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Lifestyle | 19.08.2020

Geliebte Mini-Outdoor-Oase

Balkone und Terrassen sind gerade im urbanen Raum der Inbegriff vom kleinen Luxus. Dass selbst der winzigste Außenbereich mit einem guten Konzept groß rauskommen kann, zeigen drei Autoren in ihren Büchern.

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Dass selbst kleine Balkone Platz zum Wohlfühlen bieten, zeigt das Buch „Mein Outdoor-Wohnzimmer“. © Gräfe und Unzer Verlag/ Kristijan Matic

Der Garten hat seine Funktion als Outdoor-Wohnzimmer schon lange inne, ganze Wohnensembles haben ihren Weg hinaus gefunden, Accessoires wie Teppiche und Lampen runden das riesige Angebot ab – und sogar zum Kochen geht man aus dem Haus. Ein Garten ist Luxus, den nicht jeder besitzt. Doch auch der Mini-Balkon kann mit wenigen Kniffen zum begrünten Erlebnisraum werden oder gar zum perfekten Urlaubsdomizil, in dem man den Sommer in der Stadt genießen kann. Sind Sie bereit für urbanes Outdoor-Living? Dann reisen Sie mit uns zu gewaltigen Ideen fürs kleine Reich!

Raum für mehr. Eine neue Wohnung, die Räume sind eingerichtet, das Wohlfühllevel ist hoch. Doch ein Blick aus dem Fenster und man schaut auf graue Hauswände und einen kahlen Balkon oder eine leere Terrasse, die noch mit Leben gefüllt werden müssen und als „gestalterische Problemzonen“ gelten. Die große Frage: Wie setzt man hier an? Schritt für Schritt ist die beste Antwort, denn wenn erstmal das Konzept steht, kann es ohne Stress umgesetzt werden. Hinsetzen, Zeit nehmen, sich ein Budget überlegen, den gewollten Stil suchen, vielleicht ein bisschen mutig sein – sich dabei aber selbst treu bleiben und konsequent alles Überlegte umsetzen, führt zu den besten Ergebnissen und weniger Stress und Kosten.

Kleine Flächen groß gedacht. Nicht nur Terrassen und Balkone können bei der Flächenplanung miteinbezogen werden, auch Fensterbretter, Brüstungen, Nischen, Balkongeländer und Ecken bieten den idealen Platz für spannende und schöne Ergebnisse. Ganz wichtig: das genaue Maß, denn nur wer hier exakt plant, vermeidet Fehlkäufe und enttäuschte Gesichter. Mit Kräuterkästen kann sogar der französische Balkon zum Genussreich werden, ein Rankgerüst an der Hausmauer lässt den Traum von jeder Menge Grün wahr werden, vertikale Blumenbeete schaffen zusätzlichen Platz für Schönes.

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Auch aus langen, schlauchartigen Balkonen lässt sich jede Menge machen. © Gräfe und Unzer Verlag/ Kristijan Matic

Persönliche Wohlfühlzone. Bei der Frage, wie man seinen Balkon nützen möchte, sollte man sehr kritisch sein, denn nur wer sich fokussiert, kann die richtigen Schritte machen. Wollen Sie auf dem Balkon essen, lesen, entspannen, Partys feiern, grillen, schöne Pflanzen oder feines Gemüse anbauen, Sport machen, ihn zum Arbeiten nutzen, als Spielplatz für die Kinder umkrempeln oder gar ein Pool aufstellen? Wie viele Personen nutzen ihn? Und welche Besonderheiten hat er? Kaum ein Balkon gleicht dem anderen und alleine die Lage, also ob er nach Norden, Osten, Süden oder Westen ausgerichtet ist, entscheidet schon oft, wofür er geeignet ist. Der Nordbalkon zum Sonnen? Fehlanzeige! Die verglaste Südloggia als luftiges Pflanzenparadies? Ebenso! Informieren Sie sich, welche Pflanzen wo am liebsten stehen und richten Sie sich auch danach.

Farbe, Stil und Budget. Genau wie im eigenen Heim sollten auch der Balkon und die Terrasse den eigenen Stil widerspiegeln, damit man sich darauf wohlfühlt. Wie ist Ihr Wohnstil? Wenn Sie sich damit auseinandergesetzt haben, werden Sie schnell bei Ihren Lieblingsfarben und -materialien hängen bleiben. Es muss aber nicht die Verlängerung des Wohnraums sein: Viele Menschen entscheiden sich gezielt für einen Stilbruch und planen einen Boho-Balkon zum skandinavischen Wohnzimmer oder eine moderne Terrasse außerhalb der Landhausstil-Küche. Legen Sie sich im Vor­hinein ein Budget zurecht: Nur so erhalten Sie den nötigen Überblick für Ihre Ausgaben.

