Loading…
Du befindest dich hier: Home | Events

Events | 21.11.2017

„Wellentäler“

Die Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen – zu diesem Thema haben drei junge Niederösterreicher eine Doku gedreht, mit dem Ziel, bessere Rahmenbedingungen für die Betroffenen zu schaffen. Begonnen hat das Projekt an der FH St. Pölten...

Bild 1711_N_Leben_Wellentaeler_He.jpg
Brennt für das Thema: Produzentin Katharina Heller (27) (© Katharina Heller)

Niederösterreicherin: Was hat Sie dazu motiviert, gemeinsam mit zwei Studienkollegen dieses Filmprojekt zu starten?
Katharina Heller: Alexander und Daniel studierten an der FH St. Pölten Medientechnik und ich Soziale Arbeit. Als sie mir erzählten, dass ihr fünftes Semester ein großes Projekt beinhaltet, entstand daraus die Idee, soziale Thematiken medial aufzuarbeiten. Daraus entwickelte sich dann unser studienübergreifendes Projekt. Nach vielen Diskussionen und einer Online-Umfrage, bei der die Problematik psychisch erkrankter Menschen im Ranking auf Platz zwei landete, haben wir uns für dieses Thema entschieden, zumal mir dieses schon während meiner Studienzeit ein großes Anliegen war.

Sie haben den Film neben Studium und Arbeit mit einem Nebenjob finanziert...
Die Produktion des Films dauerte mehr als ein Jahr – also weit über das Projektsemester hinaus. Eine anstrengende Zeit, in der Freizeitaktivitäten fast nicht möglich waren, auch Familie und Freunde kamen zu kurz. Es verging kaum ein Tag, an dem Alexander, Daniel und ich nicht an dem Projekt arbeiteten, dementsprechend ist es natürlich manchmal auch zu Spannungen gekommen. Die FH St. Pölten war uns aber eine große Unterstützung, indem sie uns das meiste notwendige Filmequipment zur Verfügung stellte, was ja einen großen Teil der Produktionskosten ausgemacht hätte. Unsere Dozenten und Lektoren standen uns vor allem in der Phase der Produktion und beim Final Screening mit Rat und Tat zur Seite. Ein großer Aspekt waren natürlich auch unsere Protagonisten, die den Mut hatten und sich die Zeit nahmen, bei diesem Projekt mitzuwirken. Die meiste Kraft erhielt ich dadurch, dass wir drei ein Team mit höchster Motivation waren und das beste Ergebnis rausholen wollten. Da jammerte niemand, wenn wir bis drei Uhr nachts gearbeitet haben und nach fünf Stunden schon wieder eine Vorlesung hatten.

Bild 1711_N_Leben_Wellentaeler_Ki.jpg
(© Katharina Heller)
Bild 1711_N_Leben_Wellentaeler_Fi.jpg
Am Set. Katharina, Alexander und Daniel mit dem Protagonisten Kurt Senekovic (© Katharina Heller)

In Niederösterreich, der Steiermark und in Vorarlberg konnten Sie bereits ausverkaufte Premieren feiern. Wie geht’s weiter?
Wir würden gerne in jedem Bundesland eine Kinovorstellung veranstalten und sind derzeit mit Tirol, Burgenland, Wien und Kärnten im Gespräch. Auch der DVD-Verkauf läuft seit der ersten Premiere. Unser großes Ziel wäre das Fernsehen. Wir bieten „Wellentäler“ auch Organisationen und Vereinen an, damit diese den Film in ihrer Arbeit verwenden können. Auch wird der Film für Ausbildungszwecke bereits verwendet. Seit 2015 sind wir mit der Distribution beschäftigt und wollen das auch noch länger forcieren, da das Thema des Films immer aktuell ist.
Welche Initiativen setzen Sie abseits des Films, um die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren?
Zum einen arbeite ich als Sozialarbeiterin hauptberuflich im sozialpsychiatrischen Bereich, und zum anderen betreibe ich Aufklärung über dieses Thema in verschiedenen Vorträgen im ländlichen Raum, in Ausbildungsstätten sowie in vielen privaten Gesprächen.