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Events | 17.08.2020

Nitsch und die Farben der Pfingstrosen

Pastellig, bunt und irgendwie fröhlich. Seit 1. Juli 2020 präsentiert das nitsch museum Mistelbach 80 großformatige Bilder des Universalkünstlers aus den beiden neuen Malperioden, der 81. und 82. Malaktion: „Hermann Nitsch – Neue Arbeiten“.

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© nitsch museum/ Renate Heger

Die Arbeiten, entstanden im Zeitraum von Juli 2019 bis April 2020, bestechen durch völlig neue, leuchtende Farbkompositionen, inspiriert von Pfingstrosen und anderen Frühlingsblumen. „Es macht mir große Freude, mich bei meinen Arbeiten, die ich als Achtzigjähriger noch herzustellen vermag, auf die blumenfarbige Leuchtkraft der geschmierten Farbsubstanz zu konzentrieren. Mehr denn je ist mir die Auferstehung ein Prinzip“, sagte Hermann Nitsch bei einer der Malaktionen im Jahr 2019 zu seinem unverwechselbaren Auferstehungszyklus. Michael Karrer, der künstlerische Leiter des nitsch museum, zeigte sich, als er die neuen Arbeiten sah, überwältigt: „Nitsch bediente sich der Farben der Blumen und wollte nicht nur deren Farbpalette, sondern vielmehr das Licht dieser Blumen einfangen. Es entstanden Farbklänge des Lichts, die eine gewohnt opulente Farbsubstanz ergänzten.“ Und tatsächlich überrascht Hermann Nitsch in dieser Ausstellung mit einer üppigen Farbpalette aus leuchtenden Tönen, bei der intensive Farbcluster mit reliefartiger Haptik auf eine transzendente Leichtigkeit treffen. Auferstehung.

In andere Sphären.
„Die Malerei von Nitsch wurde in den letzten Jahren deutlich lebensbejahender und freudiger, dies ist auch in den Bereichen seiner Musik und seiner Aktionen zu bemerken. Sein aktuelles Werk ist wach, weise und reif, intensiv, konzentriert, rein und gewissermaßen ‚leicht‘ zugleich. So wie Nitsch in seiner Musik eine Sphärenmusik anstrebt, so bündelt er in seiner Malerei das Licht der Farben, denn Farben und Licht sind für Nitsch eine Angelegenheit der Auferstehung“, schreibt Michael Karrer in der Einleitung des Katalogs, der zur Ausstellung erscheint.

Die Nitsch-Sinfonien.
Gemeinsam mit Werken aus anderen Disziplinen und den Malzyklen zeigt das nitsch museum eine Gesamtinstallation neuer Arbeiten des Universalkünstlers. Die Präsentation in der Kapelle des Museumsareals widmet sich der Musik von Hermann Nitsch. In Kooperation mit dem Institut für Schallforschung der Akademie der Wissenschaften werden Sinfonien des Künstlers mithilfe eines Spektrogramms visualisiert. Die einzelnen Töne und deren Frequenzen werden dabei bildlich in Form von Linien dargestellt. Auf der vertikalen Achse wird der Zeitverlauf der Töne, auf der horizontalen Achse der entsprechende Frequenzverlauf festgehalten. In der Kapelle des Museumsareals werden Visualisierungen der Nitsch-Sinfonien zu sehen sein.

"Meine Arbeit soll eine Schule des Lebens, der Wahrnehmung und der Empfindung sein und mit allen fünf Sinnen erfahren werden."

Hermann Nitsch

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Nitsch Museum.
Gesamtinstallation der neuen Arbeiten


(c) Nitsch Museum/Manfred Thumberger

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Pfingstrosen. 2019


(c) nitsch museum/Manfred Thumberger

Der Aktionist

Hermann Nitsch (81) zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Wiener Aktionismus und ist einer der vielseitigsten zeitgenössischen Künstler: Maler, Grafiker, Komponist und Bühnenbildner. Nitsch gilt als Enfant terrible der österreichischen Kunstszene und ist dafür bekannt, Tierkörper, Blut und Teile geschlachteter Tiere zu nutzen. Sein Gesamtkunstwerk, das Orgien Mysterien Theater, demonstriert das breite Spektrum seiner Kunst und fordert alle fünf Sinne des Publikums. Der mehrfach ausgezeichnete Künstler lebt und arbeitet auf seinem Schloss in Prinzendorf an der Zaya sowie in Asolo, Italien. Seine Werke sind in zwei monografischen Museen in Mistelbach und Neapel sowie in der Nitsch Foundation in Wien und in internationalen Museen und Galerien ausgestellt.

Infos:
www.nitschmuseum.at, www.nitsch.org