Fuß ist grün und blau.

Mein Mann ist ein guter Koch.

Ich bin ein hervorragender Esser.

 

Leider kommt die Handlung nun so richtig ins Stocken, weshalb die Produzenten bereits ernsthaft erwägen, das Doku-Drama aus dem Programm zu nehmen. Es fehlt der Plot. Und wo es einen gibt, kippt er ins Alltagstragische. Meine Trainingspause dauert bereits eine Woche an. Das heißt, ich habe genau einmal Sport gemacht. Meine körperliche Expansion schreitet indes ungehemmt fort. Kein Wunder, werde ich doch täglich bekocht: Gestern gab es Parmigiana, vorgestern Pasta mit grünem Spargel, heute einen Canossa-Gang auf die Waage. Entsetzen. Panik. Selbsthass.

Wie muss es erst all den Gschisti-Gschasti-Managern gehen, die plötzlich erkennen: Uns braucht man gar nicht so dringend. Eigentlich fast gar nicht. Die wirklich coolen Berufe sind andere. Kläranlagen-Arbeiter zum Beispiel. Von deren Systemrelevanz sind wir meilenweit entfernt. Erst recht dann, wenn wir als Instagram-Models unser angeberisches Dasein fristen. Ein solches hat erst unlängst – stilgerecht gewandet in einen Bikini und auf Bali in den Sand drapiert – erklärt, dass der Tod gar nicht so schlimm sei. Sondern nur der Übergang in eine andere Daseinsform und deshalb zu akzeptieren. Und zwar je Corona, desto eher. Dabei war der Post nicht einmal von der Bestattungsindustrie gesponsert. Sondern dem halbnackten Model ganz unbezahlt einfach so in den erleuchteten Sinn gekommen. Mit dem Philosophiestipendium dürfte es trotzdem nichts mehr werden.

Meine Gewinnerin der Corona-Krise steht übrigens schon fest: Es ist die Zimmerpflanze der ORF-Rom-Korrespondentin. Sie zeigt auch in trister Lage ungebrochen Würde. Lassen wir uns doch alle davon inspirieren – ob dies tatsächlich gelingt, erfahren Sie in Folge 4.