ZUR AUTORIN

Von der Unternehmensberaterin zur Balkongestalterin: Christina Setzer hat mit Mut und Kreativität ihren Garten-Webshop greenbop.de gegründet, mit dem sie Menschen besondere Projekte rund um das Thema Pflanzen, Garten und Balkon zeigen möchte. Damit trifft sie den Nerv der Zeit: Urban Gardening hat sich in den letzten Jahren zu einem neuen Trend entwickelt. Hier setzt sie als „Balkongestalter“ an – und präsentiert in ihrem Buch „Mein Open-Air-Wohnzimmer“ spannende Projekte.

Christina Setzer
Mein Open-Air-Wohnzimmer, GU Verlag,
ISBN 978-3-8338-6839-9, € 20,60

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Der Dschungel-Balkon von Igor Josifovic

(c) Gräfe und Unzer Verlag/ Wei Ling Khor

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Leben und arbeiten auf einem Balkon: der neue Trend.

(c) Gräfe und Unzer Verlag/ Wei Ling Khor

Raumwunder Balkon. DIY, also Do-It-Yourself, ist schon längst von den USA zu uns herüber gewandert. Selbermachen ist Trend – und wir machen mit! In „Tiny Balcony“ haben Julia Romeiß und Gregor Faubel das Potenzial diverser Balkone entdeckt und mit Text und Bild zu Buche gebracht. Familien-Balkon, WG-Balkon, ein Balkon zum Durchatmen – so unterschiedlich wie der Mensch, so facettenreich sind die Ansprüche an ein bisschen Freiraum. Wir haben uns ein paar Ideen der Designer vom Studio Faubel genauer angeschaut …

Der Großstadt-Dschungel. Urban Jungle-Blogger Igor Josifovic hat Pflanzen zu seinem absoluten Spezialgebiet erkoren. Auf seinem 2,4 Quadratmeter großen Balkon in München blüht und gedeiht es in den schönsten Farben, so wurde sein Mini-Outdoor-Bereich zum saftigen Ruhepol – und das, obwohl der Balkon schattig in Nordwest-Lage liegt. Sein Wunsch? Ein Pflanzenregal und ein Rankgerüst, damit er die Außenfläche ideal nutzen kann. Mit handwerklichem Geschick haben Julia Romeiß und Gregor Faubel zwei einfache Rahmen modifiziert und an Igors Balkon angepasst. Nun steht einer noch größeren Pflanzenfamilie nichts mehr im Weg! Das Zauberwort hier heißt vertikales Gärtnern – und kann schnell und einfach jeden Balkon und jede Terrasse verschönern.

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In die Höhe: Vertikales Gärtnern ist beliebt wie nie.

(c) Gräfe und Unzer Verlag/ Wei Ling Khor

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Leben und arbeiten auf einem Balkon: der neue Trend.

(c) Gräfe und Unzer Verlag/ Wei Ling Khor

Der Familie oder WG-Balkon. Innerhalb der Familie oder mehr noch bei einer Wohngemeinschaft hat jeder Bewohner seinen eigenen Lebensrhythmus. Der Balkon ist hier der Ort, an dem die Menschen zusammenkommen und sich über den Tag (und die Nacht) austauschen. Hier bietet sich eine gemütliche Outdoor-Lounge-Ecke oder ein Klapptisch mit Stühlen an, genügsame Pflanzen wachsen auch beim nicht ganz so grünen Daumen gut. Für Kinder sind kleine Naschfrucht-Kästen und Hochbeete eine spannende Sache, Erwachsene freuen sich über Kräutertöpfe und Platz für Zweisamkeit.

Der Work-Life-Balance-Balkon.  Gerade in Zeiten des Home­office tut es gut, Arbeit auch mal an der frischen Luft machen zu können. Mit einem Klapptisch, der sowohl Sekretär als auch gemütlicher (Kaffee-) Tisch sein kann, kommt man schnell in den Arbeits- oder Feierabendmodus. Um sich auch wirklich konzentrieren zu können, hält ein Sichtschutz neugierige Blicke und die eine oder andere Geräuschkulisse einfach ab. Damit auch genügend Platz ist, um sich mit seinen Arbeitssachen auszubreiten, werden Pflanzen einfach hochgehängt, viel Stauraum für Gartengeräte garantiert einen cleanen Look und somit weniger Ablenkung.

ZU DEN AUTOREN

Die erfahrenen DIY-Autoren und Designer Gregor Faubel und Julia Romeiß helfen Balkonbesitzern mit großen Träumen, wie sie mithilfe von multifunktionalen und individuell anpassbaren Bauprojekten ihre Gestaltungsspielräume voll ausschöpfen können. Ihr Buch „tiny balcony“ zeigt, wie viel Spaß es machen kann, sein eigenes Projekt zu planen!

Gregor Faubel und Julia Romeiß:
Tiny balcony; GU Verlag,
ISBN 978-3-8338-7404-8, € 26, 80