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Lifestyle | 07.11.2017

Aus der Mitte entspringt ein See

In „Marias Land“ am Schneeberg gibt es kaum Handyempfang. Umso besser für alle Sinne, die sich so der Bergluft, den Wanderwegen und dem köstlichen Eismeersaibling hingeben können. Ebendort entsteht dort nun ein etwas anderes Freizeitrefugium.

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FAST UNBERÜHRT. Wenn kein Handy­läuten stört, beißen die Fische lieber an. (© Andreas Tischler)

„Genau hier wird der See wieder entstehen“, deutet Friedrich Bleier auf eine saftig grüne Wiese. Wir atmen Schneeberg-Luft, in der Ferne grasen friedlich seine Alpannon-Angusrinder, die Sendebalken am Smartphone sind verschwunden. So schonend wie möglich will der Mann, der von seinem Großvater sogar das Handwerk des Köhlers erlernt hat, jenes Gewässer zu neuem Leben erwecken, das vor mehr als 200 Jahren verschwand. An dessen Ufer sollen 30 Chalets im Stil der Waldbauern des
18. Jahrhunderts entstehen – aus Lärche, Weißkiefer, Fichte und Stein. „Obwohl sich hier alles verändert, wird diese alte Linde stehen bleiben“, sagt Bleier, um seine Demut vor der Natur zu unterstreichen.
2020 ist der angepeilte Fertigstellungstermin; mit einer Hotelanlage wird es nichts gemein haben, betont er. Als Investoren sollen Langzeitgäste, also Menschen mit Sehnsucht nach unverfälschter Natur, fungieren.

Der Visionär. Friedrich Bleier, aufgewachsen im heute rund 120 Seelen zählenden „Rohrbachtal“ (bei Puchberg), ist ohne Zweifel ein Visionär. Glauben darf man ihm aus mehreren Gründen schenken. Zum einen vermag der Gaumen selten zu betrügen: Der Eismeersaibling, der wegen seines feinen Geschmacks und zarter Konsistenz kaum Begleiter am Teller braucht, war zu Mittag in seinem „Marias Land  Stüberl“ ein überzeugendes Argument. Seit zehn Jahren betreibt der Familienvater eine Fischereizucht im Hochquellwasser beim Schneeberg, wo seit Kurzem – freilich abwechselnd – auch Edelkrebse gedeihen.
Zum anderen bietet Bleier in „Marias Land“ am Schneeberg acht Appartements nach ähnlichem Modell wie seine künftigen See-Chalets zur Langzeitbuchung. Ruhesuchende bewohnen diese Appartements, eine Art Klubhaus bietet die Möglichkeit für ungezwungene Begegnungen.

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KÖSTLICHER KÄLTEFAN. Der Eismeersaibling (© Marias Land)

