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Fashion | 13.03.2018

DO Couture

Dali Oleschkos Modelabel eroberte in kürzester Zeit die Herzen der Fashionistas – mit extravaganten Modellen, inspiriert von österreichischer Tracht. Neu und verführerisch interpretiert, erregten sie auch am Jägerball in der Wiener Hofburg modisches Aufsehen. Wir wollten mehr über die Designerin erfahren ...

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Trachtencouture von Dali Oleschko am Jägerball 2018. Bettina Assinger, Anja Kruse, Dali Oleschko (© Katharina Schiffl, Henry Welisch)

Fast fühlt es sich an, als ob ein zarter Hauch aus vergangenen Monarchie-Tagen herüberweht und auf moderne Zeiten trifft. Da wird in St. Pölten am 18. August 1974, dem 144. Geburtstag des Kaisers Franz Josef I., in eine serbische Gastarbeiterfamilie eine Tochter geboren: Daliborka. Der Name bedeutet so viel wie „die entfernte Kämpferin“ und passt haarscharf auf Dali Oleschko. Fern von ihren Wurzeln und dem Heimatort ihrer Eltern, Gradiška bei Banja Luka, der grünen Stadt im ehemaligen Kronland zwischen Save und Adria, erlebt Dali bereits in der Schule, was es bedeutet, „ein Kind fremder Herkunft“ zu sein, ausgegrenzt zu werden. Aber jede Verhöhnung macht sie am Ende stärker, sie kämpft sich durch und geht selbstbewusst ihren eigenen Weg. Nach einer anfänglichen Lehre als Friseurin mit Lehrabschluss strebte sie weitere Ausbildungen an und verwirklicht ihren großen Traum vom eigenen Modelabel „DO Couture“, welches sie im März 2017 präsentierte. „Mich haben das Ästhetische, Schöne und die Mode schon immer angezogen“, erklärt sie die Motivation, aus der letztendlich alles entstanden ist: Couture für Damen und Herren, Fashion für alle Anlässe, Businessmode, die Kollektion „Little Girl“ sowie aufwendige Maßanfertigungen.

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Integrationsbotschafterin. Samira Sinanovic, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Designerin Dali Oleschko (© Katharina Schiffl, Henry Welisch)
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Mit Ehemann Gerhard, der auch einen von Dali designten „Fashion Kärntner“ trägt. (© Katharina Schiffl, Henry Welisch)

Die Inspiration. Als Dali Oleschko vor sechs Jahren „der Liebe wegen“ nach Kärnten zu ihrem Ehemann Gerhard zog, verliebte sie sich nicht nur in die neue Heimat, sondern auch in die Tracht. „Ich habe einfach die traditionelle Volkstracht durch hochqualitative Stoffe und Sonderschnitte den Bedürfnissen der internationalen Modewelt angepasst“, sagt sie über ihr Design mit Folklore-Touch, das mittlerweile von ORF-Moderatorinnen, Schauspielerinnen sowie modernen Businessfrauen, die Eleganz und Extravaganz schätzen, getragen wird. Geschnürte Korsagen, aufwendig gearbeitete Dekolletés, weit schwingende oder sanft fallende Röcke heben die weiblichen Züge besonders hervor, und erinnern ebenfalls an die aufsehenerregenden Kleider von Kaiserin Sisi, der großen Modeikone ihrer Zeit. Jedenfalls ist auch für Dali Oleschkos Design nur das beste Material gut genug. So verarbeitet sie für ihre Kollektionen ausschließlich hochwertige, italienische Couture-Stoffe, wie sie ansonsten nur Luxusfirmen wie unter anderem Gucci, Dolce & Gabbana oder Valentino verwenden. Auch in der meisterlichen Schneiderhandwerkskunst schließt sich der Kreis zu ihren serbischen Wurzeln: „Mit der Heimatstadt meiner Eltern – Gradiška – bin ich noch sehr verbunden, da Familie sowie Freunde dort leben.“ Auch Dalis Produktionsfirma ist in Gradiška ansässig, wo ihre Couturekleider in Handarbeit entstehen. Das Design aus Österreich, feinste Stoffe aus Italien und die Kleidermanufaktur in der serbischen Republik Srpska in Bosnien – ein alt-österreichisches sowie heute ein europäisches Erfolgskonzept. „Schließlich kehren meine Kollektionen zurück nach Österreich, wo sie bei sorgfältig ausgesuchten Mode- und Style-Veranstaltungen, wie zum Beispiel beim Fashion Entrée im Albertina Museum Wien, präsentiert werden.“

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Fashion Entrée im Albertina Museum Wien (© Katharina Schiffl, Henry Welisch)
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„Little Girl“ Modell Victoria (© Katharina Schiffl, Henry Welisch)

Zusammen:Österreich. Der amtierende Bundeskanzler Sebastian Kurz war noch Staatssekretär für Integration, als  Daliborka „Dali“ Oleschko zur Integrationsbotschafterin ernannt wurde, wie unlängst auch zur Integrationsbotschafterin im EU-Parlament. „Seit sechs Jahren bin ich in dieser Funktion aktiv. Mein Ziel ist es, der österreichischen Öffentlichkeit die serbische Kultur und Denkweise näher zu bringen. Ich wollte zeigen, dass die Herkunft im Grunde genommen nicht wichtig ist. Ich vereine sämtliche positive Eigenschaften beider Länder in mir. Mein Sohn Konstantin wurde in der serbisch-orthodoxen Kirche getauft, er spricht beide Sprachen fließend und wächst in einer Umgebung auf, in der es für negative Gefühle und Vorurteile keinen Platz gibt. So sollte es auch in der ganzen Gesellschaft sein.“

Und wer weiß, vielleicht wird ihr großer Erfolg in der Modewelt auch bald Anlass sein, außer dem österreichischen Dirndl auch die Volkstrachten vom Balkan salonfähig zu machen? Dann werden die Gäste im Hause Oleschko am Wörthersee, wenn sie kulinarisch mit der serbischen Nationalspeise Sarma und Oblaten von Dalis Mama verwöhnt werden, auch Modelle tragen, die von zwei Ländern und Kulturen erzählen und auf die feinste Art Geschichte und moderne Zeiten verbinden ...
Mehr über das Label:
www.dalioleschko.com