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Lifestyle | 30.07.2018

Alpenstyle

Im idyllischen Bluntautal renovierte ein junges Paar mit viel handwerklichem Engagement ein altes Forsthaus. Getreu ihrem Wunsch, Altes in Ehren zu halten, entstand ein Ort voll heimeliger Gemütlichkeit mit allen modernen Annehmlichkeiten.

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(© Andreas Kolarik)

Golling. Dieses Juwel vor den Toren der Festspielstadt Salzburg. Der Himmel strahlt in tiefem Blau, stolz erhebt sich der Hohe Göll mit seinen schroffen Steinwänden, vom Tennengebirge herunter glitzern noch Schneefelder. Kein Wunder, dass Salzburgs „Jedermänner“ Peter Simonischek oder Nicholas Ofczarek in Golling Quartier nehmen, wie sich der Ort überhaupt zum Geheimtipp unter Künstlern entwickelte. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie mitunter bei den „Kleinen Festspielen Burg Golling“, spielen. Heuer werden hier u. a. Peter Weck, Tobias Moretti,  Otto Schenk und Miguel Herz-Kestranek ihre Vorstellungen geben.

Die Gastgeber. „Aus mir wirst du keinen Gastwirt machen“, sagte Andy Tichy, der Physiotherapeut mit eigener Praxis, als er sich auf den ersten Blick in Nina verliebte. Aber es kam anders. Heute lebt Andy beide Berufe, mit aller Leidenschaft. „Schließlich ist es auch so etwas wie Therapie, wenn unsere Gäste nach ihrem Urlaub mit neuer Kraft und Inspiration nach Hause fahren“, sagt er, und die Begeisterung dafür, dass er nun gemeinsam mit Nina das Lebenswerk ihres Großvaters in dritter Generation weiterführen kann, sprüht ihm aus den Augen. Der Opa Fritz, er war Ninas Lebensmensch. Aus Berlin war er nach Golling gekommen, hat im Cafe Maier seine Frau Marianne kennen gelernt, ein Ziehkind aus St. Anton. Vor einer alten Eiche fand das junge Ehepaar damals den Fleck, an dem sie ihr Leben beginnen wollten. „Sie hatten kein Geld“, erzählt Nina, „mein Opa hat in der Fabrik jeden Ziegel selbst gebrannt, aber gemeinsam haben sie es geschafft.“ Mit dem „Sonnleiten“, einem beliebten Café-Restaurant, legten sie den Grundstein für das heutige Jagdhaus und das Chalet in traumhafter Panoramalage. „Mein Opa war Konditor. Mit ihm habe ich meinen ersten Guglhupf fabriziert, den ich noch heute für unsere Gäste backe“, erinnert sie sich lachend an ihre glückliche Kindheit als „Wirtstochter“, und an jenen Rat, den ihr der Großvater gab: „Gib kein Geld für Werbung aus, schau, dass es deinen Gästen gut geht, sie werden das weitertragen.“ Nach seinem Tod, im Jahr 2003, übernahm Nina, die siebzehn Jahre im Landesschulrat gearbeitet hatte, ein Masterstudium absolvierte und jede freie Minute dem Familienbetrieb widmete, das Haus Sonnleiten. „Ein großes Glück, dass ich das machen darf“, schwärmt Nina, denn eigentlich wollte sie ihre Mutter Marianne, die von einem Leben voll harter Arbeit im Gastgewerbe zu berichten weiß, davor bewahren. Ging wohl nicht, zu sehr liegt allen Behrendts das Gastgebersein im Blut. Mit dem richtigen Mann an ihrer Seite konnte Nina aber nun ihre Träume und Ideen verwirklichen, der Umbau des alten Forsthauses zu einem kleinen Schmuckstück konnte beginnen.

