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Events | 09.01.2019

Müssen alle gleich sein?

Die erste große Liebe – und was das mit dem Frauenwahlrecht zu tun hat. Das Theater Jugendstil knüpft sich Genderfragen & Co. tiefgründig und humorvoll vor.

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Was ist Frau? Was ist Mann? Als ob Liebe nicht ohnehin schon kompliziert genug wäre. (© Sophie Berger)

Frau und Mann: gleiche Rechte, gleiche Chancen, gleiche Bedürfnisse? Wenn Mama kocht und Papa den Rasen mäht, muss mich das stören? 100 Jahre nachdem das Frauenwahlrecht in Österreich eingeführt wurde, gibt es noch immer Unterschiede im Einkommen. Vieles ist im Wandel, der Prozess noch lange nicht im Finale. Wie verwirrend muss das eigentlich für Heranwachsende sein, wenn schon Erwachsene meinen, bloß mit der Frage des höflichen Türaufmachens überfordert zu sein?

„GLEICH ungleich GLEICH“ ist der Titel der aktuellen Produktion von „Theater Jugendstil“, in der man sich auf der Bühne mit eben dieser Thematik auseinandersetzt. Das ehrgeizige Team um die Gründerinnen Sophie Berger und Susanne Preissl kommt dabei in gewohnter Manier ohne schlaue Ratschläge und Zeigefinger aus. Vielmehr animieren sie ihr – vorrangig, aber nicht ausschließlich – junges Publikum zum Nachdenken und Diskutieren. Das gelingt dem preisgekrönten Verein mittlerweile seit Jahren mit pointierten wie aufwühlenden Theaterstücken, dargebracht von jungen Schauspielerinnen und Schauspielern; Regie führt Paola Aguilera. 

„GLEICH ungleich GLEICH“ erzählt die Geschichte von Lukas und Melina.  Frisch verliebt sind die beiden plötzlich mit einer irritierenden Frage konfrontiert: Was ist, wenn alle Vorstellungen, die man zur ersten großen Liebe hat, nicht mehr dem entsprechen, was einem die Eltern noch vorgelebt haben? „Schmetterlinge im Bauch und Gender im Hirn!“, bringt es Raoul Biltgen auf den Punkt. Der aus Luxemburg stammende Autor schrieb schon in den vergangenen Jahren über Themen, die junge Menschen bewegen. So wurde aus seiner Feder etwa „Der freie Fall“ zum Thema Radikalisierung von Jugendlichen aufgeführt, im Vorjahr produzierten Sophie Berger und Susanne Preissl sein „Smack Cam“, das gewalttätige (Handy-)Videos im Fokus hatte.

 

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Ausgezeichnet. Susanne Preissl und Sophie Berger sind Träger des Anerkennungspreises des Landes (2015, Sparte „Darstellende Kunst“). (© Theater Jugendstil)

Nicht nur für junge Leute

Das Ensemble tourt ab Jänner mit  „GLEICH ungleich GLEICH“ vorrangig durch Niederösterreich; zum Großteil handelt es sich hierbei um Vorstellungen für Schülerinnen und Schüler. Empfehlenswert sind die Produktionen ebenso für Erwachsene. Zum einen fördern sie raffiniert das Verständnis zwischen den Generationen, zum anderen ist es ein besonderes Erlebnis mit Jugendlichen im Publikum zu sitzen. Da gibt es empörte Zurufe und Jubel, Mucksmäuschenstille, wenn die Spannung steigt – und inspirierende Diskussionen nach der Vorstellung.

INFOS:

Niederösterreich-Premiere: 28. Jänner 2019, 11 Uhr; Stadttheater Bruck/Leitha, Raiffeisengürtel 43. Tickets: [email protected]

Wien-Premiere: 5. April 2019, 19 Uhr; Akzent Theater, Theresianumgasse 18, 1040 Wien. Tickets: www.akzent.at

Weitere Termine: Schülervorstellung mit öffentlichem Restplatzkontingent in Bruck/Leitha, Baden, Hollabrunn, Stockerau, Wien.

Infos: www.jugendstil-theater.com