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Lifestyle | 02.02.2016

(Nicht nur) Valentinsbriefe in edler Schrift

Die erfahrene Werbefachfrau Barbara Snizek aus Riederberg erkannte das Potenzial von handgeschriebenen Schriftstücken und gründete kurzerhand ihr eigenes Unternehmen. Ihre „Handschreiberei“ hat seitdem das ganze Jahr Saison – nicht nur zum Valentinstag.

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(© Handschreiberei)

Von historischen Liebesbriefen inspiriert

Zur Gründung ihres Unternehmens „Handschreiberei“ wurde Barbara Snizek durch die Briefe ihres Ururgroßvaters inspiriert. Sie waren noch immer in Familienbesitz und strahlten die gleiche Wärme und Intensität wie vor 130 Jahren aus. Im Frühjahr 2015 fasst Barbara Snizek den Entschluss, eine vermittelnde Plattform für einzigartige Handschriften zu entwickeln. 

„Gerade in der schnelllebigen Zeit sind handgeschriebene Zeilen ein Zeichen von Wertschätzung und Kreativität. Da vielen Menschen jedoch die Zeit – und oftmals auch eine hübsche Handschrift – fehlt, um ihre Post persönlich zu schreiben, werden sie von unseren SchreiberInnen unterstützt. Handgeschriebene Zeilen im Postkas-ten fallen auf und laden zum Lesen ein. Das können sich sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen zu Nutze machen. Die Nachrichten werden nicht nur gelesen, sondern auch aufgehoben – wie der Liebesbrief aus dem Jahr 1887“, erklärt die Unternehmerin ihre innovative Geschäftsidee. Mittlerweile schreiben 30 Damen und Herren unterschiedlichen Alters für die Handschreiberei. Die Handschriften von älteren Schrei-berInnen sind ausgeprägter und zeugen von viel Erfahrung. Die Jungen experimentieren gerne herum. Die Handschreiberei beschriftet Kuverts, Einladungen, Menükarten, Tischkärtchen, Dankeskarten und vieles mehr für Hochzeiten und zahlreiche andere Events innerhalb weniger Tage. Das Sortiment reicht von geschwungenen kalligrafischen bis hin zu druckähnlichen Handschriften. Einzigartig und originell wie ihre Verfasser. 

 
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(© Handschreiberei)
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Barbara Snizek (© Handschreiberei)

Rent a Writer

Das neue Angebot der Handschreiberei richtet sich besonders an Geschäftsleute: 

Das Unternehmen vermietet seine Schrei­berInnen, denn diese kommen ins Lokal und schreiben live vor Publikum. Egal ob Kärtchen, Verpackung oder Lesezeichen, alles bekommt durch eine schöne Handschrift eine ganz individuelle, persönliche Note. Die kleinen Kunstwerke werden je nach Vereinbarung mit dem Veranstalter entweder gratis oder gegen ein geringes Entgelt dem Käufer überreicht.

 

Übrigens: Snizek gründete ihr Unternehmen, eine Werbeagentur, vor fünf Jahren am 14. Februar – das kann kein Zufall sein.

Infos:

www.handschreiberei.com oder facebook/handschreiberei

 

Zeitreise ins 19. Jahrhundert: Die Quelle der Inspiration

Anna & Albin. Das Paar lernte sich im 19. Jahrhundert kennen und lieben. Sie waren ab ihrer Hochzeit am 3. April 1888 bis Albins Tod unglaubliche 59 Jahre verheiratet.

Albin war ein erfolgreicher Geschäftsmann, weshalb die beiden in angenehmem Wohlstand mit ihren beiden Kindern Anna und Albin lebten. Er war ein ausgesprochener Lebemann, der viel arbeitete und noch viel mehr Sport betrieb. Er ritt bis ins hohe Alter, fuhr im Winter Ski, spielte mit seiner Frau und den Kindern Tennis und segelte mit Leidenschaft. Anna hingegen liebte ihre Hunde und die langen Spaziergänge mit ihrem Mann. Der gemeinsame Urlaub wurde in Gastein, am Wörthersee und in dem damals sehr beliebten und einfach mit der Südbahn zu erreichenden Abbazia, im heutigen Kroatien, verbracht. Nach fast 60 glücklichen Ehejahren, starb Albin 83-jährig. Anna folgte ihm mit 82 Jahren ein Jahr später nach.

 




Anna&Albin
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Als Ehepaar auf der Kaiser Wilhelm-Promenade in Gastein.
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Tennisspielen, ca. 1900
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Anna

Erstes Social Media

Eigentlich ersetzte das Schreiben von Briefen und Korrespondenzkarten die heutigen Social Media-Plattformen. Man kommunizierte vor der Erfindung des Telefons mit Telegrammen, Briefen, Kärtchen, Fotos und Zeichnungen meist täglich miteinander. Dafür nahm sich die (wohlhabende) Gesellschaft mehrere Stun­den Zeit pro Tag. Meist wurde mit (Füll-)Feder, aber auch mit Bleistift geschrieben. Der Kugelschreiber setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch.

Auch das Überbringen der Botschaften brauchte seine Zeit. Wer er sich leisten konnte, die Briefe nicht über den Postweg zu übermitteln, nahm die Dienste eines Boten in Anspruch, der sofort und persönlich die geschriebenen Botschaften an die vornehmen Häuser überbrachte; aber selbst dies benötigte seine Zeit.