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Lifestyle | 09.10.2019

In Kontakt bleiben

Auch Angehörige müssen auf ihre Energiebalance achten, rät Psychoonkologin Gabriela Mausser.

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(© Fotostudio Schörg Baden) Krebshilfe. Gabriela Mausser unterstützt Betroffene und Angehörige.

Krebs betrifft das ganze Familiensystem“, erklärt Gabriela Mausser, Psychoonkologin der Österreichischen Krebshilfe Niederösterreich. Eben aus diesem Grund hält die Krebshilfe nicht ausschließlich für Betroffene, sondern ebenfalls für Angehörige ihre Pforten offen. Denn während die Patientin oder der Patient oftmals durch die Therapien zu Strukturen kommt, „leiden besorgte Angehörige unter Hilflosigkeit“. Sie möchten gerne mehr tun, als beispielsweise Chauffeurdienste zu übernehmen oder Staub zu saugen. Dabei seien diese Dinge sehr wohl eine große Hilfe, „schon ein Nicht-Weggehen und ein Mit-Aushalten stärken die Betroffenen“, sagt Mausser. Bei all der Unterstützung, die man gewillt ist zu bieten, gelte es parallel, auch auf sich und seine Bedürfnisse zu achten. „Niemand hat etwas davon, wenn der Partner vor Erschöpfung zusammenklappt; die eigene Energiebalance muss wichtig bleiben.“
Ohne Frage ist eine Krebsdiagnose eine große Prüfung für jede Beziehung; „manche zerbrechen an ihr, andere wachsen gemeinsam daran“, weiß die Psychoonkologin. Paare, bei denen schon zuvor die Kommunikation und die Sexualität in den Hintergrund rückten, tun sich naturgemäß schwer, in einer ohnehin schwierigen Situation Körperlichkeiten zu besprechen. Mausser empfiehlt grundsätzlich, dem offenen, ehrlichen Austausch großes Gewicht beizumessen. „Beide Seiten neigen manchmal dazu, eine Schutzhaltung einzunehmen und sich dem Partner oder der Partnerin nicht mitzuteilen. Es ist aber sehr wichtig, im Gespräch zu bleiben, sich dem anderen mit seinen Gefühlen und Sorgen zuzumuten.“

Mama hat Krebs. Besonders viel Feingefühl erfordert das Gespräch mit (kleinen) Kindern. „Schließen Sie das Kind nicht aus“, sagt Mausser. „Es ist wichtig, dass die Kinder von Betroffenen altersadäquat informiert sind, sie bekommen ohnehin mit, wenn in der Familie etwas nicht stimmt und die Fantasie ist oft viel schlimmer als die Realität.“ Die Österreichische Krebshilfe hat hierzu eine eigene Broschüre mit dem Titel „Wenn Mama oder Papa an Krebs erkranken“ entwickelt; sie ist als PDF downloadbar: www.krebshilfe-noe.at (unter Services/Broschüren).
Das kostenlose Beratungsangebot der Österreichischen Krebshilfe Niederösterreich wird durch Spenden finanziert. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.
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