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Lifestyle | 12.03.2015

Ein Walfisch kann nicht auf einen Ast hüpfen

Die Astrologie ist so viel mehr, als die Deutung der zwölf Sternzeichen, sagt Maria Luise Mathis. Wie das 5000 Jahre alte Handwerk helfen kann, den Partner, die eigenen Kinder und sein berufliches Umfeld zu verstehen.

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(© Thinkstock/Getty Images)

Es regieren einfach zu viele Klischees. Einen dunklen Raum mit psychedelischer Beleuchtung und schweren roten Vorhängen hatte ich mir vorgestellt. Knapp vor der Glaskugel hatte ich meine Fantasie zurückgepfiffen. Wiedergefunden habe ich mich zum Interview mit Maria Luise Mathis in einem hellen Büro mit großen Fenstern – gegenüber einer sympathischen Frau, die sowohl mit wissenschaftlichem als auch mit psychologischem Wissen beeindruckt und die jede noch so skeptische Frage zulässt und durchdacht beantwortet. Maria Luise Mathis ist Astrologin und gründete 1985 in Baden die Österreichische Schule für Astrologie.

Neugierig gemacht durch Zeitschriften, hatte die Astrologie schon in Jugendjahren ihr Interesse geweckt. Also ließ sie ihre Geburtsdaten einer Expertin zukommen. „Ich habe ihre Interpretationen auf einem Tonband bekommen. Ich bin ihr nie persönlich begegnet und dennoch wusste sie so viel über mich. Das war verblüffend“, erinnert sie sich zurück. So habe die Astrologin schon damals prophezeit, dass sie eines Tages unterrichten und Bücher schreiben würde... „Meine Familie war über meine Faszination entsetzt“, lacht Maria Luise Mathis.

Also schlägt sie einen für ihre Eltern akzeptablen Weg ein: Sie studiert Betriebswirtschaft, wird Mama von vier Kindern (heute sind es übrigens auch noch neun Enkelkinder), sie arbeitet in der Wirtschaft. Anfang der 1980er beginnt sie, aus purem Interesse mit ihrem Mann Selbstfindungskurse und Ähnliches zu besuchen – und kommt erneut mit der Astrologie in Berührung. „Da wusste ich: Das ist meines.“ Sie belegt Seminare, legt Prüfungen ab – in klassischer, psychologischer, spiritueller und indischer Astrologie. Keine Skepsis bei einer mathematisch und wissenschaftlich interessierten Frau? „Ganz im Gegenteil. Die Astrologie ist ein 5000 Jahre altes Handwerk, ein Ableseinstrument für Zeitqualität“, beschreibt sie. Die klassischen zwölf Spalten in Zeitungen hält sie für ungenügend, nur mit exakten Geburtsdaten könnten tatsächlich Rückschlüsse gezogen werden. „Die Sterne selbst tun nichts, wir interpretieren sichtbare Himmelserscheinungen vom Standpunkt der Erde – und das ist nichts Neues. Nach Gestirnskonstellationen sind seit jeher religiöse Feste ausgerichtet oder der Zeitpunkt, wann es am besten ist, zu säen“, erklärt sie.

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LEBEN VERSTEHEN. Sechs Jahre lang hatte sie sich bemüht, Mama zu werden. „Hätte ich gewusst, dass ich einen bestimmten Zeitpunkt abwarten muss, hätte ich gelassener gelebt“, sagt Astrologin und vierfache Mutter Maria Luise Mathis (© Viktória Kery-Erdélyi)

Erziehungshilfe und Ehetherapie

Je mehr sie sich in die Materie vertiefte, „desto mehr Demut vor einer übergeordneten Energie empfand ich“, sagt sie. Zugleich hätten sich durch das Nachforschen viele Mysterien ihres eigenen Lebens aufgelöst. „Ich habe mich sechs Jahre lang bemüht, ein Kind zu bekommen. Hätte ich gewusst, dass ich einen bestimmten Zeitpunkt abwarten muss, hätte ich diese Zeit viel gelassener gelebt.“ Die Astrologie sei ihr auch bei der Erziehung enorme Hilfe gewesen. „Eines meiner Kinder war ein ziemlicher Chaot, ließ oft Dinge wo liegen. Ich habe aufgehört deswegen zu schimpfen und mir eine Strategie überlegt, wie ich ihm helfen kann.“ In die Beziehungen ihrer Kinder habe sie sich mit ihrem astrologischen Wissen nicht eingemischt. „Diese Erfahrungen darf ich meinen Kindern nicht nehmen.“

Die Astrologie sei ihr in ihrer eigenen Ehe ein guter „Ratgeber“ gewesen. „Es geht darum, den anderen besser zu verstehen. Dann kann ich Vieles besser tolerieren“, führt sie aus. „Wenn ich ein Vogel bin und mein Mann ein Walfisch, kann er unmöglich zu mir auf einen Ast hüpfen. Aber das bedeutet nicht, dass er mich nicht liebt.“

Die Klienten von Maria Luise Mathis kommen aus allen (Bildungs)Schichten – auch aus gehobenen Positionen. „Bei mir sitzen Spitzenpolitiker und General Manager. Doch leider hat die Astrologie noch immer einen zweifelhaften Ruf, die wenigsten wagen es, dazu zu stehen“, bedauert die Astrologin. Bereits beim ersten Kontakt bittet sie um exakte Angaben zur Geburt, auf die Minute genau. Mit den Daten zu fünf weiteren wichtigen Lebensereignissen justiert sie gegebenenfalls nach. Berechnet wird dann per PC-Software, die Interpretation obliegt der Expertin. Viele unvergessliche Begegnungen liegen mittlerweile hinter ihr. Etwa die mit einer Mutter, die sie davon abbringen konnte, ihr schlecht essendes Kind zur Strafe allein in sein Zimmer zu schicken. „Das war ein Kind, das eine ganz starke Einsamkeitsbesetzung hatte“, erklärt Maria Luise Mathis. Ein anderes Mal konnte sie eine Tochter nach vielen konfliktreichen Jahren mit dem Tun ihrer Mutter aussöhnen.

Die Themen, weswegen man sie aufsucht, hätten sich in den vergangenen Jahren verschoben: von den Beziehungs- hin zu beruflichen Fragen.

Am Herzen liegen Maria Luise Mathis auch ihre SchülerInnen. Auch hierbei seien alle Gruppen vertreten. „Da kommen Hausfrauen, die sich geistig beschäftigen möchten, ebenso wie Masseure, Juristen oder Ärzte.“ Sie bietet eine Vielfalt an Kursen und Seminaren an.

Übrigens: Für die Mitte des Monats März sieht Maria Luise Mathis viele Spannungen. Das bedeutet: Viele schwelende Konflikte könnten da (weltweit) zum großen Ausbruch kommen.


Informationen

Mag. Maria Luise Mathis, Astrologin, Lebens- und Sozialberaterin, Unternehmensberaterin, Diplom-WIFI-Trainerin, Mitglied der ARGE proEthik, 1. Vorsitzende des Österreichischen Astrologenverbandes, Österreichische Schule für Astrologie: 2500 Baden bei Wien, Habsburgerstraße 78.

Terminvereinbarung: 02252/86266 bzw. Telefonberatung: 0900/900834

Internet: www.astromatis.at, www.astroconsulting.at

Buchtipp: Maria Luise Mathis, In Harmonie mit dem Kosmos. Was Ihnen die Sterne über Ihre Gesundheit verraten, Ueberreuter: 2000.