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Lifestyle | 11.07.2018

Das große Summen

Neue Erlebniswelt auf der Blumenwiese: Ein engagiertes Team um Roland Heinzle, einem Imker mit Herzblut, eröffnet einen Bienenpavillon in Klein Pöchlarn.

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BEE SUPPORT. Initiator und Imker Roland Heinzle, Künstlerin Stephanie Balih und kreativ-technischer Verantwortlicher Alex Dolphin vor dem neuen Bienenpavillon (© Bee Support / Philipp Baumgartner)

Die Position der Königin vermag in die Irre zu führen: Bienen leben aber in einer Demokratie. Und zwar äußerst harmonisch, wie es ein Blick hinter das Holztürchen verrät. Der Schau-Bienenstock – die Waben sind durch ein Glasfenster geschützt – gehörte zu den ersten Attraktionen im Bienenpark von Klein Pöchlarn. Seit Juni thront dort stolz und bunt ein Bienenpavillon, der das Leben der für uns so wichtigen Insekten mit beinahe allen Sinnen erlebbar macht.  

Begehbare Bienenwaben. Treibende Kraft des dahinter stehenden Vereins alias „Bee Support“ ist Roland Heinzle, seines Zeichens Imker in vierter (!) Generation. Der gebürtige Vorarlberger betreibt in Klein Pöchlarn mit seiner Familie eine Biohonig-Manufaktur. Parallel dazu engagiert er sich für die Rettung der Bienen, wo er nur kann. Gleichgesinnte fand er in dem Künstlerpaar Stephanie Balih und Alex Dolphin (siehe Porträt): Sie schuf 50 zauberhafte Bienen-Aquarelle für den Pavillon, er glänzt mit technischen Raffinessen, wie etwa der Aufnahme der Bienenkommunikation mit selbst gebautem Mikrofon.
Was hat es nun auf sich mit diesem Pavillon? Der Holzfachwerkbau wurde Bienenwaben nachempfunden, am Eingang begrüßt Imker Roland als lebensgroße Figur (ebenfalls ein Werk von Stephanie Balih). Im Inneren lauscht man Bienensummen und es warten kunstvoll gestaltete, interaktive Stationen mit Spielen und Wissenswertem für Kinder und Erwachsene. Wussten Sie etwa, dass es bereits heute Regionen auf der Welt gibt, wo Obstbäume händisch bestäubt werden müssen, weil es dort keine Bienen mehr gibt? Die bewusst für die Bienen vielfältig angelegte Blumenwiese lädt mit Bänken zum Verweilen ein, zudem gibt es große Fotowände für witzige Erinnerungsfotos.

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(© Bee Support / Philipp Baumgartner)

Meditative Arbeit. Für Roland Heinzle ist damit eine lang gehegte Vision in Erfüllung gegangen. Er selbst hat heute 60 Bienenvölker, zum Leben braucht er auch sein zweites Standbein, die Gastronomie, sagt er. „Die Imkerei ist meine Leidenschaft.“ Heinzle absolvierte eine Ausbildung für „Schule am Bauernhof“ und führt Gruppen im Bienenpark in die (Arbeits)Welt seiner summenden Gefährten ein. Dabei dürfen seine Gäste unabhängig vom Alter, sich in den Alltagsaufgaben der Bienen versuchen und sogar behutsam etwa Drohnen über die Finger krabbeln lassen (die Männer haben keine Stacheln).

Faszination. „Du kannst noch so aktiv und gestresst sein, das friedliche Arbeiten und Summen der Bienen beruhigt immer“, erzählt Roland Heinzle. „Dieser Sozialstaat, den sie haben, ist einfach genial: Da arbeiten 60.000 Bienen zusammen und streiten nicht. Und die Königin ist die Dienerin des Volkes.“
Ermöglicht wurde der Bienenpavillon im Rahmen eines Leader-Projektes (Bund, Land, EU) sowie mit Unterstützung der Arcotel Hotel-Kette, der GRAWE und von Raiffeisen. Verantwortlich für Inszenierungskonzept und Texte war Tobias Hundertpfund. Der Bienenpark in Klein Pöchlarn ist ganzjährig frei zugängig, Erlebnisführungen gibt es auf Anfrage mit Roland Heinzle.

www.bee-support.at
www.heinzlehonig.at