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Lifestyle | 19.09.2017

Mit geschlossenen Augen

Die Nase vergisst nicht: Wie Düfte unsere Emotionen beeinflussen, weiß Sabine Felix. In ihrer „Seiferei“ in Arbesthal komponiert sie olfaktorische Kunstwerke aus ätherischen Ölen aus der ganzen Welt.

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DUFTVERLIEBT. Schon in ihrer Kindheit wollte Sabine Felix die Düfte aus Omas Garten ins Haus holen. Eben das hat sie sich tatsächlich zum Beruf gemacht. (© Markus Horvath/Seiferei)

Omas Hendlsuppe ist wie das Lied beim ersten Kuss. Oder der Duft von Mamas Vanillekipferln oder von Papas Rasierwasser. Die Nase vergisst nicht. Korrekter: Das Gehirn vermag die Erlebnisse abzurufen, die olfaktorische Erfahrungen in uns hervorrufen. Und noch mehr: Gerüche können unsere Emotionen sogar beeinflussen. Eben das macht sich die Künstlerin Sabine Felix in ihrer duftenden Werkstätte in Arbesthal seit Jahren zunutze.

In Omas Garten. „Schon als Kind liebte ich die Kräuter und Blumen in Omas Garten. Ich versuchte, die Düfte immer irgendwie mit ins Haus zu nehmen“, erinnert sie sich. Als Erwachsene gibt sie schließlich zunächst dem Auge den schöpferischen Vortritt; sie stu­diert unter anderem bei Arnulf Rainer an der Akademie der Bildenden Künste. Das außergewöhnliche Deckblatt eines Buches weckt aber dann ihr Interesse für das Sei­fensieden – und sie knüpft an ihre Kindheitserinnerungen an. Mit den entdeckten Rezepten wird sie aber nicht glücklich, „ich entwickelte 22 ganz eigene Seifensorten“, schildert Sabine Felix. Die Palette reicht dabei von verschiedenen Kräutern über Mohn bis hin zu Kaffee.
Ihre besonderen Duftkompositionen finden auch in der Hotelbranche Gefal­len; so entwickelt sie schon bald exklusive Duschgels und Shampoos mit ätherischen Ölmischungen. „Ein Duft kann zum ganz besonderen Wiedererkennungs­merkmal werden“, weiß sie. Auch individuell komponierte Raum- und Kopfpolsterdüfte bereichern mittlerweile ihr Sortiment. Neben einer Palette für das Zuhause kreiert Sabine Felix nunmehr für zahlrei­che Hotels im In- und Ausland jeweils eigens abgestimmte Produkte. Selbst einen „Wissensduft“ für ein Medienhaus machte sie bereits.

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(© Markus Horvath/Seiferei)
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(© Markus Horvath/Seiferei)
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(© Markus Horvath/Seiferei)

Kein Kopfweh. Schon beim Einpar­ken vor ihrer „Seiferei“ macht sich die Intensität der ätherischen Öle bemerkbar. Doch selbst nach einer Stunde Erkun­dungstour inmitten ihres duftenden Reiches bleibt das erwartete Kopfweh glücklicherweise aus. „Das liegt daran, dass ich keinerlei synthetischen Öle verwende“, erklärt Sabine Felix. „Ich arbei­te ausschließlich mit natürlichen Ölen, die ich mir aus der ganzen Welt liefern lasse.“ Darunter sind etwa Muskatnuss aus Sri Lanka, Benzoeharz (Vanilleduft) aus Thailand, Lavendel aus Frankreich, Fichte aus Sibirien oder Zirbelkiefer aus Österreich. Die Preise sind freilich höher als für synthetische Produkte und sie variieren auch je nach Wetterlage bzw. Ernte. „Rosenöl beispielsweise ist eines der teuersten Öle überhaupt; das Kilogramm kostet im Schnitt 7.000 bis 8.000 Euro“, sagt die Fachfrau.
Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden bedeutet für Sabine Felix Le­bensqualität. „Je mehr Zeit ich zuhause verbringe, desto wichtiger ist es, sich eine richtige Oase zu schaffen. Düfte gehören für mich da dazu, sie können Menschen in bestimmte Stimmungen versetzen.“
Zum akribischen Tüfteln an Düften gesellen sich außerdem Kreativität und das perfektionistische Auge der Künstle­rin hinzu. So versteht es sich beinahe von selbst, dass Sabine Felix für ihre Flakons selbst zu Stift und Pinsel greift.


www.seiferei.at

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KUNSTVOLL. Fläschchen und Kartons tragen jeweils die kreative Handschrift von Sabine Felix.
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