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Lifestyle | 19.11.2018

Vom Profisportler...

...zum Pokerspieler

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© flipchip / wikimedia

Das Ende einer Profisport-Karriere ist der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts. Endlich essen, was man will, kein durchgetakteter Tagesablauf, viel Freizeit für Skifahren oder Golfspielen. Das geht eine Weile gut, doch dann droht Langeweile. Plötzlich keine Aufgabe und keine Aufmerksamkeit mehr zu haben, bekommt nicht jedem.

Also was tun? Einige beginnen eine Trainerausbildung, andere suchen sich ein aufregendes Hobby - Pokern zum Beispiel.

Chips statt Ball

Auch in Österreich gibt es einige bekannte Ex-Sportler, die mittlerweile ihr Glück im Casino oder bei Pokerturnieren versuchen. Zu ihnen gehört Mario Mosböck. Der 32-Jährige war von 2014 bis 2017 für den Fußball-Bundesligisten SKN St. Pölten aktiv, der sich aktuell beachtlich schlägt und beim nächsten Spiel gegen Wacker Innsbruck als Favorit gilt, wie man an den Quoten auf Betway erkennen kann. Anschließend spielte Mosböck eine Saison in der zweiten Liga für den SC Wiener Neustadt.

Inzwischen ist Mosböck kein Profi mehr, kickt aber hin und wieder für den sechstklassigen Union Hofstetten-Grünau. Seine große Leidenschaft aber ist das Pokern. Seit 2015 sieht man ihn immer wieder bei diversen Events. So kam er im letzten Jahr bei der World Series of Poker Europe in Rozvadov ins Geld und sackte im März 2018 beim Main Event der Merit Poker Top Guns satte 90.000 US-Dollar ein. Es folgten 110.000 US-Dollar bei Main Event der World Series of Poker. Sein Lifetime-Gewinn soll sich inzwischen auf rund 265.000 US-Dollar belaufen. Damit ist der auf der Liste der erfolgreichsten österreichischen Pokerspieler in den Top 60 angekommen.

Millionär durch Pokern

Darüber kann der Wiener Josip Šimunić nur lachen. Der ehemalige Handballer war Profi beim Handballclub Fivers Margareten und HIT Innsbruck. Seit fast zehn Jahren zieht es ihn regelmäßig an den Pokertisch. Beim Onlinepoker spielt er unter verschiedenen Nicknames, aber das meiste Geld macht Šimunić bei Live-Events. 2015 war sein Gewinn bei einem einzigen Turnier höher als das gesamte Preisgeld von Mario Mosböck - rund 310.000 Euro. Insgesamt hat es Šimunić bereits auf knapp 1,5 Millionen US-Dollar gebracht.

Diese Summe klingt beachtlich, doch es geht noch besser. Der in Wien wohnhafte Ismael Colin Bojang, ehemaliger Torwart der gambischen U17-Fußballnationalmannschaft, pokert seit 2008. Der bisherige Lohn: etwa 2,5 Millionen US-Dollar.

Diesen Poker-Kontostand dürfte bald auch Ivo Donev erreicht haben. Außer ihm gelang es bisher keinem anderen Österreicher, bei einer World Series of Poker in Las Vegas zu gewinnen. Der ehemalige Schachprofi trainierte die österreichische Jugend-Nationalmannschaft, zieht das Pokern dem Schach jedoch inzwischen vor.

Ob er bei seinem Besuch in Las Vegas vielleicht auch Sarah Jessica Parker getroffen hat?

Schachstrategen im Vorteil?

Schachspieler scheinen am Pokertisch gut aufgehoben zu sein. Das beweist auch Josef Klinger. Der Schachgroßmeister war lange Zeit der erfolgreichste österreichische Pokerspieler und kommt auf rund 1,8 Millionen US-Dollar Preisgeld. Er spielt bereits seit den 1990er-Jahren. Seine großen Erfolge liegen auch schon einige Zeit zurück, etwa der zweite Platz beim Grand Final der European Poker Tour 2010 in Monte Carlo, der ihn eine Million Euro reicher gemacht hat.

Namen wie Boris Becker, Max Kruse oder Michael Phelps tauchen ebenfalls immer wieder auf den Startlisten großer Pokerturniere auf und machen klar: Dieses Hobby ist für einige ehemalige Profisportler so reizvoll wie ein Sieg auf dem Tenniscourt, ein Tor im Fußballstadion oder ein neuer Weltrekord im Schwimmbecken.

Sechsstellige Preisgelder

Kruse, der beim deutschen Bundesligisten Werder Bremen unter Vertrag ist, beschränkt seine Poker-Turnierteilnahmen auf die Fußball-Sommerpause. Alles begann 2014 mit der No Limit 2-7 Draw Lowball Weltmeisterschaft der World Series of Poker in Las Vegas. Diese Spielform kannte er erst einen Tag und dennoch wurde er am Ende Dritter und flog mit 35.000 US-Dollar Preisgeld nach Hause. Zuletzt war er bei der 49. World Series of Poker in Las Vegas im Juni 2018 im Geld.

Inzwischen hat Max Kruse knapp 125.000 US-Dollar erspielt. Auf eine ähnliche Summe kommt auch der ehemalige Schwimmprofi und erfolgreichste Olympionike aller Zeiten Michael Phelps.

Tiger Woods, der in den letzten Jahren eher mit negativen Schlagzeilen in der Presse war, hat sportlich in die Erfolgsspur zurückgefunden. Ob er seine Spielsucht inzwischen überwunden hat, wissen wir nicht. Aber seine Freundschaft mit den Ex-Basketballprofis Charles Barkley und Michael Jordan hat ihn vor einiger Zeit in diese Zwickmühle gebracht, denn die beiden sind begeisterte Pokerspieler.

Und so wurde auch Woods des Öfteren im Mansion gesehen. Dabei handelt es sich um einen Club für High Roller im Hotel MGM Grand in Las Vegas. Vielleicht ist er dort auch auf Ronaldo oder Teddy Sheringham getroffen - auch diese ehemaligen Spitzensportler sollen Poker als neues Hobby für sich entdeckt haben.