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Events | 12.08.2018

Der Appell der Linie

In der Kunsthalle Krems ist die Sammlung des Schweizer Unternehmers Hubert Looser zu sehen. Sie zählt zu den herausragenden europäischen Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst in Europa.

Die spektakuläre Ausstellung „Picasso - Gorky - Warhol“ veranschaulicht mit über 150 Werken aus der Sammlung Hubert Looser das Spannungsverhältnis zwischen Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Darunter finden sich etwa Werke von Willem de Kooning, Arshile Gorky, Roni Horn, Jasper Johns, Yves Klein, Catherine Lee, Agnes Martin, Pablo Picasso, Cy Twombly, Fabienne Verdier und Andy Warhol. Die Geschichte der Sammlung reicht bis ins Jahr 1962 zurück, als der 24-jährige Hubert Looser in Kambodscha sein erstes Werk erwarb: eine historische Papierarbeit der Tempelanlage Angkor Wat. Obwohl der Schwerpunkt der Sammlung auf moderner und zeitgenössischer Kunst der westlichen Hemisphäre liegt, finden sich darin auch vereinzelt Schätze antiker Kunst aus dem asiatischen Raum. Der ehemalige Unternehmer hat seit 1988 über 40 humanitäre Projekte unterstützt, davon zwei in jener Region.

Den Grundstein für seine moderne und zeitgenössische Kunstsammlung legte der Zürcher Unternehmer mit Schweizer Positionen wie Hugo Weber, Lenz Klotz und Kurt Seligmann, wobei sich über die Jahre Werke von international bekannten Größen hinzugesellten. In den frühen 1990er-Jahren stieg er in den Markt für US-amerikanische Kunst ein und erwarb eine Mao-Zeichnung von Andy Warhol aus dem Jahr 1973. Neben der reinen Zeichnung galt sein Interesse besonders dem abstrakten Expressionismus, allen voran den Werken Willem de Koonings. Heute zählt der De-Kooning-Bestand in der Sammlung Looser zu den bedeutendsten in Europa. Ein weiteres Hauptwerk der Sammlung und ebenfalls in der Kunsthalle Krems zu sehen ist Pablo Picassos zeichnerisch bemalte Skulptur Sylvette von 1954. In ihr vereinen sich Zeichnung und Plastik auf genial-spielerische Art. Diese Skulptur hat auch eine große persönliche Bedeutung für den Sammler. Auf die Frage, welches Werk aus seiner Sammlung er auf die bekannte einsame Insel mitnehmen würde, antwortete der Philanthrop: „Wahrscheinlich die Sylvette-Skulptur, weil sie zwei mir bekannte Lebensgeschichten in Erinnerung ruft, nämlich jene von Picasso und jene von dem Modell Sylvette. Außerdem ist diese Skulptur ein Meisterwerk von Picasso und gleichzeitig auch eine Zeichnung verbunden mit Malerei auf einer Blechplatte.“

Von zentraler Bedeutung ist für Hubert Looser die Linie, ob auf der Fläche oder im Raum. Die Linie und mit ihr die Zeichnung ist für ihn ein Appell, sich intuitiv und feinfühlend mit Kunst auseinanderzusetzen. Vor allem die frühen Schweizer Ankäufe seiner Sammlung aus den 1960er- und 70er-Jahren sind zumeist Arbeiten auf Papier. Diesen Zeichnungen von Vertretern des Surrealismus und des Informel werden in Krems Werke internationaler kunsthistorischer Grö­­ßen gegenübergestellt. Die Ausstellung „Picasso – Gorky – Warhol. Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Sammlung Hubert Looser“ wirft einen frischen Blick auf die Werke der Sammlung Looser und rückt das weniger Beachtete in den Fokus, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Paral­lel dazu ist in der Kunsthalle Krems und in der Dominikanerkirche eine umfassende Werkschau der österreichischen Objekt- und Medienkünstlerin Eva Schlegel zu sehen.

PICASSO – GORKY – WARHOL SKULPTUREN UND
ARBEITEN AUF PAPIER.
SAMMLUNG HUBERT LOOSER

01.07. bis 04.11.2018
Kunsthalle Krems
www.kunsthalle.at