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Lifestyle | 14.03.2017

Darauf fliegt Dein Baby!

Raffiniertes aus der Region: Smarte Rezepte für alle Generationen, für alle Lebenslagen

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Herr Papa und seine Rezeptesammlung

Fotos: Jürgen Skarwan, Michael Schinharl

Dass die kulinarischen Buchstapel in den Läden mittlerweile an den Turmbau zu Babel erinnern, ließ Josef Floh lange kalt. Da ließ er lieber seine Herdplatten heiß laufen, stets auf der Suche nach Neuem: „Ich blicke optimistisch in die Zukunft und brauche immer die Veränderung.“ Zu oft dasselbe kochen ist nicht das Seine. „Da dachte ich mir: Bis so ein Kochbuch erscheint, bin ich mit meinen Ideen schon viel weiter“, lacht er. Umso bemerkenswerter, dass der leidenschaftliche Koch und Chef der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn nun doch ein Druckwerk herausgebracht hat. „Aber kein herkömmliches“, wie er betont.

Seit 23 Jahren führt er den Familienbetrieb, und zwar in dritter Generation – seit mehr als 20 Jahren mit seiner Frau Elisabeth. Ein enorm treuer Stammgast gesellte sich vor gut sieben Jahren zu ihnen: Töchterchen Luisa Viola. Als vor eineinhalb Jahren Josef Ignaz das Familienglück komplettierte, schlug der Herr Papa ein neues Kapitel auf – und ließ sich doch zu einer Rezeptesammlung hinreißen: zu „Der kleine Floh – 20 Rezepte für das erste Lebensjahr“.

 

 

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Das Beste aus der Gegend

Zugrunde liegt dem Büchlein seine „Radius 66-Philosophie“. Diese bedeutet in seiner Küche, dass er stets bemüht ist, die Zutaten aus nächster Umgebung zu beziehen, also im Idealfall aus dem Umkreis von 66 Kilometern. Damit ist er allerdings nicht auf den Zug der Zeit gesprungen, sondern vielmehr seiner Tradition treu geblieben. „Wir haben schon vor 20 Jahren unsere Lieferanten fotografiert und auf die Speisekarte gegeben“, erklärt er. Dogmatisch will er das Prinzip aber nicht verfolgen. Wenn ein Schnitzerl nach einer Scheibe Zitrone verlangt, dann darf die schon sein, auch wenn sie nicht im Mostviertel gedeiht. Ohne schlechtes Gewissen „importiert“ er das Salz aus dem Ausseerland, Öle werden aus Kärnten geliefert und die Schokolade bezieht er von Zotter.

Horizonterweiterung. Sein Lokal ist biologisch zertifiziert; rund 80 Prozent seiner Produkte sind bio. „Krampfhaft bin ich da nicht; bevor ich zum Beispiel Bio-Linsen aus Kanada hole, kaufe ich lieber Regionales. Bio allein ist kein Qualitätsmerkmal“, erklärt Josef Floh, der indes schon am zweiten Büchlein werkt. Nach Josef Ignaz‘ zweitem Geburtstag, also im Herbst, in etwa wird es erscheinen und Rezepte für Kids im Alter von ein bis zwei Jahren fokussieren. Wobei sich schon beim ersten Buch die Rezepte inklusive Mengenangaben an Familien richten. Josef Floh will vor allem den Welt-Newcomern die Vielfalt der Geschmacksrichtungen näherbringen. „Isst ein Kind ständig dasselbe, wird es seinen Horizont nicht erweitern“, ist er überzeugt.

Info: www.derfloh.at

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Gebratene Seeforelle mit Roggennudeln und Petersilwurzel

Ab dem 8. Monat

Für zwei Kinder und zwei Elternteile

Zutaten

360 g Seeforellenfilet

340 g Roggennudeln

120 g Petersilwurzel

Kräutersalz, Rapsöl

 

Zubereitung

Die Petersilwurzel schälen und die Schalen für einen Gemüsefond auskochen. Die Roggennudeln in reichlich Wasser kochen und kalt abschrecken. Die Petersilwurzel in feine Streife schneiden, in Rapsöl anschwitzen, mit dem Fond untergießen, weichdünsten und mit den Roggennudeln vermischen.

Das Seeforellenfilet von Gräten und Haut befreien, mit Kräutersalz würzen und in einer beschichteten Pfanne in Rapsöl auf beiden Seiten kurz braten, sodass der Fisch saftig bleibt.

Petersilwurzel-Roggennudeln mit dem Fischfilet anrichten.

Tipp

Wenn dem Zwerg keine Petersilwurzel schmeckt?

Durch ein milderes Wurzelgemüse ersetzen: Pastinaken oder Karotten, am besten alles bio.

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Topinambur- creme & Topi-Chips

Ab dem 8. Monat

Eine Portion

Zutaten

100 g Topinambur

200 ml Gemüsefond

Sonnenblumenöl

Zubereitung

Die Topinamburknollen gründlich waschen, sie müssen aber nicht geschält werden. Zwei kleine Topinambur in ganz dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in heißem Öl (180 °C) schwimmend goldbraun und knusprig backen. Dabei mit einer Gabel voneinander trennen, damit sie knuspriger werden.

Den restlichen Topinambur in kleine Würfel schneiden, im Gemüsefond weich kochen und pürieren (am besten im Standmixer mit Becher, funktioniert aber auch mit einem Pürierstab). Die Chips lassen sich in einem Glas oder einer Dose einige Tage gut aufbewahren und sind auch bei Erwachsenen immer sehr beliebt.

Tipp

Dünne Scheiben schneidet man am besten mit dem Gemüsehobel – oder dem Trüffelhobel, der vielleicht seit der Rückkehr aus dem letzten Italien-Urlaub unberührt in der Küchenlade liegt. :-)