Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 26.05.2018

Für den besten Start ins Leben

Du schaffst das! Warum Du Deine Schwangerschaft zigaretten- und alkoholfrei erleben solltest. Der sofortige Bonus: kein schlechtes Gewissen.

Bild 1805_N_Leben_NOEGKK.jpg
(© Shutterstock)

Manchmal ist die Natur besonders entgegenkommend. Manchmal bemerken Frauen eben daran ihre Schwangerschaft, dass plötzlich der wunderbare Grüne Veltliner nicht mehr schmeckt. Oder schon der Gedanke an eine Zigarette Übelkeit verursacht. Oft siegen aber die Synapsen im Hirn und unsere Gewohnheiten. Diese können aber prima umprogrammiert werden.
Die klare Botschaft einer brandneuen, von einer Expertenrunde ausgearbeiteten Broschüre: Wer den kleinen Menschen im Bauch zu einem guten Start verhelfen will, lernt zu verzichten. Ohne Kompromisse. Aber im Idealfall in bester Gesellschaft mit Partner, Freundin und Co. beziehungsweise mit  der Einführung von neuen genussvollen Ritualen.
„Frauen neigen dazu, zu rauchen, um negative Gefühle zu bewältigen. Da gibt es aber viele Alternativen. Gehen Sie fünf Minuten in die Sonne, hören Sie sich ein schönes Musikstück an, tanzen Sie – das setzt Endorphine frei“, schlägt Alexandra Beroggio, Klinische und Gesundheitspsychologin bei der NÖGKK vor. Sie haben bislang abends mit dem Partner bei einem Glas Wein und einer Zigarette den Tag Revue passieren lassen? „Unternehmen Sie einen Spaziergang. Vielen Paaren gelingt es, gemeinsam mit dem Rauchen aufzuhören“, weiß Beroggio. Klappt das nicht, kann man dennoch der frischgebackenen Nichtraucherin das Leben erleichtern: mit einer rauchfreien Wohnung, in der weder Aschenbecher noch Zigaretten offen daliegen. Ein Irrglaube: Die Entzugserscheinungen der Mutter könnten dem Baby schaden. Hingegen hat ein Neugeborenes selbst welche, wenn während der Schwangerschaft geraucht wurde. Die gute Nachricht: Hört die schwangere Frau zu rauchen auf, ist der körperliche Reinigungsprozess schon nach Tagen abgehakt. „Das Gehirn hinkt nach, denn viele Situationen und Gefühle sind noch mit Zigaretten verknüpft“, weiß die Psychologin. Bedeutend leichter wird es etwa nach drei Wochen; schwierige Situationen, die man rauchfrei erlebt, bestärken da freilich.
Wem ein zigarettenfreier Babybauch gelingt, erhöht die Chance auf viele wunderbare Dinge: Dass das Baby ausgeglichen ist, dass das Kind im Kindergarten eine Geschichte, die ihm vorgelesen wird, versteht oder im Schulalter den Lernstoff schneller begreift.
Eine jedenfalls entspanntere Schwangerschaft erleben auch jene, die komplett auf Alkohol verzichten. „Es ist oft die Rede von diesem einen Glaserl zum Anstoßen. In Wahrheit macht das Stress: Wann, womit, bei welcher Gelegenheit, wie oft?“, gibt Beroggio zu bedenken. Wissenschaftlich belegt ist, dass schon kleine Mengen Alkohol dem Baby schaden können. Zusammengefasst werden die Folgen unter dem Begriff FASD (Fetale Alkohol Spektrum-Störungen). Es kommt in allen Gesellschaftsschichten vor. Zu typischen Auffälligkeiten gehören geringes Geburtsgewicht, Missbildungen (Herzfehler), Defizite in der geistigen Entwicklung (Lernschwierigkeiten).

Bild 1805_N_Le_NOEGKK_Auszeit_Ale.jpg
„Manchmal weiß man nicht, dass man schon schwanger ist. Verzichten Sie ab dem Moment, wenn Sie von der Schwangerschaft erfahren. “ - Alexandra Beroggio, Klinische und Gesundheitspsychologin

Wenn Sie erst später von der Schwangerschaft erfahren? „Über vergossene Milch braucht man nicht mehr zu reden. Zudem entsteht die Verbindung mit dem mütterlichen Blutkreislauf erst nach einer gewissen Zeit“, erklärt die Psychologin. „Verzichten Sie ab dem Moment, wenn Sie von der Schwangerschaft wissen.“
Die Broschüre „Eine Auszeit für Ihr Baby“ wurde vom Wiener Programm für Frauengesundheit entwickelt.  Für Niederösterreich wurde sie von der NÖ­ Gebietskrankenkasse adaptiert und gemeinsam mit dem Gesundheitsressort des Landes NÖ aufgelegt. Sie liegt jedem Mutter-Kind-Pass bei.

Sofortige Infos und Beratung erhalten Sie beim Rauchfrei Telefon unter der kostenfreien Nummer 0800/810 013.