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Lifestyle | 27.03.2020

Kostbares Weinviertel

Was die Rezepte der Seminarbäuerin Elisabeth Lust-Sauberer so unvergleichlich machen? Sie lässt sich von den alten Küchengeheimnissen voriger Generationen inspirieren und verarbeitet die wunderbaren Gaben der Natur, die direkt vor der Haustüre wachsen, zu Speisen, die uns ein mollig-dankbares Gefühl in Herz und Bauch schenken.

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(© René van Bakel)

Ist die Rede vom Weinviertel, kommen mir viele Bilder in den Sinn. Sei es die Vielfalt der Landwirtschaft, seien es die Kellergassen, die regionaltypischen Ortsbilder, Sehenswürdigkeiten und Kulturschätze. Und nicht zuletzt denke ich an die besonders gemütliche Atmosphäre, die diese Region so lebens- und liebenswert macht“, schreibt die Seminarbäuerin, die mit ihrem Mann eine Landwirtschaft in Schalla­dorf im Weinviertel betreibt, und uns mit ihren wunderbaren Kochbüchern immer wieder aufs Neue erfreut. „Kochen, was gerade wächst, und ernten, was gerade reift“, ist ihre Devise, damit es am besten schmeckt. Mit ihren 100 köstlichen Rezepten aus dem Weinviertel entführt sie uns auf eine sinnliche Reise durch diese gesegnete Region. „Man muss dazu nicht unbedingt eine Meisterköchin sein – es geht einfach darum, sich das Weinviertel genau anzusehen, die Lebensmittel im Spiegel der vier Jahreszeiten zu entdecken und das Saisonale und Regionale schätzen zu lernen, so wie wir es früher gewohnt waren.“ Dankbar ist die Bäuerin aus Leidenschaft ihrem Mann Josef und den Töchtern Nathalie und Madeleine: „Sie probierten und kosteten eifrig meine Kreationen und halfen mir mit Lob und Kritik, meine Rezepte noch mehr auszufeilen.“

 

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(© René van Bakel)

Kräuteröl  

Mit wertvollem, kalt gepressten Rapsöl und Kräuterzweigen von Rosmarin und Thymian sowie Lorbeerblatt, Knoblauchzehen, Chillischoten, grobem Salz und getrockneter Zitronenschale hat jeder frische Salat einen köstlichen Begleiter! Tipp: Die Kräuter leicht antrocknen, weil das Öl sonst trüb wird.

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(© René van Bakel)

Stosuppe

In manchen Regionen als „saure Suppe“ oder „Rahmsuppe“ bekannt. Mit zerdrückten, gekochten Erdäpfeln als Einlage ist sie so sättigend, dass sie als Hauptspeise gegessen werden kann. 

 

ZUTATEN 

1/2 l Wasser

1/2 l Sauermilch 

1/4 l Sauerrahm 

1 EL Kümmel

50 g Mehl

Salz

ein Schuss Essig 

 

Bringen Sie Salzwasser mit Kümmel zum Kochen. Den Sauerrahm und die Sauermilch mit dem Mehl versprudeln und mit einer Schneerute in das heiße Wasser einrühren. Rund 15 Minuten auf dem Herd einkochen lassen. Zum Schluss mit einem Schuss Essig abrunden. 

 

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(© René van Bakel)

Gemüsespieß 

Eine fleischlose Hauptmahlzeit, die sich im Handumdrehen zubereiten lässt. Aber auch als Beilage zu einem Braten oder Geflügel gut geeignet. 

 

ZUTATEN 

1 kg buntes Gemüse, 

z. B. Zucchini, Karotten, Paprika, Zwiebeln 

Salz, Pfeffer, Kräuter 

Butterschmalz 

 

Das Gemüse in gleich große Stücke schneiden und abwechselnd auf Holzspieße stecken. Die Spieße in einer Pfanne bei mäßiger Hitze in Butterschmalz bissfest braten. Erst zum Schluss würzen und mit gehackten Kräutern bestreuen. 

 

TIPP DER KÖCHIN: 

„Damit sich die Gemüsestücke beim Essen besser vom Spieß lösen lassen, bestreiche ich den Holzspieß vor dem Aufstecken mit etwas Öl.“

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(© René van Bakel)

Bärlauch-Pesto 

aus dem Buch „Kochen wie die Bäuerin“

 

Bärlauch schmeckt ähnlich wie Knoblauch, ist aber frischer und milder. Vorsicht vor der Verwechslung mit den hochgiftigen Maiglöckchen: Bei Bärlauch wachsen die Blätter einzeln direkt aus der Erde heraus, während sie bei Maiglöckchen an einem gemeinsamen Stiel sitzen! 

 

Zutaten

150 g Bärlauch

10 g Salz

20 g geriebene Nüsse

20 g geriebener Hartkäse 

250 g Sonnenblumenöl 

1/2 TL Zucker

etwas Pfeffer aus der Mühle 

 

Alle Zutaten in einen hohen Mixbecher geben und mit dem Stabmixer rasch pürieren. In gut verschlossene Gläser abfüllen.

Nüsse und Käse weglassen, wenn das Pesto bis zur nächsten Bärlauchsaison reichen soll. 

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(© René van Bakel)

Gebackene Topfentorte 

Wussten Sie, dass man 4,5 Liter Milch braucht, um 1 Kilo Topfen herzustellen? Topfen ist ein typisch österreichisches, naturbelassenes Lebensmittel, das mehr Beachtung verdienen würde. 

Bereiten Sie den Mürbteig zu, indem Sie Mehl, Salz und Butter abbröseln und dann mit Zucker, Vanillezucker und Ei zu einem Teig kneten. Die Masse ca. 1 Stunde an einem kühlen Ort rasten lassen. Dann den Mürbteig ausrollen und in einer befetteten Tortenform Boden und Wand damit auskleiden. 

Für die Fülle zuerst die Butter mit Zucker, Vanillezucker sowie Zitronensaft und -schale schaumig rühren. Dann geben Sie Dotter, Topfen und Puddingcreme dazu und verrühren alles. Als nächsten Schritt Eiklar mit Kristallzucker zu cremigem Schnee schlagen und unter die Topfenmasse heben. Die Masse auf den Mürbteig in der Kuchenform streichen und bei maximal 150 °C 1 bis 1,5 Stunden backen. 

 

TIPP DER KÖCHIN: 

„Ich bereite den Mürbteig immer in der Rührschüssel zu – einfach alles in das Gefäß geben und mit der Küchenmaschine verrühren. Die Torte langsam backen, weil sie sonst zu stark einfällt. Nach der Hälfte der Backzeit, also nach 45 Minuten, decke ich die Torte mit Papier ab.“

 

ZUTATEN 

100 g Staubzucker 

150 g Butter

250 g Mehl

1 Ei, Salz

1 Päckchen Vanillezucker 

 

FÜR DIE FÜLLE 

250 g Butter

100 g Staubzucker 

1 Päckchen Vanillezucker

8 Dotter, 8 Eiklar

50 g Kristallzucker

750 g Topfen (20 % Fett) 

80 g Vanillepuddingpulver

Saft und Schale von 1 Zitrone 

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ISBN 978-3-222-14036-5 Styriabooks, Pichler Verlag, € 26