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Lifestyle | 04.09.2020

Zurück auf dem Teppich

Dass das Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden aufgrund des Shutdowns in der Corona-Krise wieder mehr an Bedeutung gewonnen hat, merkt auch Österreichs berühmtester Teppichhändler Ali Rahimi.

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(© Rahimi&Rahimi) Der größte Teppich von Rahimi & Rahimi befindet sich seit Kurzem im Park Hyatt Hotel in Wien.

Am 2. Mai öffnete auch Rahimi & Rahimi mitten in der Wiener Innenstadt, in der Spiegelgasse 6, wieder seine Pforten und siehe da, viele Menschen kamen ins stilvolle Palais Szechenyi, um auf vier Stockwerken in die sagenhafte Welt der Orientteppiche einzutauchen. Wir haben bei Firmenchef Ali Rahimi nachgefragt, wie er als Unternehmer und begnadeter Netzwerker den Shutdown verbracht hat und wie sich die Geschäfte nach der Wiedereröffnung entwickeln.

NIEDERÖSTERREICHERIN: Herr Mag. Rahimi, wie geht es Ihnen? Wie haben Sie die Zeit verbracht, in der Sie Ihr Geschäft geschlossen hatten?
Ali Rahimi: Vielen Dank, es geht mir gut. Ich habe viel Zeit mit meiner Frau Carina verbracht, die in der Lebensmittelbranche tätig ist und mit ihrer Food-Manufaktur Nussyy ziemlich eingespannt war. Außerdem haben wir den Shutdown genutzt, um den Online-­ Auftritt von Rahimi & Rahimi auf neue Beine zu stellen und freuen uns schon darauf, dass wir im Juli mit einer modernen Website durchstarten können. Unerwarteterweise bekamen wir viele Anrufe und Anfragen von Kunden, die Interesse an einem neuen Teppich zeigten. Auch am 2. Mai konnten wir bereits einige Menschen in unseren Schauräumen begrüßen und beraten.

Woher rührt das große Interesse an Teppichen im Moment?
Wir mussten alle von einem Tag auf den anderen viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Die Geschäfte und Restaurants waren geschlossen und man arbeitete plötzlich von daheim aus. Die Krise hat gezeigt, wie wichtig der eigene Wohnraum ist. Ich habe gemerkt, dass die Menschen dadurch wieder verstärkt in ihr Zuhause investieren wollen.

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(© Rahimi&Rahimi) Ali Rahimi mit seiner Frau Carina, einer Mühlviertlerin, die mit ihrer BIO-Food-Manufaktur Nussyy in der Lebenmittelbranche tätig ist.

Was wird derzeit nachgefragt?
In dieser doch eher unsicheren Zeit sucht man verstärkt nach Werten, die man anfassen kann und an denen man lange eine Freude hat. Dazu  zählt mit Sicherheit der Teppich, der jeden Raum gemütlich und wohnlich macht, aber vor allem auch dekorativ aufwertet. Die Menschen wollen eine Topqualität, eine große Auswahl und ein umfassendes Service. Vom klassischen Perserteppich bis hin zum neu interpretierten Designerteppich wird derzeit alles nachgefragt. Auch Individualität spielt eine große Rolle, und wenn es um maßgeschneiderte Teppiche geht, sind wir absolute Profis. Vor Kurzem haben wir den größten Teppich unserer Firmengeschichte ins Park Hyatt Hotel in Wien geliefert.

Wie viele Teppiche haben Sie zur Auswahl?
Mit rund 6.000 Teppichen gehören wir europaweit zu den größten Anbietern im Fachhandel. Unser Sortiment reicht vom Läufer und Kelim über Klassiker bis hin zu modernen Designer­teppichen von Jan Kath, Vivienne Westwood, Diane von Fürstenberg, Elie Saab, Paul Smith oder Alexander McQueen. Ein Riesenplus ist auch unsere eigene Werkstätte, wo man Teppiche reinigen, restaurieren und lagern lassen kann.

In welcher Preisklasse bewegen sich Teppiche von Rahimi&Rahimi?
Es ist uns ein großes Anliegen, auch leistbare Teppiche zu verkaufen. Unser Angebot reicht vom handgeknüpften Teppich in der Größe von zwei mal drei Metern um 1.000 Euro bis hin zum Perser- oder Designerteppich um 100.000 Euro. Wir lassen selber produzieren und bieten eine gute Qualität zu einem guten Preis. Darüber hinaus sind alle unsere Teppiche STeP- und damit Fairtrade-zertifiziert.

Beraten Sie auch Kunden vor Ort in  deren Zuhause?
Ja, das ist uns ganz wichtig. Unsere Profis sind derzeit wieder in ganz Österreich unterwegs, machen Beratung vor Ort und stehen den Kunden kompetent zur Seite. Erst gestern war ich bei einem Kunden in Linz. Oberösterreich ist ein wichtiges Einzugsgebiet für uns.

Sie bieten Teppiche aus allen Ursprungsländern der Welt an und sind viel unterwegs. Wie wirkt sich die momentane Krise bei Ihren Produzenten aus?
Auch in unseren Produktionen in Nepal, Indien, Pakistan oder Persien kam die Produktion aufgrund der Pandemie zum Stillstand. Teppiche konnten nicht geknüpft und auch nicht ausgeliefert werden. Wir haben das große Glück, dass das letzte Jahr sehr gut gelaufen ist und vieles bereits im Vorfeld bestellt wurde. Es kann allerdings sein, dass Teppiche künftig teurer werden, weil weniger produziert wird.

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Ein Teil des Schauraumes im Palais Széchényi

(c) Rahimi&Rahimi

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„Orta“ von Jan Kath

(c) Rahimi&Rahimi

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Polonaise Greenford Aerial

(c) Rahimi&Rahimi

Ist jetzt eine gute Zeit, sich einen wertigen Teppich zuzulegen?
Ja, momentan ist sicher ein sehr guter Zeitpunkt, weil noch genug Ware da ist. Man weiß ja noch nicht, wie sich die Logistik entwickeln wird und wann wieder Teppiche aus dem Ausland geliefert werden können.

Sie sind als begnadeter Netzwerker für Ihre großen Charity-Events mit prominenten Persönlichkeiten aus aller Welt bekannt. Ist es jetzt ruhig geworden?
Natürlich ist es ruhiger geworden, aber in Wien gab es ein sehr schönes Projekt in Sachen Nachbarschaftshilfe für ältere Menschen, daran haben wir uns beteiligt. Mein Vater, der Rahimi & Rahimi in Österreich aufgebaut hat, wird heuer 90 Jahre alt und wir wollten eine große Charity mit Gottfried Helnwein zugunsten „Hilfe fürs eigene Land“ veranstalten. Diese haben wir auf nächstes Jahr verlegt, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben (lacht).