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Fashion | 26.03.2015

Schmucke Stücke aus Horn

Petz Hornmanufaktur: Faszinierendes Naturmaterial und traditionelles Handwerk modern interpretiert.

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(© Hornmanufaktur Petz)

Betritt man die Petz Hornmanufaktur scheint die Zeit still zu stehen. In der Werkstatt riecht es nach warmem Horn, das Licht fällt durch das Fenster und macht den Hornstaub in der Luft sichtbar. An den alten Maschinen seiner Großeltern steht Thomas Petz, Jahrgang 1986, der in 5. Generation mit großer Leidenschaft die Geschicke der Hornmanufaktur leitet und kreativ gestaltet. In feinster Handarbeit fertig Thomas Petz Hornkämme, Schmuck und Interior-Design-Accessoires aus dem Horn der Watussi-Rinder an.

Die Manufaktur

Das Gründungsjahr der Hornmanufaktur Petz ist mit 1862 dokumentiert. Erfahrung, Wissen und Handwerkskunst wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Österreich noch etwa 200 Kammmacher. Die ständig zunehmende Industrialisierung machte es den kleinen Handwerksbetrieben immer schwerer, mitzuhalten, bis die Zahl der Kammmacher auf nur mehr 80 sank. 1951 erhielt Friedrich Petz, der Vierte der Familientradition, als letzter Hornkammmacher seinen Meisterbrief. In den darauffolgenden Jahren wurde die Zunft des Hornkammmachers aufgelöst und zu einem freien Gewerbe erklärt. Schien es zunächst so als würde dieses alte Handwerk mit dem letzten Hornkammmachermeister aussterben, so hat sich doch sein Enkel Thomas Petz entschlossen, die Manufaktur mit großer Begeisterung weiterzuführen, nutzt diese aber gekonnt für modern modische Produkte. Sein Produktangebot ist groß - von Ohrringen, Ketten oder Armreifen über Designs der Tischkultur bis zu hochwertigen Hornkämmen wird alles persönlich von Thomas Petz in Handarbeit produziert.

Schmucke Stücke aus Naturmaterial
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Dachziegelarmband geschichtet, 168 € (© Hornmanufaktur Petz)
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Armspange 4 cm, 52 € (© Hornmanufaktur Petz)
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Ohrringe, 66 € (© Hornmanufaktur Petz)
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Würfelkette, 326 € (© Hornmanufaktur Petz)
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Nietenarmspange, 5,5 cm, 132 € (© Hornmanufaktur Petz)

Das Naturprodukt

Das Material der Produkte stammt von Rindern aus Südafrika. „Das Horn, das ich benutze ist ein Nebenprodukt der Fleischindustrie. Ich beziehe das Horn aus dem Ausland, was daran liegt, dass die österreichischen Rinder einfach zu kurze Hörner haben, um sie entsprechend zu verarbeiten. Meine Produzenten prüfe ich natürlich genau“, erklärt Thomas Petz. Welches Stück Horn dann für welchen Gegenstand verwendet wird, hängt von der Beschaffung und von der individuellen Färbung ab. „Das Besondere an Rinderhorn ist die vielfältige und überraschende Farbgebung. Diese macht jedes meiner Stücke zu einem absoluten Unikat.“

Die Verarbeitung

Die Bearbeitung von Horn nimmt viel Zeit in Anspruch. Das hohle Horn wird zersägt und nach Größe sortiert. Die Hornsegmente kommen dann in ein 130 Grad heißes Ölbad und werden auf offener Flamme erhitzt, um sie anschließend zu flachen Platten zu pressen. Es folgt eine Lagerung von mindestens 3 Monaten, damit sich das Horn beruhigen kann. Mit traditionellen Schablonen wird das Horn in die gewünschte Form gebracht – dünne Platten werden zu Schmuck, feste Platten zu Kämmen verarbeitet. Mit nassem Bimssteinmehl, Tuchscheiben und Polierpaste werden die fertigen Stücke dann zum Strahlen gebracht.