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Lifestyle | 19.06.2018

Genuss in der Baumkrone

Köstliches Accessoire: Ohrhänger aus Kirschpaaren. Anschließend sofort essen – am liebsten vom „eigenen“ Baum. Kirschenfee Andrea Schubert macht‘s für alle möglich.

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PATENKINDER. Hunderte Kirschbäume warten in Schrattenthal auf Paten, geerntet wird im Juni. (© Andrea Schubert)

Auf Kirschbäume kraxeln und versteckt hinter Blättern sich den Bauch mit sonnengewärmten Früchten vollschlagen … Ein Genuss, der nicht in der Schublade „Kindheitserinnerungen“ verschwinden muss. Dafür sorgt Andrea Schubert mit ihrem ehrgeizigen „Kirsch‘me“-Projekt in Schrattenthal, bei dem selbst Balkongartler quasi zu einem „eigenen“ Kirschbaum kommen.
Rund 1.700 Bäume zählt die Plantage ihrer Familie; einen Teil hatten noch ihre Großeltern, den anderen ihre Eltern gepflanzt. „Zur Kirschernte hatten wir oft 100, 150 Leute bei uns, wir fuhren mit Traktoren und Lkw, um die Ernte einzubringen“, schwärmt die Landwirtin und studierte Landschaftsarchitektin. Der schillernden Kirschära hätten jedoch der freie Warenverkehr bzw. die niedrigen Preise schlimm zugesetzt, sagt sie. Plötzlich stand die wirtschaftlich notwendig gewordene Überlegung im Raum, die schöne Plantage auszureißen. „Sie hat aber ökologisch einen unschätzbaren Wert“, weiß Andrea Schubert, die schließlich einen innovativen Rettungsschirm initiierte.

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(© Birgit Reiter)

„Kirsch‘me“ ist ein Baumpatenschaftskonzept: „Mit 30 Euro im Jahr übernimmt man die Patenschaft für einen Baum. Mit dem Geld kann ich die Pflege finanzieren: Die Bäume werden geschnitten und vorwiegend biologisch gegen Schädlinge behandelt“, beschreibt die „Kirschenfee“, wie sie liebevoll genannt wird. Zu konventionellen Mitteln zum Spritzen greife sie ungern und äußerst selten, so dass man die Früchte trotzdem bedenkenlos auch ungewaschen vom Baum essen darf. Das ist schließlich – neben dem romantischen Blütenfest im April – die Kür der Patenschaft: die Ernte im Juni inklusive großem Fest. „Je nach Baum können die Paten jeweils mehrere Kilogramm Kirschen mit nach Hause nehmen“, verrät Andrea Schubert.

Stets auf dem Laufenden. Die Paten werden via Newsletter während des Jahres mit Informationen über den Status quo versorgt. Zwischen 140 und 180 Paten zählt „Kirsch‘me“ derzeit, „ich könnte aber locker noch bis auf 500 aufstocken“, sagt die 34-Jährige.
Die Feste der Kirschenfee direkt auf der Plantage sind übrigens rundum ein kulinarischer Genuss mit Kirschkuchen, Säften und Co.; zu erstehen gibt es bei Andrea Schubert mit etwas Glück außerdem selbstgemachten Kirschensirup und Kirschenessig.
Ein cooler Tipp für heiße Tage: Kirschen einfrieren und als Eiswürfel im Glas verwenden (färbt das Wasser hübsch rosa).  Info: kirsch-me.com

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(© Andrea Schubert)
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(© Andrea Schubert)

von der Kirschenfee:

Schwarzwälder Kirschenmarmelade

Zutaten:
1,2 kg Kirschen
500 g Extra Gelierzucker 2:1
Mark von einer Vanilleschote
4 EL klarer Schokoladenlikör (z.B. Crème de Cacao)


Zubereitung:
Kirschen putzen, entkernen. Ein Kilogramm abwiegen, mit Gelierzucker in einem hohen Topf vermengen und eine Stunde den Saft ziehen lassen. Dann die Hälfte der Früchte in einem Topf mit einem Stabmixer pürieren, Vanillemark und Schote beigeben und alles unter Rühren mit einem Kochlöffel bei starker Hitze aufkochen.
Ab dem Zeitpunkt des sprudelnden Kochens drei Minuten bei starker Hitze unter Rühren kochen lassen, zuletzt vier Esslöffel Schokoladenlikör unterrühren.
Saubere Schraubverschlussgläser mit Schokoladenlikör ausschwenken und sofort die heiße Marmelade randvoll einfüllen. Gläser fest verschließen und 15 Minuten auf den Kopf stellen. Danach umdrehen und auskühlen lassen.

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(© Andrea Schubert)
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(© Andrea Schubert)