Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 17.10.2017

Schmerz im Alltag - Diese 4 Beschwerden sind oft unentdeckt

Du glaubst, Du bist kerngesund und fit wie ein Turnschuh? Kann sein. Doch ebenso könnte es sein, dass Du an folgenden Kleinigkeiten leidest und sie bloß nicht bemerkst.

Bild 1) Antonioguillem Fotolia.jpg
Vieles bleibt lange unbemerkt. Gallensteine etwa, bis sie sich durch Schmerzen im rechten Oberbauch bemerkbar machen. (© Antonioguillem Fotolia)

Wusstest Du, dass eine Menge Österreicherinnen mit Gallensteinen durchs Leben gehen, ohne dass sie davon auch nur eine Ahnung haben? Dass 25% zu hohen Blutdruck haben, aber dessen Symptome nicht richtig deuten? Keine Panik: Wenn Du dich gesund fühlst, dann bist Du es in 99,9 Prozent der Fälle auch. Dennoch solltest Du auf die folgenden Symptome achten, denn viele Krankheiten verraten sich eben nicht durch klar sicht- und spürbare Auffälligkeiten.

Fall 1: Bluthochdruck

Bild 2) jd-photodesign Fotolia.jpg
Besonders wenn dein Leben hektisch ist, solltest Du dreimal wöchentlich den Blutdruck checken. 120-80 ist übrigens ein Top-Normalwert. (© jd-photodesign Fotolia)

Gleich unser erster Befund ist eine echte Volkskrankheit, denn jeder vierte Österreicher leidet darunter. Und das Problem ist, Bluthochdruck bekommt man ziemlich leicht, die Auswirkungen auf das Kreislaufsystem sind verheerend doch die alarmierenden Symptome werden oft fehlinterpretiert:

  • Dauerhafte Müdigkeit
  • Unruhegefühle
  • Morgendliche Kopfschmerzen
  • Ohrengeräusche
  • Kurzatmigkeit
  • Schlafstörungen

können ein Hinweis darauf sein. Der Grund ist meist immer eine Kombination aus Bewegungsmangel, Stress, Rauchen, falscher Ernährung (zu viel Salz & Fette). Und die Folgen reichen von geschädigten Blutgefäßen bis hin zu Schlaganfällen und Herzinfarkten.

Dabei ist das Überwachen einfach. Du benötigst nur ein Blutdruckmessgerät aus der Apotheke. Damit checkst Du alle zwei Tage zur gleichen Zeit deine Werte. Dabei gilt alles als „grüner Bereich“, was unter 140-90 liegt. Rangiert der Wert dauerhaft darüber, solltest Du den Hausarzt aufsuchen.

Fall 2: Kurzsichtigkeit

Noch weiter verbreitet als Bluthochdruck ist Kurzsichtigkeit, denn darunter leidet sogar ein Drittel aller Österreicherinnen und Österreicher. Und es gibt einen guten Grund, warum diese Fehlsichtigkeit so oft unerkannt bleibt.

Denn bei Kurzsichtigkeit (Fachbegriff Myopie) kannst Du, wie der Name impliziert, auf kurze Distanz alles glasklar sehen. Erst weiter entfernte Dinge, Straßenschilder, Werbeplakate usw. werden „irgendwie matschig“. Auch hier kannst Du dich selbst testen, denn Myopie verrät sich schnell – wenn man weiß, worauf man achten muss.

Und: Kurzsichtigkeit ist erblich. Wenn also deine Eltern schon Brillenträger sind und Du bei den genannten Punkten zustimmend nicken musstest, solltest Du beim nächsten Optiker oder Augenarzt vorstellig werden und einen Sehtest machen.

Fall 3: Gallensteine

 

Bild 3) Bruno Raffa Fotolia.jpg
Bei Gallensteinen macht es oft erst die Masse, die dafür sorgt, dass die Steine sich im Gallengang verkeilen und ihn verstopfen. (© Bruno Raffa Fotolia)

Unsere Gallenblase: Sie sitzt neben der Leber, produziert Gallensaft und stößt diesen in den Darm aus. Dort ist die Flüssigkeit dafür verantwortlich, Fett, welches wir übers Essen zu uns nehmen, wasserlöslich zu machen und so die Aufnahme zu ermöglichen.

Doch die Zusammensetzung des Gallensaftes ändert sich mit unserer Ernährung. Bei zu hohem Cholesterinspiegel flocken Kristalle aus und verklumpen zu Gallensteinen miteinander. Und solange die nicht gerade in den Gallengang gelangen und ihn verstopfen, bleiben sie bei drei Vierteln aller Erkrankten unbemerkt, weil auch die Symptome sehr unspezifisch sind:

  • Häufiges Aufstoßen nach dem Essen, oft verbunden mit hochgedrückter Gallenflüssigkeit (schmeckt stark bitter)
  • Regelmäßige Probleme mit Durchfall oder Verstopfung
  • Druckgefühle im rechten Oberbauch

Wenn Du darunter leidest, solltest Du dich beim Hausarzt durch eine schnelle Ultraschall-Untersuchung vergewissern. Denn wenn erst mal ein Gallenstein den Gang verstopft, geht das mit unglaublich schmerzhaften Koliken einher, die eine OP notwendig machen.

Fall 4: Tonsillensteine

Alle Leserinnen, denen im Laufe des Lebens die Mandeln herausoperiert wurden, können diesen Punkt beruhigt übergehen. Alle anderen sollten jedoch genauer hinschauen. Denn Tonsillensteine sind zwar nicht gefährlich, aber dennoch ziemlich unangenehm.

Um die Tonsillensteine zu verstehen, musst Du erst mal wissen, wozu die Mandeln überhaupt gut sind. Sie erzeugen B-Lymphozyten und sind damit ein wichtiger „Wachturm“ wenn man es so will, im komplexen Schutzwall des Lymphsystems.

Doch die Mandeln sind wie ein Schwamm aufgebaut, mit vielen Vertiefungen. Und genau hier lauert die Gefahr: Essensreste, abgestorbene Schleimhautzellen und weiße Blutkörperchen können sich in diesen Hohlräumen verklumpen. Es entstehen die sogenannten Tonsillensteine, meist nur wenige Millimeter groß, weiß-gelblich und ziemlich übelriechend. Bei den allermeisten Menschen werden sie automatisch durch Essen und Trinken und die damit verbundenen Bewegungen der Rachenmuskeln und der Zunge entfernt. Manchmal jedoch bleiben sie in der Tiefe dieser „Mandelgrüfte“ hängen und sorgen so für unerklärlichen Mundgeruch und Druckgefühle in dem Bereich.

Zwei Dinge kannst Du dann selbst tun:

  1. Kopf ganz nach hinten legen, Mund ein paarmal weit öffnen und schließen
  2. Vor dem Spiegel mit einem Wattestäbchen oder dem Griff der Zahnbürste von unten nach oben über die Mandeln streichen (Achtung: starker Würgereiz)

Wenn das nichts hilft oder aber die Probleme schnell zurückkehren, ist ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohrenarzt, alternativ dem Zahnarzt angebracht. Allerdings: Mehr als reinigen bzw. absaugen können auch diese Fachleute nicht. Wenn Du also dauerhaft von den stinkenden Steinchen genervt wirst, kann unter Umständen nur noch eine Mandelentfernung helfen.  

 


Bildquellen:

1) fotolia.com © Antonioguillem

2) fotolia.com © jd-photodesign

3) fotolia.com © Bruno Raffa