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Events | 22.09.2020

Entspannt eintauchen

„fabelhaft!NIEDERÖSTERREICH“: Das Festival des Erzählkünstlers Folke Tegetthoff – es startet am 1. Oktober – trumpft heuer erstmals mit einer „Ladies Only Gala“ im brandneuen Sconarium in Bad Schönau auf.

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„fabelhaft!NIEDERÖSTERREICH“: Das Festival des Erzählkünstlers Folke Tegetthoff trumpft heuer erstmals mit einer „Ladies Only Gala“ im brandneuen Sconarium in Bad Schönau auf. (© Nikolaus Pfusterschmid)

Ist es Ihnen manchmal auch einfach zu laut und zu viel? Haben auch Sie manchmal die Sehnsucht (und geben ihr hoffentlich auch nach), einfach im Wald zu sitzen und zu lauschen? „Unsere Welt ist unglaublich laut geworden“, weiß der renommierte Erzählkünstler Folke Tegetthoff. „Im Alltag erleben wir kaum mehr Momente der Stille.“

Wie wohltuend diese ist, zeigt er im Rahmen des „Internationalen Storytelling Festivals“ in bemerkenswerter Weise: Er ließ sogenannte „sound||spaces“ bauen, die wie kleine Raketen aussehen. „Wenn man hineingeht und einen Druckknopf betätigt, beamt man sich in den Wald, ans Meer, auf einen Berg oder in den Mutterleib“, beschreibt er. Gebaut wurden die Klang­oasen von Tischlerlehrlingen der Landesberufsschule Fürstenfeld; sie stellten sich dabei vielen Herausforderungen: Die „sound||spaces“ schirmen den Lärm ab, werden via Fotovoltaikanlage betrieben und sollen Wind und Wetter standhalten, weil sie auch auf Tour gehen werden. Zu den ersten Stationen gehört Bad Schönau, wo sie im Kurpark in bester Gesellschaft von zahlreichen weiteren Erzähl-Objekten von Folke Tegetthoff gastieren.
Dieses Jahr lockt das Festival „fa­belhaft!NIEDERÖSTERREICH“ mit einem facettenreichen Programm und vielen spannenden Erzählformen. Zudem findet in Bad Schönau die Premiere für eine „Ladies Only Gala“ statt.

NIEDERÖSTERREICHERIN: Wieso ein Event speziell für Frauen?
Folke Tegetthoff: Solche Galas haben wir schon in St. Pölten und mehrmals in Graz gemacht, sie sind immer ein Wahnsinnserfolg. Das Erstaunliche ist, dass die Atmosphäre eine völlig andere ist. Das spürt das Publikum, das spüren aber auch wir Künstler. Die Stimmung ist entspannt, ich muss auf der Bühne weniger Gas geben. Sind Männer im Publikum, ist zumindest einer dabei, der in einer Art Konkurrenzmodus ist (schmunzelt). Ich weiß aus meiner Arbeit, dass Frauen viel bessere Zuhörer sind, sich dem Zuhören urteilsfrei hingeben können. Ihre Eingangsbereitschaft, sich darauf einzulassen was kommt, ist größer.

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der Erfinder. Die Erfolgsgeschichte von Folke Tegetthoffs „Internationalem Storytelling Festival“ begann vor 33 Jahren. Auch heuer geht es in mehreren Bundesländern über die Bühne.

(c) Jorj Konstantinov

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Sconarium. Interaktive Ausstellung und bemerkenswerte Bühne in Bad Schönau

(c) Virgil Widrich

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Wunderkind aus Österreich. Allegra Tinnefeld mit ihrem Vater Joachim Tinnefeld

(c) Nikolaus Pfusterschmid

Wieso ist das so?
Das ist auch genetisch bedingt. Die Frau ist die Gebende, Empfangende, das zieht sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit. Frauen stehen nicht in einem ständigen Konkurrenzkampf und Entspannung ist die Grundvoraussetzung für besseres Zuhören. Was bedeutet Zuhören? Meinem Gegenüber Achtung und Respekt schenken. In meiner „Schule des Zuhörens“ (Erzählvortrag, Anm.) sind immer rund 80 Prozent der Gäste Frauen und von den 20 Prozent Männer sind maximal die Hälfte freiwillig dort (lacht).

Wie kann man das ändern?
Wir sind mittendrinnen im Wandel, denn das Patriarchat hat zum Glück klar ausgespielt. Die Welt muss sich verändern. Die #MeToo-Bewegung weist klar darauf hin, Männer können sich nicht mehr das herausnehmen, was sie etwa vor 20 Jahren getan haben. Diese alten, „männlichen“ Verhaltensweisen widersprechen ja schon dem Menschsein an sich, das bedeutet: Respektiere und achte den anderen, nimm dich zurück, setz dich nicht in den Vordergrund.

Bei der „Ladies Only Gala“ wird es Musik, Tanz, Puppen- und Schattentheater geben, auch Sie werden auftreten – alles unter dem Titel „Märchenhaftes Liebesglück“. Wieso Liebe?
Die Liebe passt besonders gut zum Thema Erzählen, weil sie auch von unserem Innersten kommt. Die Liebe ist verbunden mit Begriffen wie Gefühl, Emotion, Intuition – so wie auch eine Geschichte, die erst durchs Zuhören eine Geschichte wird. Erst die Zuhörer machen die Geschichte lebendig.

Die Leitung des Festivals machen Sie mit Ihrer Tochter. Wie kam es dazu?
Tessa hat bereits übernommen! Ich bin nur jetzt ein bisschen mehr involviert, weil sie kürzlich ihr zweites Kind bekommen hat; aber wir haben auch ein sehr gutes Team. Tessa ist mit dem Festival aufgewachsen; als es das erste Mal stattgefunden hat, war sie drei Jahre alt. Es gibt herrliche Fotos, wo sie in der ersten Reihe unter den Stühlen liegt und schläft. Mit 15 war sie das erste Mal angestellt. Sie studierte dann Management internationaler Geschäftsprozesse, arbeitete auch in Argentinien. Es war nie geplant, dass eines meiner Kinder übernimmt. Dann war die Stelle der Organisationsleitung vakant und ich habe eine Ausschreibung gemacht. Tessa hat sich offiziell für die Stelle beworben – mit „Sehr geehrter Herr Tegetthoff“ (lacht)

Bad Schönau eröffnete heuer das Sconarium. Was sollte man darüber wissen?
Das ist ein wunderschöner Veranstaltungsraum, unser Festival war gewissermaßen auch ein Antrieb, dass es errichtet wurde. Es bietet eine interaktive Ausstellung über die Quelle (des Kurortes, Anm.) und einen Veranstaltungssaal mit toller Bühne und Lichtanlage. Es steht sehr schön am Beginn des Kurparks.

… wo auch heuer wieder eines der Highlights von „fabelhaft!NIEDERÖSTERREICH“ stattfinden wird …
Genau! Wir machen im Kurpark „Das GROSSE Fest im fabelhaf!en Dorf“ – auf fünf Bühnen und mit mehreren Stunden Programm. Es freut mich auch, dass wir den „Genuss-Geschichten-Tag“ machen. Wir haben heuer drei landwirtschaftliche Produzenten ausgesucht, die zur Location für drei Veranstaltungen werden. Hier gibt es freien Eintritt (man bezahlt nur, was man konsumiert, Anm.).

Weitere Highlights und Tickets:
www.storytellingfestival.at