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Lifestyle | 15.05.2019 Entgeltliche Einschaltung

Die Lehre als Türöffner in die Welt

Von Begabungskompass bis hin zum eigenen Magazin: Wie die Wirtschaftskammer Jugendliche und ihre Eltern bei der großen Entscheidung unterstützt.

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(© www.foto-kraus.at) DRUCKFRISCH. WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und Stefan Gratzl mit dem neuen Magazin „TREIBSTOFFbildung“

Ein schöner Trend im Hinblick auf den viel zitierten Fachkräftemangel: Es gibt heuer in Niederösterreich rund sechs Prozent mehr Lehrlinge als im Vorjahr. Dass ihnen möglichst viele Wege offen stehen, von Praktika im Ausland bis hin zum Studium und in die Selbstständigkeit, dafür engagiert sich auch die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). Wie die aktuelle Bildungsoffensive aussieht, worauf sie abzielt, erklärt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl im Interview.

NIEDERÖSTERREICHERIN: Der Begriff Bildung scheint im Wandel zu sein. Was verstehen Sie heute darunter?
WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl: Bildung hat einen enorm hohen Stellenwert für ein Land. Ich stimme Ihnen zu: Bildung ist einem starken Wandel unterworfen. Das ist aber kein heutiger Trend, die Anforderungen an und um das Thema Bildung haben sich immer wieder geändert. Was heute anders ist, ist die Schnelligkeit, nicht zuletzt getrieben durch die Digitalisierung.
Bildung bedeutet für mich, den Schülerinnen und Schülern auf der einen Seite jenes fachliche Rüstzeug mitzugeben, dass sie für das spätere berufliche Leben benötigen. Auf der anderen Seite ihnen jene Qualifikationen zu vermitteln, die sie zusätzlich zum fachlichen Know-how benötigen. Die Fachkraft von Morgen braucht auch insbesondere digitale Grundkenntnisse und soziale Kompetenzen.

Welche Initiativen umfasst Ihre aktuelle Bildungsoffensive?
Die Wirtschaftskammer NÖ bietet ein sehr breites Leistungsspektrum im Bildungs- und Berufsorientierungsbereich. Zwei Maßnahmen möchte ich kurz herausgreifen: Im Bereich der Berufsorientierung bieten wir den Begabungskompass an. Bei mehr als 80 Prozent aller Schülerinnen und Schülern der siebten Schulstufe werden Talente und Fähigkeiten erhoben. Darauf aufbauend finden dann individuelle Berufsberatungsgespräche in den Schulen statt. Das bietet den Jugendlichen und ihren Eltern eine gute Entscheidungshilfe. Zudem sind wir auf vielen Berufsorientierungsmessen vertreten und stellen die breite Palette der Berufe vor. Damit auch die Lehrerinnen und Lehrer ein gutes Rüstzeug haben, wurde mit der Arbeiterkammer NÖ und der Pädagogischen Hochschule NÖ der Masterlehrgang Berufsorientierung initiiert; vor Kurzem startete der dritte Durchgang.

Ein wichtiger Eckpfeiler ist das Magazin „TREIBSTOFFbildung“ – wen möchten Sie damit erreichen?
Wir möchten mit unserem neuen Magazin der breiten Öffentlichkeit aufzeigen, wie wichtig die Themen Bildung und Berufsorientierung sind. Bildung ist der notwendige Treibstoff für den niederösterreichischen Wirtschaftsmotor. Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften können unsere Betriebe erfolgreich wirtschaften, Arbeitsplätze erhalten und schaffen, unsere Jugend erfolgreich ausbilden und somit Wohlstand und Lebensqualität in den Regionen sichern. Wir präsentieren darin unser breites Maßnahmenspektrum Bildung und Berufsorientierung betreffend – und dies nicht nur für Unternehmerinnen und Unternehmer, sondern auch für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und viele andere.

Warum Lehre? – Welche Botschaft an junge Menschen liegt Ihnen hierbei besonders am Herzen?
Die Lehre ist eine hochwertige Ausbildung, die viel an praktischem und theoretischem Wissen vermittelt. Während der Besuch einer weiterführenden Schule die späteren Berufsmöglichkeiten vorgibt, bietet eine Lehre für das spätere Berufsleben ein enorm breites Spektrum. Menschen, die eine Lehre absolvieren, können später als für Unternehmen wichtige Fachkräfte tätig sein. Es stehen ihnen Werk- und Meisterprüfungen offen. Der Weg in die Selbstständigkeit ist genauso möglich, wie ein späteres Studium. Dass die Lehre immer mehr im Trend ist, zeigen nicht nur die steigenden Lehrlingszahlen, sondern auch der Umstand, dass sich immer mehr Maturanten für eine „Lehre nach der Matura“ entscheiden und diese als großartige Alternative zu einem Studium sehen.

Spitzenreiter bei der Berufswahl sind bis heute „klassisch“ Friseurin und Bürokauffrau bei den Mädchen, Kraftfahrzeugtechnik bei den Burschen. Würden Sie sich hier mehr Abwechslung wünschen?
Mir ist es persönlich ein Anliegen, dass ein junger Mensch jenen Beruf wählt, für den er die Talente und Fähigkeiten hat – losgelöst vom Geschlecht. Wenn eine junge Frau meint, sie möchte den Lehrberuf Friseurin ergreifen – warum nicht? Wenn sie gut ist, wird sie auch erfolgreich sein.
Wichtig ist, die jungen Menschen objektiv und individuell über ihre konkreten Berufsmöglichkeiten zu informieren – so wie wir es mit dem Begabungskompass machen.

Was verbirgt sich hinter dem klingenden Namen „Let‘s Walz“?
Let‘s Walz ist ein erfolgreiches Produkt, das wir für unsere Lehrlinge entwickelt haben und mittlerweile mit dem Sozialpartner Arbeiterkammer NÖ umsetzen: Wir entsenden Lehrlinge ab dem zweiten Lehrjahr für vier Wochen ins Ausland. Dort können sie in einem Unternehmen berufliche Erfahrungen sammeln.
Zwei Durchgänge haben wir bereits durchgeführt, über 200 Lehrlinge waren in England, Irland, Italien, Deutschland oder Tschechien. Für den neuerlichen dritten Durchgang endete vor Kurzem der Anmeldeschluss, über 100 Bewerbungen sind eingelangt!
Die Lehrlinge bekommen sehr viel Anerkennung für ihr Wissen und Können und kommen nach vier Wochen selbstbewusster und mit Stolz erfüllt auf ihre Ausbildung zurück. Meine Forderung ist, dass jeder Lehrling während seiner Ausbildung einmal die Möglichkeit hat, Auslandserfahrung zu sammeln. Das ist die beste Aufwertung für unsere Lehrlinge, weil sie damit auf eine Stufe mit den Studentinnen und Studenten gestellt werden. Weiters erwarte ich mir, dass die öffentliche Hand diese Initiative übernimmt, damit jeder junge Mensch diese Chance bekommt.