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Events | 05.10.2017

Anders erzählt

Das gibt‘s nicht zum Googeln: Das erste Haus der Geschichte stellt mit interaktiven Tools spannende Zusammenhänge zwischen den Epochen dar und verblüfft auch mit kuriosen Exponaten.

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HIER ENTSTAND KULT. Der Schnittplatz von Filmemacher Franz Antel („Der Bockerer“) (c) Daniel Hinterramskogler

Gute zehn Meter ragt der Grenzturm in die Höhe, daneben baumelt ein spektakuläres Flugobjekt von der Decke, mit dem einst die Flucht nach Westeuropa gelang. Ein Wow-Effekt im Doppelpack, befindet man sich doch unter dem Dach eines Museums – im brandneu eröffneten Haus der Geschichte in St. Pölten, direkt neben dem Haus der Natur. „Wir haben im Museum Niederösterreich eine zweigeteilte Kulturmarke geschaffen; die beiden Häuser sind sehr verwoben“, betont Museumsgeschäftsführer Matthias Pacher.

 

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ERST 2010 ENTDECKT. Der Schatz von Wiener Neustadt: Der Goldschmied wollte vermutlich keine Tormaut zahlen und vergrub seine Preziosen um 1400. Foto: Atelier Olschinsky Landessammlung NÖ

Das Haus der Geschichte ist eine Premiere in Österreich, man trumpft mit einem innovativen Konzept auf: Das Geschehene wird nicht chronologisch erzählt; eingeteilt in Themencluster, werden Zusammenhänge über Jahrtausende hergestellt, Parallelen wie Unterschiede herausgearbeitet. So steht neben einem originalen Kinderwagen vom Brünner Todesmarsch (1945, Vertreibung deutschsprachiger Bevölkerung) ein Kinderwagen einer syrischen Flüchtlingsfamilie aus Nickelsdorf (2015). „Unsere Ausstellung ist sehr aktuell – und so konzipiert, dass jederzeit nachjustiert werden kann und muss“, sagt Geschäftsführer Pacher. Ein Herzensanliegen ist ihm die Kulturvermittlung auf mehreren Ebenen: So gibt es neben Führungen und Workshops für Schulen auch eine App mit Hintergrundinfos. Eingebettet wurden in die Dauerausstellung auch sogenannte Foren – quasi „Leos“, in denen man die Themen diskutieren oder spielerisch Revue passieren lassen kann. Dort werden insbesondere an Wochenenden Kulturvermittler unterwegs sein, die auch spontan befragt werden können.

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ZUM NACHHAKEN. In den Foren können die BesucherInnen nach Herzenslust diskutieren oder die Themen spielerisch aufgreifen. (c) Daniel Hinterramskogler

Auf rund 3.000 Quadratmetern sind mehr als 2.000 Objekte untergebracht; zum Staunen gibt es genug: Platz nehmen darf man in einer Volksschulklasse, die auf einem Mödlinger Dachboden entdeckt wurde, Minister Wolfgang Brandstetter stellte als temporäre Leihgabe seinen „heiligen“ Puch 500 zur Verfügung. „Vermutlich eines der letzten Modelle, das vom Band rollte“, weiß Pressesprecher Florian Müller. In die Reihe besonderer Exponate reihen sich etwa der Schatzfund von Wr. Neustadt ein, der Bonjour-Mantel von Kaiser Franz Joseph und das einzig vollständig erhaltene Faksimile des Staatsvertrags. Zum Interagieren gibt es auch so einiges: Selbst Pofesen können auf einem mit Display ausgestattetem Herd zubereitet werden.

Haus der Geschichte im Museum NÖ

Das aktuelle Programm:

Schwerpunktausstellung „Umkämpfte Republik: Österreich 1918-1938“: bis 24. März 2019 (zusätzlich zur Dauer­ausstellung);

Lange Nacht der Museen: 7. Oktober;

Infos: www.museumnoe.at