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Events | 07.11.2018

Music is the doctor

Egal auf welcher Art von Bühne: DIE ECHTEN erfreuen uns bei all ihren Auftritten mit subtiler Verhörer-Komik und musikalischer Power. Vier Vokalakrobaten aus Niederösterreich mit einzigartig vokaler „Haarmony“ ...

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DIE ECHTEN. Alexander Wartha, Christine Kisielewsky, Stephan Gleixner, Franz Alexander Langer (© Iris Camaa)

Wie klingt „der kleine Grüne Kaktus“ als A-cappella-Hard-Rock- Song? Und was, wenn Mozart oder Jon Bon Jovi „Stille Nacht“ komponiert hätten? Oder beide zusammen?? Kann man es heute noch „wagnern“, einen Wal küren zu wollen? Und war Verdi seiner Zeit voraus, als er bereits 1851 über La donna è mobile, also die Dame und ihr Handy schrieb? Diesen und anderen Fragen gehen Chris Kisielewsky, Stephan Gleixner, Franz Ale­xander Langer und Alexander Wartha als Haarmonian Comedists auf den Grund und (Klang-)Boden. In ihrem neuesten Programm nehmen uns die vier Niederösterreicher als  Österreichs stimmgewaltigste Vocal Comedy Gruppe mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Stimme. Wir fragten nach ...

Niederösterreicherin: Was ist das Einzigartige an „DIE ECHTEN“ für euch?

DIE ECHTEN: Dass vier komplett verschiedene Stimmen, Charaktere und Persönlichkeiten zusammen klingen, stimmen und Spaß haben – sowohl untereinander als auch mit unserem Publikum – ist sicher eine Seltenheit, die uns ausmacht. Das macht man nur in dieser Intensität und über unglaubliche 18 Jahre, wenn man trotz aller Unterschiedlichkeiten und natürlich auch vorkommenden Diskussionen schon mehrfach erlebt hat, dass es funktioniert. Und dass die gemeinsame Musik über allem steht. Music is the doctor. Ein so wahrer Spruch.

Was erwartet uns im neuen Programm „Haarmonian Comedists“?

„Haarmonian Comedists“ ist eine a-chronologische stimmliche und textliche Zeitreise durch die Epochen. Wir singen modernes und klassisches Liedgut und summen, verhören, mund-gitarren und -trompeten uns durch verschiedene Stile. Natürlich gibt‘s auch einen verhörten Beitrag von einer Gesangsgruppe, die ähnlich klingt wie unser Programmtitel. Aber mehr wird nicht verraten. Jedenfalls bleibt kein Ohr trocken! Versprochen!

Woher nehmt ihr eure Inspiration?

Jeder von uns steigt offenbar gern auch mal aus der Realität aus und geht mit seinen Gedanken Gassi. Daraus entstehen – neben aktuellen gesellschaftlichen Themen, die wir besingen – oft unsere Liedtexte auf gehobenem Nonsens-Niveau mit gepflegter Instrumentenlosigkeit.

Wie man bei euren Songs deutlich hört, seid ihr alle Profimusiker. Warum wolltet ihr im Comedy-Bereich Fuß fassen?

Nur zwei Beispiele von großartigen Künstlern, die nahe an der Komödie gebaut waren: W.A. Mozart hatte eine Affinität zum Komischen und war – so sagt man – in seiner Seele ein Schelm. Man denke an viele Lieder, wie etwa „Bona Nox“ oder seine Briefe. Frank Zappa fragte einst in einem seiner Alben: Does humour belong in music? Unsere Antwort ist ganz klar: YES! Ohne uns mit den beiden Genannten vergleichen zu wollen, ist die Affinität zum Komischen, Sarkastischen oft bei Künstlern zu beobachten. Auch bei uns war es eine natürliche, wenn auch nicht ausschließliche Entwicklung, auch in den musikalischen Comedy-Bereich einzutauchen und diesen in die jeweilige Bühnentätigkeit zu integrieren.