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Gastgeber & Verschönerer. Nina Behrendt und Andy Tichy (© Andreas Kolarik)

Das Umgestalten ist zu unserem gemeinsamen Hobby geworden. - Nina & Andy

 

Das Forsthaus. Bereits in der hortensienbepflanzten Einfahrt erkennt man die gestalterische Handschrift des Paares. Eine große Schiefertafel neben der Haustüre heißt die Gäste namentlich willkommen. Mit viel Liebe zum Detail haben sie das historische „Forsthaus Torren“ renoviert, das meiste davon selber. Andy entwickelte und perfektionierte dabei seine handwerkliche Begabung, verbaute hochwertige Materialien, die sich harmonisch in die alten Mauern fügen. Bäuerliche Raritäten, die noch von einer anderen Zeit erzählen, bekamen sie von aufgelassenen Höfen in der Umgebung. Kaum vermutet man, dass sich hinter den heimeligen Küchenfronten eine moderne Hightech-Ausstattung befindet, und in den Badezimmern Whirlpool-Doppelwannen mit Panoramafenster zum Entspannen einladen. Viele begeisterte Gäste, die sich ein Stück „Alpen­style“ mit nach Hause nehmen wollen, veranlassten Nina und Andy, für die das Umgestalten mittlerweile zum gemeinsamen Hobby geworden ist, Tipps und Anregungen dafür unter www.verschönerei.at weiterzugeben. „Wie heißt es so schön“, schmunzelt Andy, „bei uns trifft eben Tradition wirklich auf Moderne“. Seit der Geburt ihrer eigenen Töchter Emma (3 1/2) und Hanna (2) ist der gemütliche Wohnstil auch besonders auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern ausgerichtet. So wurde die alte Tenne kurzerhand zu einem Kinderspielparadies umfunktioniert. Wen wundert es, dass Festspielstars, wie zum Beispiel Marvie Hörbiger, die den Sommer über ihre Kinder dabei haben, sich bei Nina und Andy besonders wohl und zu Hause fühlen.

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Das Forsthaus Torren. Gutsverwaltung Blühnbach (© Andreas Kolarik)
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(© Andreas Kolarik)
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Heimelig. Die Strahlwärme des Kachelofens (© Andreas Kolarik)
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(© Andreas Kolarik)

Ein zweites Zuhause für die Gäste. Auf dem Küchentisch wartet ein handgenähtes Kirschkernsackerl, der Guglhupf nach Opas Rezept und eine Flasche Prosecco auf die neuen Gäste. „Von hier aus ist man in zwanzig Minuten an den Seen des Salzkammergutes oder in der Bergwelt zum alpinen Skisport. Zu Fuß oder mit der Pferdekutsche geht‘s in wenigen Minuten hinein ins Bluntautal zum Gollinger Wasserfall. Unsere Gäste lieben es, bei der Bärenhütte einzukehren und frische Forellen direkt vom Fischer bei den Bluntauseen zu holen, die sie dann hier auf der Terrasse grillen“, malen Nina und Andy eine Urlaubswelt, die ihren Gästen ein gutes Stück Österreich zeigt. Der Kräutergarten lockt mit duftenden Gewürzen, der Birnbaum an der Hausmauer trägt über und über Früchte, am Zaun warten die Himbeeren an den alten Stauden von Andys Großmutter Herta auf kleine Naschkatzen.  Das Frühstücksei holt man sich übrigens gleich beim Nachbarbauern „Beckei“, gerademal über dem Zaun. „Wir sind einfach immer für unsere Gäste da, wollen ihnen Träume und Ruhe schenken, die sie Zuhause nicht haben, und versuchen, ihnen auch die ausgefallensten Wünsche zu ermöglichen. Bei uns sollen sie die kostbare Zeit mit ihren Familien genießen können.“ Ein Leben im Forsthaus, mitten in der Natur. Wenn dann nachts der sanft beleuchtete Apfelbaum seine Äste zum Schlafzimmer neigt, dann spürt man die Zeit fürs Liebhaben, die diesem besonderen Ort inne wohnt.

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Kochgenuss. Die moderne Technik verbirgt sich hinter den Fronten. (© Andreas Kolarik)
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(© Andreas Kolarik)
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Romantisch. Die Doppel-Whirlpoolwanne mit Panoramablick (© Andreas Kolarik)

Nina Behrendt & Andy Tichy

www.verschönerei.at, www.holidaysun.at