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Lifestyle | 12.11.2019

Status-Retusche gefällig?

Von der Kunst, das persönliche Standing aufzupolieren, ohne die Authentizität einzubüßen: Wir entlocken Profilerin und Coach Patricia Staniek Tipps aus ihrem aktuellen Buch.

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(© Shutterstock)

Philosophieren ließe sich darüber endlos. Weder die Kleidung, noch das Fahrzeug, noch das Label unserer Tasche sagen etwas über unseren Charakter und Fähigkeiten aus. Im Idealfall. Oder theoretisch. Es gibt sie sozusagen überall: die Underdogs mit wirrem Haar, die trotzdem ans Ziel kommen. „Der kleine Prinz“ sagt es uns seit 1943: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ (Antoine de Saint-Exupéry). Jetzt kommt das große Aber: Die Realität, in der wir leben, ist oft eine andere.
Das musste Patricia Staniek, heute erfolgreiche Profilerin, Expertin für Körpersprach-, Mimik- und Verhaltensanalysen und Coach aus Gänsern­dorf, am Anfang ihrer Laufbahn schmerzhaft an der eigenen Haut erfahren. Ihr Sohn war noch im Volksschulalter, ihre Selbstständigkeit begann gerade gut anzulaufen. Sie hatte einen Präsentationstermin in einem namhaften Unternehmen. „Ich war zeitlich knapp dran, ein Vorstands­parkplatz war frei, den schnappte ich mir – mit meinem rostigen Kleinwagen“, lacht sie heute. „Mein Outfit und mein Auto waren mir damals wurscht; ich dachte: Kompetenz zählt.“

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(© Andreas Hochgerner) Status überall. Selbst die Büroeinrichtung spricht, sagt Patricia Staniek.

Der Direktor aber, dem sie danach ihre Konzepte zum Teamaufbau vorstellte, sah das anders. „Sie stellen sich mit so einem Wagen auf den Parkplatz und wollen uns Erfolg verkaufen?“, habe der Mann damals empört gefragt. Freilich habe sie gewusst, dass das Urteil unfair war; Tränen der Wut seien ihr danach im Auto über die Wange gerollt. Dennoch schwor sich Patricia Staniek damals, nie wieder eine solche Situation erleben zu wollen.

Die Erkenntnis. „Status ist immer da, immer um uns, ob wir wollen oder nicht“, sagt sie. Es mag oberflächlich klingen, aber wer weiterkommen will – vor allem im Geschäftsleben – sei gut beraten, die Regeln „auf der Statuswiese“ mitzuspielen, meint die Expertin.
Staniek veröffentlichte kürzlich ihr drittes Buch: „Status. So verschaffen Sie sich Ansehen, Gehör und Respekt“ (Goldegg). Nach „Profiling – Ein Blick genügt und ich weiß, wer du bist“ (echomedia) sowie „Mein Wille geschehe. Macht und Manipulation entschlüsseln“ (Goldegg) habe sie diesmal kein reines Fachbuch geschrieben, wie sie erklärt. „Ich habe diesmal die Erzählform gewählt und meine Erkenntnisse und Tipps in Geschichten von Begebenheiten verpackt, die ich teilweise selbst erlebt habe.“ Die Kernaussage ihres aktuellen Buchs: „Wer die Status- und Machtspiele durchschaut, kann sie für sich nutzen.“

Ums Eck denken. Dabei gehe es nicht darum, sich neu zu erfinden. So habe auch Patricia Staniek beim beschriebenen Vorstandsdirektor-Termin nicht am selben Tag einen neuen Wagen gekauft, sondern ihren damaligen Pkw bei entsprechenden Terminen lieber ums Eck geparkt.
Ausdruck von Status sind übrigens – neben Materiellem wie Kleidung oder Immobilien, die gemeinhin als Statussymbole gelten – ebenso Verhalten, Kleidung, Stimme, Sprache und Körpersprache. Klingt stressig? Das muss nicht sein, denn oftmals geht es laut Staniek nur um ein Finetuning, wie sie es auch ihrem Klientel vermittelt. Immer wieder berate sie blitzgescheite Businessfrauen, die sich beklagen, sich nicht entsprechend Gehör verschaffen zu können. Manchmal hilft schon eine dezente Outfit-Beratung, ist sie überzeugt. „Mit Rüschenbluse, Ballerinas und einer Tasche, die quasi zerfließt, wenn man sie hinstellen will, punktet man selten. Besser: ein dunkler Blazer, ein rotes Top und eine stehende Tasche“, findet sie. Nach dem Ausschlussprinzip funktioniert das aber nicht; eine taffe Frau kann freilich auch mit lieblicher Blümchenbluse ein Meeting leiten.
Die große Kunst ist es laut Staniek, die Status-Spiele mitzuspielen, aber trotzdem nach Authentizität zu streben; wer sich etwa verkleidet fühlt, wird kaum selbstbewusst auftreten können. Ihr Credo: „Sie müssen nicht alles tun, was andere tun, aber wissen, wie es geht.“ Beim Reflektieren über das eigene Standing gilt es außerdem zu beachten: „Status ist per se nicht negativ, sondern neutral – und auch nie statisch“, sagt Patricia Staniek. „Während die Führungskraft in der Firma Hochstatus genießt, wird sie gut beraten sein, bei der Polizeikontrolle Tiefstatus einzunehmen.“

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(© Goldegg) Neu. „Status. So verschaffen Sie sich Ansehen, Gehör und Respekt“ von Patricia Staniek, erschienen bei Goldegg, € 22.

Die NIEDERÖSTERREICHERIN verlost 3 Exemplare von Patricia Stanieks brandneuem Buch „Status. So verschaffen Sie sich Ansehen, Gehör und Respekt“ (Goldegg). Hier klicken und teilnehmen. Teilnahmeschluss ist der 20. November 2019.