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Fashion | 09.10.2017

Besonders. Einzigartig. Ohrangerie.

Immer schon hatte sie den Blick für das Schöne und Exklusive. In ihrer Karenzzeit machte sie ihren großen Traum vom eigenen Design wahr und stellt seitdem in liebevoller Handarbeit bezaubernde Ohrringe her. Zu Besuch bei Katrin Waach-Köllensperger.

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(© Angelica Pral-Haidbauer)

Von Rehen, Bibern und seltenen Eisvögeln

Kennen Sie das Gefühl? Man betritt ein Haus, und plötzlich fühlt sich alles so rund an, so wohlig. Die harmonisch kombinierten Farben fordern das Auge auf, verschiedene, wunderschön gestaltete Wohnbereiche zu entdecken – und beruhigen es doch zugleich. Große Fenster geben den Blick auf einen Teich frei, zu dem eine gemütliche Terrasse führt. Hier, mitten im Naturschutzgebiet, auf dem Gelände eines ehemaligen Gewerkschaftsheimes, hat sich die Familie vor mehr als vier Jahren ein Eigenheim gebaut. Ein Heim, welches, unweit von Laxenburg, die schöne Adresse „Im Schloss­park“ trägt. Ob dieser Grund leicht zu finden war? „Ein Glücksfall war es“, lacht Katrin Waach-Köllensperger charmant. „Eigentlich haben wir in Wien gesucht, aber die Preise waren nicht leistbar. Da hat mein Vater einen Zirkel genommen und das Gebiet in einem Radius von 20 Kilometern rund um Wien eingekreist. So sind wir hier gelandet.“ Und sie erzählt begeistert von Rehen, Bibern und seltenen Eisvögeln, die hier leben. Auch war die Lage ideal, da ihr Ehemann Christian als Geschäftsführer bei KTM damals den osteuropäischen Markt mit Sitz in Bratislava aufzubauen hatte. Spätestens als die Kinder kamen – Tochter Nellie ist drei und Sohn Niki ganze 19 Monate alt – wusste man, dass man keinen besseren Platz hätte finden können. Eine Familie, vom Leben umarmt.

 

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Katrin Waach-Köllesperger: Die ersten Stücke entstanden in der „Waschküche“ (© Angelica Pral-Haidbauer)

Im Zentrum immer der Mensch

Weil ihr Interesse schon damals in Richtung Marketing und Personalentwicklung ging, studierte die gebürtige Salzburgerin an der Uni Innsbruck BWL mit Schwerpunkt Personal- und Organisationsentwicklung. Und weil das Interesse immer noch nicht gestillt war, hängte sie noch ein Wirtschaftspädagogik-Studium dran. Die zweifache Magistra wurde dann auch gleich vom Vorstand der Sparkasse Imst in die Bank geholt, wo sie für das Personalwesen verantwortlich war. In der Akademie für Recht und Steuern (ARS) hält sie Seminare, arbeitet als Trainerin und Coach. Heute entwickelt die Zweifach-Mami an der Sparkassen-Akademie Wien Talentprogramme, Coachings und Standortbestimmungen für Frauen. „Ein bisschen viel“, wage ich einzuwerfen. „Ich arbeite so wahnsinnig gerne und bin so gerne mit Menschen zusammen, das ist keine Floskel“, erklärt sie ihr eifriges Engagement und erzählt von der Zeit, als sie ihr zweites berufliches Standbein aufbaute. „Das Zwergerl hat ja viel geschlafen“, und so begann die kreative Tüftlerin, in ihrer „Waschküche“ ihre ersten Ohrringe zu fertigen. 

 

 

Unikate in limitierter Anzahl
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(© Angelica Pral-Haidbauer)
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(© Angelica Pral-Haidbauer)
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(© Angelica Pral-Haidbauer)

Stil liegt im Detail

Die Entwicklung ihres persönlichen Stils führt sie gerne auf ihre Mutter zurück. „Obwohl meine Mama sich nie sehr Teures gönnte, so war sie immer umwerfend stilbewusst. Da hab ich mir schon etwas abgeschaut. In der Bank musste ich Anzüge oder Kostüme tragen, die ich mit schönen Tüchern und Accessoires aufpeppte“, und weil ihr auch von ihren Freundinnen dieses besondere Gespür für Eleganz attestiert wurde, dachte sie kurzerhand: Dann mach doch was draus! „Also fing ich an zu recherchieren, besuchte eine Goldschmiedin und lernte, die besten Verschlüsse zu machen. Denn ein Ohrring steht und fällt mit dem Verschluss. Mit einem billigen Fischerhaken schaut kein Material edel aus.“ Bald schon waren ihre ersten Stücke fertig – die sofort begeistert Anklang fanden. Woher sie die Ideen für ihre Kunstwerke nimmt? „Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und hole mir auf den Spaziergängen mit den Kindern viel Inspiration aus der Natur.“ Um die besten Materialien zu bekommen – denn die Ohrringe müssen superleicht sein –, trifft sie sich mit Lieferanten aus aller Welt. So fasziniert sie am Rochenleder seine unbearbeitete Struktur, an den Perlen ihre Unregelmäßigkeiten, welche aus jedem Ohrring ein absolutes Unikat machen. Aber auch gehäkelte Steine in den verschiedensten Formen und heuer ganz besonders die orientalischen Blätter oder anmutige Ornamente aus Perlmutt begeistern ihren Kundenkreis, der sich durch Mundpropaganda ständig erweitert. „Gestern Abend war lange eine Kundin da, weil sie für die Brunner Wiesn die passenden Ohrringe zum Dirndl suchte. Mich freut das, denn wenn sie meine Kollektion kennt, dann kann sie sich ihr eigenes Lieblingsdesign zusammenstellen und bei mir bequem telefonisch bestellen. Viele schicken mir auch ein Foto von ihrem Outfit und ich sende dann die passenden Schmuckstücke zu. Leistbar und liebevoll verpackt“, lacht sie.

Es gibt also viel zu tun in der kleinen Werkstätte, in der die Designerin ihre Preziosen fertigt. Und das ist gut so. Denn als Nellie jetzt in den Kindergarten kam, hat die leidenschaftliche Mami „schon sehr gelitten“. Umso mehr genießt sie es, dass „sich durch meine Ohrringe so viele schöne Bekanntschaften entwickelt haben.“ Mittlerweile ist die „Ohrangerie“ bereits in München, Hamburg, Brüssel und Ungarn vertreten. „Es wäre schön, wenn es so weitergeht“, meint sie etwas zu bescheiden, „man weiß ja nie, ob es nicht vielleicht gerade ein Hype ist.“ Wie sagte einst die Grand Dame der Designer, Coco Chanel: „Mode ist vergänglich, Stil niemals.“

INFO

1.-3. Dezember 2017
Weihnachtsausstellung
Schloss Walpersdorf
Lederleitner HOME

E-Mail: [email protected]

www.ohrangerie.com