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Events | 22.06.2016

Handwerk aus Urzeiten

Im Juli und August kann man im Urgeschichtsmuseum MAMUZ Schloss Asparn/Zaya die ältesten Handwerkstechniken erlernen. Hochqualifizierte Kursleiter geben hier ihr Wissen an uns weiter. Erlernenswert!

Text: Angelica Pral-Haidbauer Fotos: Michael Konrad, Martina Scheiblecker, Ruth Pryce, MAMUZ

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Brettchenweben

Das Weben mit Brettchen ist eine Technik der älteren Eisenzeit. Jeder Teilnehmer bereitet sich hier selbst seinen Brettchenwebstuhl vor, d.h., durch die Brettchen werden Fäden gezogen, zusammengebunden, und an einem Pfosten und einem Gürtel festgemacht. Je nachdem, in welche Richtung welche Brettchen gedreht werden, entsteht dann ein Muster. Die Brettchen können die Kursbesucher mit nach Hause nehmen.

Kursleiterin: Margaretha Heinrich, 17. Juli, 10 – 16 Uhr

Brettchenweben
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URGESCHICHTLICHES TÖPFERN

Die Töpfer der Urzeit kannten noch keine schnelldrehende Töpferscheibe, diese kamen erst mit den Kelten zu uns. Da es in Europa keine Aufzeichnungen über die Herstellung und den Brand handgetöpferter Keramik gibt, bilden Originalfunde den Ausgangspunkt für die Experimentelle Archäologie. In diesem Kurs lernen wir mehrere selbst gefertigte Gefäße herzustellen, Glätten und Polieren und auch Verzierungstechniken kommen nicht zu kurz.

Kursleiter: Vera und Ludwig Albustin, 16. Juli, 9 – 17 Uhr

Urgeschichtliches Töpfern
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GLASPERLEN HERSTELLEN

Die Glasperlenherstellung begann bereits vor ca. 5.000 Jahren im Orient und verbreitete sich über den Mittelmeerraum in ganz Europa. In der Natur kommt der Werkstoff Glas als Vulkangestein oder als Wüstenglas vor. Durch die Zusammenmengung von Quarzsand, Kalk und Soda und mit diversen Einfärbungen wurden die Perlen zum Luxusgut. In diesem Kurs lernen Sie, Glasperlen auf verschiedenen Gasbrennern nach heutigen Methoden, jedoch nach historischen Mustern anzufertigen.

Kursleiter: Herbert und Martina Jandl, 23. Juli, 9 – 17 Uhr

Glasperlen herstellen
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WILDE KRÄUTER – BUNTE FÄDEN

Bereits vor 4.000 Jahren wurde in Indien, China und Teilen Südamerikas gefärbt, die ältesten mit Indigo gefärbten Kleidungsstücke kommen aus Ägypten oder auch Europa. Gefärbt wurde damals mit Waid (blau), Labkraut und Krapp (rot), Flechten (violett), Reseda und Birke (gelb). Erst seit 1771 gibt es synthetische Farben. Hier lernen Sie neben dem Wissen um Kräuter das Färben von tierischen Fasern mit Pflanzen, als Vergleich wird Material aus pflanzlichen Fasern mitgefärbt.

Kursleiterin: Ruth Pryce 24. Juli, 9 – 17 Uhr

Wilde Kräuter - Bunte Fäden
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KREATIVES WEIDENFLECHTEN

Ob Vogel, Biber, Maus oder Affe – die Natur ist voller Flechtmeister, wenn sie ihr Zuhause bauen. Auch für den Menschen spielt das Flechten seit der Frühgeschichte ein große Rolle, wie z.B. bei der Grundkonstruktion keltischer Hütten, bevor sie mit Lehm verputzt wurden. Aus biegsamen Pflanzen, wie der Weide, entstand das uralte Gewerbe des Korbmachers. In diesem Kurs stellen Sie diverse dekorative Objekte, wie Windspiel, Rassel oder Teelichthalter her. Dazu erlernen Sie verschiedene Flechttechniken, wie die Rasseltechnik, das Japanische Auge und das Gottesauge – um dann Ihrer Kreativität freien Lauf lassen zu können.

Kursleiter: Luc Bouriel, 7. August, 9 – 18 Uhr

Kreatives Weidenflechten
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SPINNEN UND ZWIRNEN

Die ältesten Schmuckstücke aus geschmolzenem Glas auf Spinnwindel gab es bereits in der Bronzezeit, sie erlangten bald ihre Bedeutung zur Herstellung der Stoffe für Bekleidung. In diesem Kurs lernen Sie, ihre ersten Fäden aus Schafwolle mit einer Spindel aus Holz und Ton zu spinnen. Damit der Faden nicht reißt, wird er gezwirnt, d.h. er wird in der anderen Richtung, wie er gesponnen wurde, zusammengedreht.   

Kursleiterin: Margaretha Heinrich, 6. August, 10 – 16 Uhr

Spinnen und Zwirnen
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EMAIlLIEREN

Die ältesten Schmuckstücke aus geschmolzenem Glas auf Metalloberflächen tauchen um 1300 v. Chr. auf. In Mitteleuropa beginnt ein erstes Aufblühen des Emaillierens mit den Kelten im 5. Jhd. Später begeistern sich die Römer, die Germanen sowie der byzantinische Kulturkreis für diese gestalterische Schmucklinie – bis im 19. Jhd. das Industrieemail entsteht. In diesen zwei Tagen erhalten Sie Einblicke in die Techniken des Emaillierens und stellen Ihre ersten Buntmetall-Gussversuche und dann Ihr eigenes Schmuckstück in Gruben- und Zellemailtechnik her. Hier ist besonders eigene Kreativität im Formen, Gießen und Emaillieren gefragt!

Kursleiter: Michael Konrad. 30. und 31. Juli, jeweils 9 – 18 Uhr

Emailleren
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OHRRINGE AUS SILBER

Silber ist seit 1500 Jahren v. Chr. ein begehrtes Material als Zahlungsmittel oder für Schmuckstücke. Der älteste Fund ist ein Kettenohrgehänge aus einem frühmittelalterlichen Gräberfeld bei Hainbuch/Dorf. Diesen Ohrschmuck mit einer Drahtwicklung und aus rhombischen Klapperblechen lernen Sie, an diesem Tag herzustellen. Mit dem „Zurichten“ bringen Sie das Silber in die gewünschte Form, dann stellen Sie den Draht her, sie wickeln, drehen und punzen – und bringen alles auf Hochglanz. Es werden – nach dem Vorbild Hainbuch – zwei frühmittelalterliche Ohrgehänge gefertigt. Besondere Unikate!

Kursleiter: Robert Hittinger 14. und 15. August, 10-17 Uhr

Ohrringe aus Silber
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INFO:

Historisches Handwerk

In der Zeit von 8. Juli bis 21. August finden jede Menge Kurse statt: Bogenbau, Pfeilspitzen, Messer schmieden, Brettchenweben, Feuerschläger schmieden, einen mobilen Lehmkuppelofen bauen, Trommelbau, Zistel aus Weiden flechten, Kochen und Braten wie in der Urgeschichte, Ledertaschen und Gürtel herstellen, Holztruhen schnitzen oder auch Messer aus Obsidian herzustellen. Nähere Informationen zu den Kursterminen, -inhalten und -kosten unter: MAMUZ Schloss Asparn/Zaya, Schlossgasse 1, www.mamuz.at