Zurück zum Ursprung. 36 Sägewerke gab es mal in Puchberg; dass die Häuser vorrangig aus Holz errichtet werden, ist für Bleier klar. Wenngleich alles trotzdem auf dem neuesten Stand der Technik entsteht – Stichwort Brandschutz –, baut er auf ein bewährtes ökonomisches Prinzip: „Wir verarbeiten hier Kiefer, Lärche, Fichte der Güteklasse C“, streicht er über das duftende, mit Ästen „gemusterte“ Holz im Klubhaus. „Ich fahre die Philosophie meines Urgroßvaters: Was einen zu geringen Preis, aber Qaulität hat, verarbeiten wir selbst.“
Bleier reatkiviert aber nicht nur viel überliefertes Wissen seiner Ahnen, er hat auch eine ansehnliche Palette an Diplomen vorzuweisen. Er ist Landwirtschaftsmeister und absolvierte die Forstfachschule, er lernte Fischereizucht und Sägetechnik, besitzt die Gastrokonzession und studierte an der Fachhochschule Wiener Neustadt Marketing und Immobilienwirtschaft.
Die wichtigste Qualifikation ist aber vermutlich die Liebe zu seinem Land, das seit Jahrhunderten mütterlicherseits in Familienbesitz ist. Seit zehn Jahren steht daher der Name „Marias Land“ auch für ein Wander- und Freizeitparadies, eine „ökotouristische Alternative zum Massentourismus“, wie er es bezeichnet. Den Wanderrouten mit unterschiedlicher Dauer geht eine nicht minder schöne Fahrt mit der Schneeberg­bahn voraus; mehr als 40 Einkehrmöglicheiten bieten Puchbergs Gastronomiebetriebe und die unmittelbare Umgebung.
Rund 40 Weine aus Österreich werden im 300 Jahre alten Weinkeller kredenzt. „Marias Land Stüberl“ gönnt sich zwar eine Winterpause, der Eismeersaibling sowie die Steaks des Alpannon-Angusrindes werden aber in guten Restaurants der Region wie Apfelbauer, Triad und Schneeberghof serviert bzw. in einigen Verkaufsstellen angeboten (Info auf der Website). Oder man versucht sich mit fachkundiger Begleitung selbst als Eisfischer in den Wintermonaten in „Marias Land“.
www.marias-land.at

 

Aus dem Rezepteheft „Marias Land“ am Schneeberg

Eismeersaibling Müllerin Art
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(© Andreas Tischler)

von Haubenköchin Ute Schmutzer, Gasthaus Schmutzer, Winzendorf


Zutaten:
1 frischer Eismeersaibling
Salz, Pfeffer
frische Kräuter
Mehl
Olivenöl, etwas Butter
1 Zitrone


Zubereitung:
Den Eismeersaibling innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen und den Bauchraum mit den frischen Kräutern füllen. Nun den Fisch in Mehl leicht wenden. In der Zwischenzeit in einer Pfanne Olivenöl erhitzen (circa 3/4 der Leistung). Den Saibling einlegen und auf beiden Seiten 2 bis 3 Minuten anbraten, anschließend ins heiße Backrohr stellen und dort noch 5 bis 8 Minuten bei 160 Grad nachziehen lassen.
Zum Abschluss die Pfanne aus dem Rohr nehmen und eventuell mit einem nussgroßen Butterstück verfeinern. Die Zitrone halbieren und mit dem Saft einer halben Zitrone nach Geschmack aufgießen.
Den Fisch auf einem Teller anrichten, mit der übrigen Zitronenbutter übergießen. Mit der andern Hälfte der Zitrone garnieren und nach Geschmack eventuell mit Braterdäpfeln servieren.

Malzbiergulasch vom Angusrind
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AUF SCHNEEBERGER WEIDEN. Alpannon-Angusrinder (© Andreas Tischler)
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VISIONÄR. „Marias Land“- Mastermind Friedrich Bleier (© Viktória Kery-Erdélyi)
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ZURÜCK ZUM URSPRUNG.Chalets (links im Bild): inspiriert von der Bauweise der Waldbauern des 18. Jahrhunderts. (© Andreas Tischler)

Zutaten:
0,8 kg Zwiebel
1 kg Wadschinken
4 EL Schmalz oder Öl
1 EL Tomatenmark
3 EL edelsüßes Paprikapulver
3 Knoblauchzehen
Schwarzbrotwürfel
Majoran gerebelt
Kümmel gemahlen
Salz


Zubereitung:
Die Zwiebel fein Julienne schneiden, das Fleisch in nicht zu kleine Stücke würfeln. In einem großen Topf die Zwiebel mit dem Schmalz oder Öl langsam goldbraun anrösten und Paprikapulver, Tomatenmark und die zerdrückten Knoblauchzehen kurz mitrösten. Mit dem Malzbier und Wasser aufgießen, die Gewürze und die Schwarzbrotwürfel untermengen.

Das Gulasch circa eine Stunde langsam weichdünsten.