Kann man dieses Komödiantische lernen?

Wir haben, wie viele Künstlerinnen und Künstler, einen Hang zur Selbst­ironie und sind außerdem alle begeisterte Kabarettfans. Daher ist das Dabeisein als Hard-Chor beim ORF Kabarettgipfel (der nächste ist übrigens am 3. und 4. Dezember) für uns alle ein Highlight! Wenn man sich also mit einem Genre permanent beschäftigt, geht es irgendwann in Fleisch und Blut über, und schließlich fließt es in die eigene Performance ein. 

 

 

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Österreichs stimmgewaltigste Vocal Comedy Gruppe (© Iris Camaa)

Ihr habt alle tolle Ausbildungen – eure einzige Dame, Christine, ist sogar dreifache Magistra – und unterrichtet zum Teil an Musikuniversitäten – wie arbeitet man mit diesen Qualitäten in einer À Cappella Vocal Comedy Gruppe? Tut man sich dabei schwer, nicht „akademisch“ zu sein, oder braucht man das sogar dafür?

Unsere musikalische Ausbildungen und unsere Vorerfahrungen mit anderen Projekten helfen uns natürlich beim Arrangieren, Komponieren, Texten, Improvisieren etc. Trotzdem lassen wir stets unser Bauchgefühl, unseren Spirit, den einzelnen, staunenden Autodidakten mitregieren. Nur das „Gelernte“, das „Bewusste“ anwenden, ist halt auch nur die halbe Miete. Gerade das Intuitive, Unerklärbare macht‘s oft aus. Und beide Pole zusammen bilden die gesamte Persönlichkeit ab, erst dann gibt es Balance. Bei vier Leuten ist das eines der wichtigsten Zutaten für die Zusammenarbeit.

Gab‘s einmal auch andere Berufswünsche?

Ja, natürlich! Indianer, Chef, Kellnerin, Pensionist, Bankkauffrau, Rettungsschwimmer bei Baywatch, Feuerwehrmann, Millionär ... das Übliche. Dann erwacht man als Erwachsener in der harten Realität und erkennt: Einer der sichersten Jobs ist noch immer der des Künstlers, da ist man unkündbar (großes Lachen).

Ihr lebt in Niederösterreich, was schätzt ihr daran besonders?

Da gibt‘s viele gute Gründe. Aber einer toppt alles: Das ist eindeutig der Wein! Und die Viertel. Dann natürlich die Landschaft. Und die Leute. Die Küche. Und nicht zuletzt die Nähe zu Wien, dort passiert ja neben Niederösterreich auch ein guter Teil unserer Tätigkeiten.

Tragt ihr alle gleich viel zum Programm bei oder liegen dem einen eher die Texte, dem anderen die Arrangements?

Nein, wir texten, komponieren, arrangieren alle gleichermaßen. Jeder bringt seinen Input in den gemeinsamen Arbeitsprozess ein, es wird dann getüftelt, gedoktort, verworfen, refurbished, umgedreht, diskutiert, drüber geschlafen (lacht). Dann versuchen wir das größte Gemeinsame, das Beste von jedem, herauszufiltern und in ein Programm zu gießen. Das ist schweißtreibend, anstrengend, aufregend, erfüllend.  Danach sind wir  – wie auch jetzt nach unserer Premiere – wie nach einer Geburt: erschöpft, aber glücklich.

Ihr habt auch mit eurem mittlerweile 14. Programm wieder einige Bühnenkilometer vor euch. Gibt es Rituale, wenn ihr auf Tour seid?

Früher riefen sich Alex und Stephan vor jeder Fahrt zum Auftritt wegen der Stimmgabel an. Heute whatsappen Chris und Franz vor den Auftritten, wer die Lesebrillen für Alex und Stephan mitnimmt ...

NÖ-Premiere

9. November, 19:30 Uhr
Danubium Tulln

Alle folgenden Termine unter
www.dieechten.com